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	<title>Johannes Calvin &#187; Buch 1 Kapitel 16</title>
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	<itunes:author>Johannes Calvin</itunes:author>
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		<title>Johannes Calvin &#187; Buch 1 Kapitel 16</title>
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		<title>Uns sind die wahren Ursachen des Geschehens verborgen (Institutio 1-16-09)</title>
		<link>http://www.calvinismus.ch/institutio/uns-sind-die-wahren-ursachen-des-geschehens-verborgen-institutio-1-16-09/</link>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 00:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Didier</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zusammenfassung die Trägheit und Begrenztheit des menschlichen Verstandes erkennt nur zufällige Ereignisse, was eigentlich durch Gottes Plan erfolt in diesem Sinne werden die Begriffe &#8220;Schicksal&#8221; und &#8220;Zufall&#8221; in der Heiligen Schrift gebraucht, um damit alle Ereignisse zu beschreiben, die zufällig scheinen, die wir aber durch den Glauben als gottgewollt erkennen. (Gottes Freiheit über Dinge zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Zusammenfassung</strong></em></p>
<ol>
<li>die Trägheit und Begrenztheit des menschlichen Verstandes erkennt nur zufällige Ereignisse, was eigentlich durch Gottes Plan erfolt</li>
<li>in diesem Sinne werden die Begriffe &#8220;Schicksal&#8221; und &#8220;Zufall&#8221; in der Heiligen Schrift gebraucht, um damit alle Ereignisse zu beschreiben, die zufällig scheinen, die wir aber durch den Glauben als gottgewollt erkennen. (Gottes Freiheit über Dinge zu entscheiden kann man z.B. sehen, als er Christi schwache Knochen nicht brechen liess)</li>
</ol>
<p><em><strong>Text</strong></em></p>
<p lang="de-CH">Aber unser Geist erreicht in seiner Schwerfälligkeit die Höhe der Vorsehung Gottes nicht von ferne; und deshalb muß zu seiner Unterstützung eine Unterscheidung angewandt werden. Ich will mich also folgendermaßen ausdrücken: Obgleich alles durch Gottes Ratschluss in fest bestimmter Regelung geordnet ist, ist es doch für uns „zufällig“. Das bedeutet nicht, daß wir meinten, Welt und Menschen ständen unter der Herrschaft des Glücks und es rolle alles im Himmel und auf Erden zufällig ab &#8211; denn ein solcher Wahnwitz muß dem Herzen eines Christenmenschen fernbleiben! Aber weil die Ordnung, die Ursache, der Zweck und die Notwendigkeit der Ereignisse von der menschlichen Erkenntnis nicht begriffen werden, da sie größten­teils in Gottes Ratschluss verborgen sind, so ist das, was tatsächlich ganz gewiss aus Gottes Willen kommt, für uns gewissermaßen zufällig! Es ergibt sich kein anderes Bild, ob wir das alles hinsichtlich seiner eigenen Natur ansehen oder auch nach un­serem Verstehen und Urteilen betrachten. Stellen wir uns zum Beispiel einen Kauf­mann vor, der in Begleitung zuverlässiger Leute in einen Wald zieht, unvorsichtig von seinen Gefährten abkommt, auf seinem Irrwege in die Gewalt einer Räuberbande gerät und ermordet wird. Sein Tod war von Gottes Auge zuvor gesehen und auch durch seinen Ratschluss bestimmt. Denn es heißt nicht (nur), daß er eines jeden Menschen Lebenslänge vorher gesehen, sondern daß er Grenzen gesetzt und festgelegt habe, über die man nicht hinausgehen kann (Hiob 14,5). So­weit aber unser Verstand reicht, scheint das alles zufällig. Was soll da der Christenmensch denken? Er wird gewiss das, was einen solchen Todesfall veranlaßte, seiner Natur nach, wie es das ja tatsächlich ist, als zufällig erkennen, aber er wird dennoch nicht zweifeln, daß Gottes Vorsehung dabei die Führung gehabt hat, um den „Zufall“ zu ihrem Zweck zu leiten! Genau so sind auch die Zufälligkeiten der Zukunft anzusehen. Denn alles Zukünftige ist uns ungewiss, und darum lassen wir es unbestimmt, als ob es sich zu beiden Seiten neigen könnte. Aber trotzdem haben wir die feste Gewissheit im Herzen, daß nichts eintreten kann, das nicht der Herr schon vorgesehen hat!</p>
<p lang="de-CH">In diesem Sinne braucht auch der Prediger mehrmals das Wort „Ausgang“ (Ende?); denn die Menschen können auf den ersten Blick nicht auf die letzte Ursache dringen, weil diese fern und verborgen ist. Und doch ist das, was die Schrift über Gottes verborgene Vorsehung lehrt, niemals derart aus den Herzen der Menschen vertilgt worden, daß nicht mitten im Dunkel immer noch einige Fünklein geblieben wären. So schreiben die Wahrsager der Philister, obwohl sie im Zweifel hin und her schwanken, das Unglück teils Gott, teils dem Glück zu: „Wenn die Lade auf dem ei­nen Wege geht, so wissen wir, daß es Gott ist, der uns das Übel getan hat, geht sie auf dem anderen, so ist es uns von ungefähr widerfahren“ (1. Sam. 6,9). Es ist gewiss töricht, daß sie, da ihnen die Weissagung fehlt, zum Zufall ihre Zuflucht nehmen; indessen merken wir doch, wie sie gezwungenermaßen nicht wagen, das ihnen widerfahrene Unglück für ganz zufällig zu halten. Übrigens können wir noch an ei­nem ganz klaren Beispiel sehen, wie Gott mit dem Zügel seiner Vorsehung alle Er­eignisse in der von ihm gewollten Weise lenkt: In dem nämlichen Zeitpunkt, wo David in der Wüste Maon überfallen wurde, brachen die Philister ins Land ein, und Saul mußte weichen! (1. Sam. 23,26f.). Da wollte Gott, um seinen Knecht zu erretten, dem Saul dieses Hindernis in den Weg legen &#8211; und so gewiss auch die Philister über alles Erwarten schnell zu den Waffen griffen, so können wir doch nicht sagen, das sei zufällig geschehen, sondern der Glaube wird anerkennen, daß das, was uns zufällig erscheint, tatsächlich Gottes geheimer Antrieb gewesen ist! Dieser Grundsatz tritt nicht immer so klar hervor; aber wir müssen doch festhalten, daß alle Veränderungen in der Welt als verborgene Wirkungen seiner Hand anzusehen sind. Was nun Gott beschlossen hat, das muß notwendig geschehen, auch wenn es an sich, aus seiner eigenen Natur heraus nicht notwendig ist. Ein bekanntes Beispiel haben wir an den Gebeinen Christi. Da er einen dem unseren gleichen Leib annahm, so wird kein vernünftiger Mensch bezweifeln, daß seine Gebeine zerbrechlich waren &#8211; und doch war es unmöglich, sie zu zerbrechen! (Joh. 19,33-36) Daraus können wir sehen, daß es nicht grundlos war, wenn man in der Schultheologie einen Unterschied zwischen bedingter (necessitas secundum quid) und absoluter Notwendigkeit (necessitas absoluta) gemacht oder dementsprechend zwischen solchen Geschehnissen, die sich bedingt notwendig (d.h. durch „Mittelursachen“ mitbestimmt) ergeben (necessitas consequentis), und solchen, die sich mit einer (auf Gottes Anordnung und Willen beruhenden) unbedingten Notwendigkeit (necessitas consequentiae) ereig­nen, unterschieden hat. Denn Gott wollte nicht, daß die Gebeine seines Sohnes wirk­lich zerbrochen wurden, hat sie aber doch (vermöge der Menschwerdung) der Zer­brechlichkeit unterworfen; so hat er also etwas, das von Natur geschehen konnte, unter die Notwendigkeit seines Ratschlusses beschränkt!</p>
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		<itunes:subtitle>Zusammenfassung  die Trägheit und Begrenztheit des menschlichen Verstandes erkennt nur zufällige Ereignisse, was eigentlich durch Gottes Plan erfolt   in diesem Sinne werden die Begriffe &quot;Schicksal&quot; und &quot;Zufall&quot; in der Heiligen Schrift gebraucht,</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Zusammenfassung

	die Trägheit und Begrenztheit des menschlichen Verstandes erkennt nur zufällige Ereignisse, was eigentlich durch Gottes Plan erfolt
	in diesem Sinne werden die Begriffe &quot;Schicksal&quot; und &quot;Zufall&quot; in der Heiligen Schrift gebraucht, um damit alle Ereignisse zu beschreiben, die zufällig scheinen, die wir aber durch den Glauben als gottgewollt erkennen. (Gottes Freiheit über Dinge zu entscheiden kann man z.B. sehen, als er Christi schwache Knochen nicht brechen liess)

Text
Aber unser Geist erreicht in seiner Schwerfälligkeit die Höhe der Vorsehung Gottes nicht von ferne; und deshalb muß zu seiner Unterstützung eine Unterscheidung angewandt werden. Ich will mich also folgendermaßen ausdrücken: Obgleich alles durch Gottes Ratschluss in fest bestimmter Regelung geordnet ist, ist es doch für uns „zufällig“. Das bedeutet nicht, daß wir meinten, Welt und Menschen ständen unter der Herrschaft des Glücks und es rolle alles im Himmel und auf Erden zufällig ab - denn ein solcher Wahnwitz muß dem Herzen eines Christenmenschen fernbleiben! Aber weil die Ordnung, die Ursache, der Zweck und die Notwendigkeit der Ereignisse von der menschlichen Erkenntnis nicht begriffen werden, da sie größten­teils in Gottes Ratschluss verborgen sind, so ist das, was tatsächlich ganz gewiss aus Gottes Willen kommt, für uns gewissermaßen zufällig! Es ergibt sich kein anderes Bild, ob wir das alles hinsichtlich seiner eigenen Natur ansehen oder auch nach un­serem Verstehen und Urteilen betrachten. Stellen wir uns zum Beispiel einen Kauf­mann vor, der in Begleitung zuverlässiger Leute in einen Wald zieht, unvorsichtig von seinen Gefährten abkommt, auf seinem Irrwege in die Gewalt einer Räuberbande gerät und ermordet wird. Sein Tod war von Gottes Auge zuvor gesehen und auch durch seinen Ratschluss bestimmt. Denn es heißt nicht (nur), daß er eines jeden Menschen Lebenslänge vorher gesehen, sondern daß er Grenzen gesetzt und festgelegt habe, über die man nicht hinausgehen kann (Hiob 14,5). So­weit aber unser Verstand reicht, scheint das alles zufällig. Was soll da der Christenmensch denken? Er wird gewiss das, was einen solchen Todesfall veranlaßte, seiner Natur nach, wie es das ja tatsächlich ist, als zufällig erkennen, aber er wird dennoch nicht zweifeln, daß Gottes Vorsehung dabei die Führung gehabt hat, um den „Zufall“ zu ihrem Zweck zu leiten! Genau so sind auch die Zufälligkeiten der Zukunft anzusehen. Denn alles Zukünftige ist uns ungewiss, und darum lassen wir es unbestimmt, als ob es sich zu beiden Seiten neigen könnte. Aber trotzdem haben wir die feste Gewissheit im Herzen, daß nichts eintreten kann, das nicht der Herr schon vorgesehen hat!
In diesem Sinne braucht auch der Prediger mehrmals das Wort „Ausgang“ (Ende?); denn die Menschen können auf den ersten Blick nicht auf die letzte Ursache dringen, weil diese fern und verborgen ist. Und doch ist das, was die Schrift über Gottes verborgene Vorsehung lehrt, niemals derart aus den Herzen der Menschen vertilgt worden, daß nicht mitten im Dunkel immer noch einige Fünklein geblieben wären. So schreiben die Wahrsager der Philister, obwohl sie im Zweifel hin und her schwanken, das Unglück teils Gott, teils dem Glück zu: „Wenn die Lade auf dem ei­nen Wege geht, so wissen wir, daß es Gott ist, der uns das Übel getan hat, geht sie auf dem anderen, so ist es uns von ungefähr widerfahren“ (1. Sam. 6,9). Es ist gewiss töricht, daß sie, da ihnen die Weissagung fehlt, zum Zufall ihre Zuflucht nehmen; indessen merken wir doch, wie sie gezwungenermaßen nicht wagen, das ihnen widerfahrene Unglück für ganz zufällig zu halten. Übrigens können wir noch an ei­nem ganz klaren Beispiel sehen, wie Gott mit dem Zügel seiner Vorsehung alle Er­eignisse in der von ihm gewollten Weise lenkt: In dem nämlichen Zeitpunkt, wo David in der Wüste Maon überfallen wurde, brachen die Philister ins Land ein, und Saul mußte weichen! (1. Sam. 23,26f.). Da wollte Gott, um seinen Knecht zu erretten,</itunes:summary>
		<itunes:author>Johannes Calvin</itunes:author>
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		<title>Die Lehre von der Vorsehung ist keine stoischer Schicksalsglaube (Institutio 1-16-08)</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 00:00:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Didier</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zusammenfassung falsche Anklage gegen die christliche Vorsehung, dass sie eine stoische Schicksalslehre sei (vgl. Augustinus) Stoa: Notwendigkeit liegt in der Abfolge von Ursache-Wirkung Christentum: ewige Beschlüsse Gottes werden durch seine Kontrolle ausgeführt der Zufall ist eine heidnische Vorstellung, das dem Christentum widerspricht, wie es Basilius der Grosse und Augustinus sagen Text Wer nun diese Lehre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Zusammenfassung</strong></em></p>
<ol>
<li>falsche Anklage gegen die christliche Vorsehung, dass sie eine stoische Schicksalslehre sei (vgl. Augustinus)
<ol>
<li><a href='http://de.wikipedia.org/wiki/Stoa' target='_blank'>Stoa:</a> Notwendigkeit liegt in der Abfolge von Ursache-Wirkung</li>
<li>Christentum: ewige Beschlüsse Gottes werden durch seine Kontrolle ausgeführt</li>
</ol>
</li>
<li>der Zufall ist eine heidnische Vorstellung, das dem Christentum widerspricht, wie es <a href='http://de.wikipedia.org/wiki/Basilius der Grosse' target='_blank'>Basilius der Grosse</a> und <a href='http://de.wikipedia.org/wiki/Augustinus' target='_blank'>Augustinus</a> sagen</li>
</ol>
<p><em><strong>Text</strong></em></p>
<p>Wer nun diese Lehre verhasst machen will, der lästert, sie sei eine Lehrmeinung der Stoiker (dogma Stoicorum), sie sei nichts anderes als die Lehre vom Schick­sal (fatum). Das ist einst schon dem Augustin vorgeworfen worden (Buch gegen zwei Briefe der Pelagianer, an Bonifacius, II,6). Obwohl ich nicht gern um Worte streite, so will ich doch den Ausdruck „Schicksal“ (fatum) nicht übernehmen; denn er gehört einerseits zu dem, was uns Paulus als „ungeistliches, loses Geschwätz“ (1. Tim. 6,20) meiden lehrt, und anderseits versucht man mit seiner Hilfe Gottes Wahrheit in ein schlechtes Licht zu stellen. Die Lehrmeinung (vom fatum) aber wirft man uns ganz fälschlich und in Bosheit vor! Denn wir reden nicht mit den Stoikern von der „Notwendigkeit“, die aus der stetigen Verflochtenheit der Ursachen (ex perpetuo causarum nexu) kommt und in einer festen Verbindung besteht, wie sie in der Natur enthalten ist. Wir reden im Gegenteil von Gott: der ist der Herrscher und Walter über alles, der hat in seiner Weisheit seit aller Ewigkeit festgelegt, was er tun will, und führt es nun in seiner Macht aus. Des­halb behaupten wir auch, daß seine Vorsehung nicht nur Himmel und Erde und die leblosen Dinge, sondern auch der Menschen Anschläge und Willen regiere, so daß sich alles nach dem von ihr bestimmten Ziele richten muß. Wieso nun, wird man fragen, geschieht wirklich nichts von ungefähr, wirklich nichts aus Zufall? Ich antworte dar­auf: Basilius der Große hat mit Recht gesagt, „Glück“ und „Zufall“ seien heid­nische Ausdrücke, mit deren Inhalt gottesfürchtige Leute nichts zu tun haben sollen. Denn wenn jeder Erfolg Gottes Segnung ist, jede Not und Widerwärtigkeit sein Fluch, dann bleibt jedenfalls hinsichtlich der menschlichen Geschicke für „Glück“ oder „Zufall“ kein Raum. Auch muß die Ausführung des Augustinus beherzigt wer­den: „Es verdrießt mich, daß ich in den Büchern gegen die Akademiker so oft den Ausdruck ‚Glück’ gebraucht habe, obwohl ich darunter nicht eine Göttin, sondern den zufälligen Ausgang der Dinge im äußeren Geschehen gemeint habe, er sei gut oder böse. Daher kommen denn auch jene Ausdrücke: ‚vielleicht, etwa, möglicherweise, wohl, zufällig’, die keine Religion zu brauchen verbietet. Und dabei muß doch alles ganz auf die göttliche Vorsehung bezogen werden. Das habe ich auch nicht verschwiegen, denn ich sagte ja vielleicht werde das, was man gemeinhin ‚Glück’ nennt, auch nach verborgener Ordnung gelenkt; und wir bezeichnen ja im Geschehen allgemein das als ‘Zufall’, dessen Grund und Ursache unbekannt ist. Das habe ich gesagt, aber es reut mich doch, den Ausdruck ‘Glück’ dabei angewandt zu haben; denn die Menschen haben, wie ich sehe, die üble Gewohnheit, da, wo man sagen müßte: ‘Gott hat es so gewollt’, tatsächlich zu sagen: ‘Das Glück hat es so gewollt’!“ (Retract. I,1). Auch lehrt Augustin durchweg, wenn man dem „Glück“ einen Einfluss verstatte, so sei die Welt dem blinden Zufall unterworfen. Nun lehrt er freilich zuvor an einer Stelle, es geschehe alles teils durch den freien Willen des Menschen, teils durch Gottes Vorsehung. Aber gleich darauf zeigt er dann doch, daß die Menschen der Vor­sehung Untertan seien und von ihr regiert würden, und stellt dabei den Grundsatz auf, der größte Widersinn sei die Behauptung, es geschehe irgend etwas ohne Gottes Anordnung; denn dann geschähe es ja ohne jegliche Ursache. Aus diesem Grunde schließt er auch jene Zufälligkeit (contingentia), die vom freien Willen des Menschen abhinge, aus, und sagt dann recht klar, man solle keinen Grund für Gottes Willen suchen. Oft erwähnt er zwar auch die „Zulassung“ (permissio); aber was dar­unter verstanden werden soll, wird aus einer Stelle ganz deutlich, wo er nämlich sagt, Gottes Wille sei der oberste und erste Grund für alles, nur auf seine Anord­nung oder Zulassung geschehe etwas (Verschiedene Fragen, 83; Von der Dreieinig­keit, III,4). Er denkt sich keinen Gott, der, wenn er etwas zulassen will, müßig und zögernd zuschaute; nein, es ist auch dabei sozusagen sein tätiger Wille (actualis voluntas) wirksam! Sonst konnte dieser ja gar nicht als Grund bezeichnet werden!</p>
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		<itunes:summary>Zusammenfassung

	falsche Anklage gegen die christliche Vorsehung, dass sie eine stoische Schicksalslehre sei (vgl. Augustinus)

	{de:Stoa}: Notwendigkeit liegt in der Abfolge von Ursache-Wirkung
	Christentum: ewige Beschlüsse Gottes werden durch seine Kontrolle ausgeführt


	der Zufall ist eine heidnische Vorstellung, das dem Christentum widerspricht, wie es {de:Basilius der Grosse} und {de:Augustinus} sagen

Text

Wer nun diese Lehre verhasst machen will, der lästert, sie sei eine Lehrmeinung der Stoiker (dogma Stoicorum), sie sei nichts anderes als die Lehre vom Schick­sal (fatum). Das ist einst schon dem Augustin vorgeworfen worden (Buch gegen zwei Briefe der Pelagianer, an Bonifacius, II,6). Obwohl ich nicht gern um Worte streite, so will ich doch den Ausdruck „Schicksal“ (fatum) nicht übernehmen; denn er gehört einerseits zu dem, was uns Paulus als „ungeistliches, loses Geschwätz“ (1. Tim. 6,20) meiden lehrt, und anderseits versucht man mit seiner Hilfe Gottes Wahrheit in ein schlechtes Licht zu stellen. Die Lehrmeinung (vom fatum) aber wirft man uns ganz fälschlich und in Bosheit vor! Denn wir reden nicht mit den Stoikern von der „Notwendigkeit“, die aus der stetigen Verflochtenheit der Ursachen (ex perpetuo causarum nexu) kommt und in einer festen Verbindung besteht, wie sie in der Natur enthalten ist. Wir reden im Gegenteil von Gott: der ist der Herrscher und Walter über alles, der hat in seiner Weisheit seit aller Ewigkeit festgelegt, was er tun will, und führt es nun in seiner Macht aus. Des­halb behaupten wir auch, daß seine Vorsehung nicht nur Himmel und Erde und die leblosen Dinge, sondern auch der Menschen Anschläge und Willen regiere, so daß sich alles nach dem von ihr bestimmten Ziele richten muß. Wieso nun, wird man fragen, geschieht wirklich nichts von ungefähr, wirklich nichts aus Zufall? Ich antworte dar­auf: Basilius der Große hat mit Recht gesagt, „Glück“ und „Zufall“ seien heid­nische Ausdrücke, mit deren Inhalt gottesfürchtige Leute nichts zu tun haben sollen. Denn wenn jeder Erfolg Gottes Segnung ist, jede Not und Widerwärtigkeit sein Fluch, dann bleibt jedenfalls hinsichtlich der menschlichen Geschicke für „Glück“ oder „Zufall“ kein Raum. Auch muß die Ausführung des Augustinus beherzigt wer­den: „Es verdrießt mich, daß ich in den Büchern gegen die Akademiker so oft den Ausdruck ‚Glück’ gebraucht habe, obwohl ich darunter nicht eine Göttin, sondern den zufälligen Ausgang der Dinge im äußeren Geschehen gemeint habe, er sei gut oder böse. Daher kommen denn auch jene Ausdrücke: ‚vielleicht, etwa, möglicherweise, wohl, zufällig’, die keine Religion zu brauchen verbietet. Und dabei muß doch alles ganz auf die göttliche Vorsehung bezogen werden. Das habe ich auch nicht verschwiegen, denn ich sagte ja vielleicht werde das, was man gemeinhin ‚Glück’ nennt, auch nach verborgener Ordnung gelenkt; und wir bezeichnen ja im Geschehen allgemein das als ‘Zufall’, dessen Grund und Ursache unbekannt ist. Das habe ich gesagt, aber es reut mich doch, den Ausdruck ‘Glück’ dabei angewandt zu haben; denn die Menschen haben, wie ich sehe, die üble Gewohnheit, da, wo man sagen müßte: ‘Gott hat es so gewollt’, tatsächlich zu sagen: ‘Das Glück hat es so gewollt’!“ (Retract. I,1). Auch lehrt Augustin durchweg, wenn man dem „Glück“ einen Einfluss verstatte, so sei die Welt dem blinden Zufall unterworfen. Nun lehrt er freilich zuvor an einer Stelle, es geschehe alles teils durch den freien Willen des Menschen, teils durch Gottes Vorsehung. Aber gleich darauf zeigt er dann doch, daß die Menschen der Vor­sehung Untertan seien und von ihr regiert würden, und stellt dabei den Grundsatz auf, der größte Widersinn sei die Behauptung, es geschehe irgend etwas ohne Gottes Anordnung; denn dann geschähe es ja ohne jegliche Ursache. Aus diesem Grunde schließt er auch jene Zufälligkeit (contingentia), die vom freien Willen des Menschen abhinge, aus, und sagt dann recht klar, man solle keinen Grund für Gottes Willen suchen.</itunes:summary>
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		<title>Gottes Vorsehung regiert auch die &#8220;natürliche&#8221; Geschehnisse (Institutio 1-16-07)</title>
		<link>http://www.calvinismus.ch/institutio/gottes-vorsehung-regiert-auch-die-naturliche-geschehnisse-institutio-1-16-07/</link>
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		<pubDate>Fri, 29 Jan 2010 00:00:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Didier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch 1]]></category>
		<category><![CDATA[Buch 1 Kapitel 16]]></category>
		<category><![CDATA[Institutio]]></category>
		<category><![CDATA[Vorsehung]]></category>

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		<description><![CDATA[Zusammenfassung Beispiele aus der Bibel Wind: keine Wind kann entstehen oder zunehmen, ausser aus Gottes ausdrücklichem Befehl Fähigkeit der Fortpflanzung Ernährung Gottes allgemeine Vorsehung die Ordnung der Natur besteht weiter ist für einen bestimmten und passenden Zweck angepasst Text Auch die einzelnen Ereignisse sind ganz allgemein Zeugnisse der „besonderen“ Vorsehung Gottes. Gott erweckte in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Zusammenfassung</strong></em></p>
<ol>
<li>Beispiele aus der Bibel
<ol>
<li>Wind: keine Wind kann entstehen oder zunehmen, ausser aus Gottes ausdrücklichem Befehl</li>
<li>Fähigkeit der Fortpflanzung</li>
<li>Ernährung</li>
</ol>
</li>
<li>Gottes allgemeine Vorsehung
<ol>
<li>die Ordnung der Natur besteht weiter</li>
<li>ist für einen bestimmten und passenden Zweck angepasst</li>
</ol>
</li>
</ol>
<p><em><strong>Text</strong></em></p>
<p>Auch die einzelnen Ereignisse sind ganz allgemein Zeugnisse der „besonderen“ Vorsehung Gottes. Gott erweckte in der Wüste einen Ostwind, der dem Volke eine Menge Vögel zutrieb (Ex. 16,13). Als er den Jona ins Meer werfen wollte, da ließ er einen gewaltigen Sturmwind kommen (Jon. 1,4). Da werden nun die, welche nicht glauben, daß Gott die Weltregierung in seiner Hand habe, sagen, das sei eben außerhalb des gewöhnlichen Verlaufs vor sich gegangen. Ich dagegen ziehe daraus den Schluss, daß überhaupt nie ein Wind aufkommt oder losbricht ohne Gottes be­sonderen Befehl. Wenn er nicht Wolken und Winde nach seinem Wohlgefallen lenkte und an ihnen die besondere Gegenwärtigkeit seiner Kraft erwiese, dann wäre auch das Wort nicht wahr, er mache die Winde zu seinen Boten und Feuerflammen zu seinen Dienern, Wolken zu seinem Gefährt, und reite auf den Flügeln des Windes (Ps. 104,4). So empfangen wir auch an anderer Stelle die Lehre: wenn immer das Meer vom Brausen des Sturmwinds sich aufwühlt (Ps. 107,25.29), so bezeugt solches Ungestüm Gottes besondere Gegenwart. Er gebietet dem Wind, er erregt den Sturm und erhebt dir Wogen des Meeres, dann läßt er den Sturmwind stillestehen, so daß sich die Wellen legen. Auch an anderer Stelle hören wir, er habe das Volk mit brennenden Winden gegeißelt (Am. 4,9). Die Menschen haben gewiss von Na­tur die Fähigkeit in sich, Kinder zu zeugen; aber trotzdem will es Gott als Zeichen seiner besonderen Gnade angesehen haben, daß er die einen kinderlos läßt, die an­deren mit Nachkommen segnet; denn Leibesfrucht ist eine Gabe Gottes (Ps. 127,3). So sagt ja auch Jakob zu seinem Weibe: „Bin ich etwa Gott, daß ich dir Kinder gebe?“ (Gen. 30,2). Und um dies abzuschließen: Nichts gilt in der Welt als natür­licher, als daß wir mit Brot ernährt werden. Und doch sagt der Geist, nicht nur das Erzeugnis der Erde sei ein besonderes Geschenk Gottes, sondern auch: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ (Deut. 8,3); denn es nährt uns nicht die Sättigung selbst, sondern der verborgene Segen Gottes. So droht er ja auch anderseits, er werde des Brotes Nahrungskraft brechen (Jes. 3,1). Und die Bitte um das tägliche Brot könnte doch gar nicht ernst genommen werden, wenn uns nicht Gott mit väter­licher Hand die Speise darreichte! Deshalb sagt auch der Prophet, um die Gläubi­gen zu überzeugen, daß sich Gott bei ihrer Ernährung als der beste Hausvater er­weise, er gebe allem Fleische seine Nahrung (Ps. 136,25). Schließlich: wir hören auf der einen Seite: „Die Augen des Herrn merken auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Schreien“ (Ps. 34,16), und dann auf der anderen: „Das Antlitz aber des Herrn steht wider die, so Böses tun, daß er ihr Gedächtnis ausrotte von der Erde“ (Ps. 34,17). Daraus sollen wir erkennen, daß alle Geschöpfe im Himmel und auf Erden ihm zum Dienste bereit sind, daß er sie braucht, wozu er will! Und dar­aus ergibt sich, daß nicht nur seine „allgemeine“ Vorsehung an der Kreatur wirk­sam ist, so daß er die Ordnung der Natur (ordo naturae) aufrechterhält, sondern daß die Kreatur nach Gottes wunderbaren Rat einem bestimmten und besonderen Zwecke dienstbar gemacht wird.</p>
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		<itunes:subtitle>Zusammenfassung  Beispiele aus der Bibel  Wind: keine Wind kann entstehen oder zunehmen, ausser aus Gottes ausdrücklichem Befehl   Fähigkeit der Fortpflanzung   Ernährung   Gottes allgemeine Vorsehung  die Ordnung der Natur besteht weiter </itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Zusammenfassung

	Beispiele aus der Bibel

	Wind: keine Wind kann entstehen oder zunehmen, ausser aus Gottes ausdrücklichem Befehl
	Fähigkeit der Fortpflanzung
	Ernährung


	Gottes allgemeine Vorsehung

	die Ordnung der Natur besteht weiter
	ist für einen bestimmten und passenden Zweck angepasst



Text

Auch die einzelnen Ereignisse sind ganz allgemein Zeugnisse der „besonderen“ Vorsehung Gottes. Gott erweckte in der Wüste einen Ostwind, der dem Volke eine Menge Vögel zutrieb (Ex. 16,13). Als er den Jona ins Meer werfen wollte, da ließ er einen gewaltigen Sturmwind kommen (Jon. 1,4). Da werden nun die, welche nicht glauben, daß Gott die Weltregierung in seiner Hand habe, sagen, das sei eben außerhalb des gewöhnlichen Verlaufs vor sich gegangen. Ich dagegen ziehe daraus den Schluss, daß überhaupt nie ein Wind aufkommt oder losbricht ohne Gottes be­sonderen Befehl. Wenn er nicht Wolken und Winde nach seinem Wohlgefallen lenkte und an ihnen die besondere Gegenwärtigkeit seiner Kraft erwiese, dann wäre auch das Wort nicht wahr, er mache die Winde zu seinen Boten und Feuerflammen zu seinen Dienern, Wolken zu seinem Gefährt, und reite auf den Flügeln des Windes (Ps. 104,4). So empfangen wir auch an anderer Stelle die Lehre: wenn immer das Meer vom Brausen des Sturmwinds sich aufwühlt (Ps. 107,25.29), so bezeugt solches Ungestüm Gottes besondere Gegenwart. Er gebietet dem Wind, er erregt den Sturm und erhebt dir Wogen des Meeres, dann läßt er den Sturmwind stillestehen, so daß sich die Wellen legen. Auch an anderer Stelle hören wir, er habe das Volk mit brennenden Winden gegeißelt (Am. 4,9). Die Menschen haben gewiss von Na­tur die Fähigkeit in sich, Kinder zu zeugen; aber trotzdem will es Gott als Zeichen seiner besonderen Gnade angesehen haben, daß er die einen kinderlos läßt, die an­deren mit Nachkommen segnet; denn Leibesfrucht ist eine Gabe Gottes (Ps. 127,3). So sagt ja auch Jakob zu seinem Weibe: „Bin ich etwa Gott, daß ich dir Kinder gebe?“ (Gen. 30,2). Und um dies abzuschließen: Nichts gilt in der Welt als natür­licher, als daß wir mit Brot ernährt werden. Und doch sagt der Geist, nicht nur das Erzeugnis der Erde sei ein besonderes Geschenk Gottes, sondern auch: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ (Deut. 8,3); denn es nährt uns nicht die Sättigung selbst, sondern der verborgene Segen Gottes. So droht er ja auch anderseits, er werde des Brotes Nahrungskraft brechen (Jes. 3,1). Und die Bitte um das tägliche Brot könnte doch gar nicht ernst genommen werden, wenn uns nicht Gott mit väter­licher Hand die Speise darreichte! Deshalb sagt auch der Prophet, um die Gläubi­gen zu überzeugen, daß sich Gott bei ihrer Ernährung als der beste Hausvater er­weise, er gebe allem Fleische seine Nahrung (Ps. 136,25). Schließlich: wir hören auf der einen Seite: „Die Augen des Herrn merken auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Schreien“ (Ps. 34,16), und dann auf der anderen: „Das Antlitz aber des Herrn steht wider die, so Böses tun, daß er ihr Gedächtnis ausrotte von der Erde“ (Ps. 34,17). Daraus sollen wir erkennen, daß alle Geschöpfe im Himmel und auf Erden ihm zum Dienste bereit sind, daß er sie braucht, wozu er will! Und dar­aus ergibt sich, daß nicht nur seine „allgemeine“ Vorsehung an der Kreatur wirk­sam ist, so daß er die Ordnung der Natur (ordo naturae) aufrechterhält, sondern daß die Kreatur nach Gottes wunderbaren Rat einem bestimmten und besonderen Zwecke dienstbar gemacht wird.</itunes:summary>
		<itunes:author>Johannes Calvin</itunes:author>
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		<title>Gottes Vorsehung gilt besonders dem Menschen (Institutio 1-16-06)</title>
		<link>http://www.calvinismus.ch/institutio/gottes-vorsehung-gilt-besonders-dem-menschen-institutio-1-16-06/</link>
		<comments>http://www.calvinismus.ch/institutio/gottes-vorsehung-gilt-besonders-dem-menschen-institutio-1-16-06/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 28 Jan 2010 00:00:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Didier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch 1]]></category>
		<category><![CDATA[Buch 1 Kapitel 16]]></category>
		<category><![CDATA[Institutio]]></category>
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		<description><![CDATA[Zusammenfassung geradeso wie das Universum vornehmlich für die Menschheit erschaffen wurde, so ist auch die Absicht von Gottes Vorsehung in erster Linie für den Menschen kein Mensch kann handeln, oder selbst sprechen, ohne dass es Gott will selbst Begebenheiten, dies uns zufällig erscheinen, sind doch Gottes Willen unterworfen, wie die Bibel es uns beweist: alles [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Zusammenfassung</strong></em></p>
<ol>
<li>geradeso wie das Universum vornehmlich für die Menschheit erschaffen wurde, so ist auch die Absicht von Gottes Vorsehung in erster Linie für den Menschen</li>
<li>kein Mensch kann handeln, oder selbst sprechen, ohne dass es Gott will</li>
<li>selbst Begebenheiten, dies uns zufällig erscheinen, sind doch Gottes Willen unterworfen, wie die Bibel es uns beweist: alles lebt nach Gottes geheimen Plan</li>
</ol>
<p><em><strong>Text</strong></em></p>
<p lang="de-CH">Aber wir wissen, daß die Welt vornehmlich um des Menschengeschlechts willen ge­schaffen worden ist: diesen Zweck müssen wir auch im Auge behalten, wenn wir über die Weltregierung nachdenken. Der Prophet Jeremia ruft aus: „Ich weiß, Herr, daß des Menschen Tun steht nicht in seiner Gewalt, und stehet in niemandes Macht, wie er &#8230; seinen Gang richte.“ (Jer. 10,23). Und Salomo sagt: „Jedermanns Gänge kommen von dem Herrn; welcher Mensch versteht seinen Weg?“ (Spr. 20,24). Nun soll man hingehen und sagen, der Mensch werde zwar von Gott bewegt gemäß der Neigung seiner Natur, aber er lenke diese Bewegung, wohin er selbst wolle! Wäre das recht geredet, so stände dem Menschen die Entscheidung über seine Wege zu! Dies wird man vielleicht verneinen, weil ja der Mensch nichts ohne Gottes Macht ausrichten könne. Aber der Prophet und Salomo legen Gott ja nicht nur die Macht, sondern auch die Entscheidung und Bestimmung bei, und deshalb hilft jener Einwand nichts. Auch noch an anderer Stelle straft Salomo feinsinnig diese Vermessenheit des Menschen, der sich ohne Rücksicht auf Gott ein Ziel vorsetzt, als ob er nicht von seiner Hand geführt würde: „Der Mensch setzt sich’s wohl vor im Herzen, aber vom Herrn kommt, was die Zunge reden soll“ (Spr. 16,1). Es ist gewiss eine lächerliche Torheit, wenn elende Menschen ohne Gott handeln wollen, die doch nicht einmal reden können ohne seinen Willen!</p>
<p lang="de-CH">Um ferner noch deutlicher auszudrücken, daß nichts in der Welt ohne seine Bestimmung geschieht, zeigt die Schrift, daß ihm gerade das unter­worfen ist, was ganz zufällig scheint. Was wird man mehr dem Zufall zu­rechnen, als wenn ein Ast vom Baume bricht und dabei einen vorübergehenden Wanderer erschlägt? Aber der Herr sagt ganz im Gegenteil, er habe ihn in die Hand dessen fallen lassen, der ihn töte (Ex. 21,13). Wer wird nicht den Loswurf dem blin­den Glück zuschreiben? Aber auch das leidet der Herr nicht, der sich auch darüber die Entscheidung vorbehalten hat. Denn er lehrt nicht bloß, es geschehe durch seine Macht, daß die Lossteinchen in den Schoß geworfen und wieder herausgezogen wür­den, nein, gerade das, was man doch fast allein dem Glück zuschreiben möchte, ist nach seinem Zeugnis von ihm her! (Spr. 16,33). Dahin gehört auch das Wort des Salomo: „Arme und Reiche begegnen einander, beider Augen erleuchtet der Herr“ (Spr. 29,13). Denn es sind in der Welt die Reichen unter die Armen gemischt, weil ja von Gott her jedem seine Stellung zugewiesen wird; und deshalb erinnert Salomo daran, daß Gott, der ihnen allen das Licht gebe, nicht etwa selbst sein Auge ver­schließe, und er ermahnt auf diese Weise die Armen zur Geduld, weil die, welche mit ihrem Los unzufrieden sind, die ihnen von Gott auferlegte Last abzuschütteln suchen. So macht auch ein anderer Prophet den weltlich gesinnten Menschen Vor­würfe, weil sie es der Arbeit der Menschen oder dem Glück zuschreiben, daß die einen im Staube liegen, die anderen zu Ehren kommen: „Nicht vom Aufgang, noch vom Untergang, noch von der Wüste kommt Erhöhung, denn Gott ist der Richter, ernie­drigt und erhöht“ (Ps. 75,7f.; nicht Luthertext). Denn Gott kann das Richteramt nicht von sich legen, und daraus wird hier der Schluss gezogen, es geschehe aus sei­nem verborgenen Ratschluss, daß die einen große Leute werden, die anderen in verachteter Lage bleiben müssen.</p>
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		<itunes:subtitle>Zusammenfassung  geradeso wie das Universum vornehmlich für die Menschheit erschaffen wurde, so ist auch die Absicht von Gottes Vorsehung in erster Linie für den Menschen   kein Mensch kann handeln, oder selbst sprechen, ohne dass es Gott will </itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Zusammenfassung

	geradeso wie das Universum vornehmlich für die Menschheit erschaffen wurde, so ist auch die Absicht von Gottes Vorsehung in erster Linie für den Menschen
	kein Mensch kann handeln, oder selbst sprechen, ohne dass es Gott will
	selbst Begebenheiten, dies uns zufällig erscheinen, sind doch Gottes Willen unterworfen, wie die Bibel es uns beweist: alles lebt nach Gottes geheimen Plan

Text
Aber wir wissen, daß die Welt vornehmlich um des Menschengeschlechts willen ge­schaffen worden ist: diesen Zweck müssen wir auch im Auge behalten, wenn wir über die Weltregierung nachdenken. Der Prophet Jeremia ruft aus: „Ich weiß, Herr, daß des Menschen Tun steht nicht in seiner Gewalt, und stehet in niemandes Macht, wie er ... seinen Gang richte.“ (Jer. 10,23). Und Salomo sagt: „Jedermanns Gänge kommen von dem Herrn; welcher Mensch versteht seinen Weg?“ (Spr. 20,24). Nun soll man hingehen und sagen, der Mensch werde zwar von Gott bewegt gemäß der Neigung seiner Natur, aber er lenke diese Bewegung, wohin er selbst wolle! Wäre das recht geredet, so stände dem Menschen die Entscheidung über seine Wege zu! Dies wird man vielleicht verneinen, weil ja der Mensch nichts ohne Gottes Macht ausrichten könne. Aber der Prophet und Salomo legen Gott ja nicht nur die Macht, sondern auch die Entscheidung und Bestimmung bei, und deshalb hilft jener Einwand nichts. Auch noch an anderer Stelle straft Salomo feinsinnig diese Vermessenheit des Menschen, der sich ohne Rücksicht auf Gott ein Ziel vorsetzt, als ob er nicht von seiner Hand geführt würde: „Der Mensch setzt sich’s wohl vor im Herzen, aber vom Herrn kommt, was die Zunge reden soll“ (Spr. 16,1). Es ist gewiss eine lächerliche Torheit, wenn elende Menschen ohne Gott handeln wollen, die doch nicht einmal reden können ohne seinen Willen!
Um ferner noch deutlicher auszudrücken, daß nichts in der Welt ohne seine Bestimmung geschieht, zeigt die Schrift, daß ihm gerade das unter­worfen ist, was ganz zufällig scheint. Was wird man mehr dem Zufall zu­rechnen, als wenn ein Ast vom Baume bricht und dabei einen vorübergehenden Wanderer erschlägt? Aber der Herr sagt ganz im Gegenteil, er habe ihn in die Hand dessen fallen lassen, der ihn töte (Ex. 21,13). Wer wird nicht den Loswurf dem blin­den Glück zuschreiben? Aber auch das leidet der Herr nicht, der sich auch darüber die Entscheidung vorbehalten hat. Denn er lehrt nicht bloß, es geschehe durch seine Macht, daß die Lossteinchen in den Schoß geworfen und wieder herausgezogen wür­den, nein, gerade das, was man doch fast allein dem Glück zuschreiben möchte, ist nach seinem Zeugnis von ihm her! (Spr. 16,33). Dahin gehört auch das Wort des Salomo: „Arme und Reiche begegnen einander, beider Augen erleuchtet der Herr“ (Spr. 29,13). Denn es sind in der Welt die Reichen unter die Armen gemischt, weil ja von Gott her jedem seine Stellung zugewiesen wird; und deshalb erinnert Salomo daran, daß Gott, der ihnen allen das Licht gebe, nicht etwa selbst sein Auge ver­schließe, und er ermahnt auf diese Weise die Armen zur Geduld, weil die, welche mit ihrem Los unzufrieden sind, die ihnen von Gott auferlegte Last abzuschütteln suchen. So macht auch ein anderer Prophet den weltlich gesinnten Menschen Vor­würfe, weil sie es der Arbeit der Menschen oder dem Glück zuschreiben, daß die einen im Staube liegen, die anderen zu Ehren kommen: „Nicht vom Aufgang, noch vom Untergang, noch von der Wüste kommt Erhöhung, denn Gott ist der Richter, ernie­drigt und erhöht“ (Ps. 75,7f.; nicht Luthertext). Denn Gott kann das Richteramt nicht von sich legen, und daraus wird hier der Schluss gezogen, es geschehe aus sei­nem verborgenen Ratschluss, daß die einen große Leute werden, die anderen in verachteter Lage bleiben müssen.</itunes:summary>
		<itunes:author>Johannes Calvin</itunes:author>
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		<title>Gottes Vorsehung lenkt auch das einzelne (Institutio 1-16-05)</title>
		<link>http://www.calvinismus.ch/institutio/gottes-vorsehung-lenkt-auch-das-einzelne-institutio-1-16-05/</link>
		<comments>http://www.calvinismus.ch/institutio/gottes-vorsehung-lenkt-auch-das-einzelne-institutio-1-16-05/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 27 Jan 2010 00:00:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Didier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch 1]]></category>
		<category><![CDATA[Buch 1 Kapitel 16]]></category>
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		<description><![CDATA[Zusammenfassung einige glauben, dass Gott den Naturkräften allgemeine Anordnungen gibt, aber dass dann die einzelnen Dinge, durch sich oder durch Zufall, nur durch ihre Natur beeinflusst werden obwohl man damit den Verlauf der Jahreszeiten erklären kann, so kann man doch nicht die Fruchtbarkeit oder Unfruchtbarkeit der Ernte, Wohlstand oder Hungersnot erklären: diese sind Gottes Segen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Zusammenfassung</strong></em></p>
<ol>
<li>einige glauben, dass Gott den Naturkräften allgemeine Anordnungen gibt, aber dass dann die einzelnen Dinge, durch sich oder durch Zufall, nur durch ihre Natur beeinflusst werden</li>
<li>obwohl man damit den Verlauf der Jahreszeiten erklären kann, so kann man doch nicht die Fruchtbarkeit oder Unfruchtbarkeit der Ernte, Wohlstand oder Hungersnot erklären: diese sind Gottes Segen oder sein Fluch: biblische Beispiele</li>
</ol>
<p><em><strong>Text</strong></em></p>
<p>Geben wir zu, der Anfang der Bewegung liege bei Gott, danach aber werde alles vom Zufall gelenkt, wohin die natürliche Neigung es treibt, so ist ja der Wechsel von Tag und Nacht, Winter und Sommer Gottes Werk, sofern er ihnen Lauf und Aufgabe angewiesen und ihnen ein bestimmtes Gesetz gegeben hat. Das träfe jeden­falls zu, wenn alles in gleichem Ablauf immer die gleiche Ordnung hielte: die Tage in ihrer Aufeinanderfolge mit den Nächten, die Monate mit den Monaten, und die Jahre mit den Jahren. Wenn aber bald unmäßige Hitze und Dürre alle Frucht ver­brennt, bald unzeitige Regengüsse die Saaten verderben, wenn Hagel und Sturm plötzliche Katastrophen hervorrufen, dann wäre das nicht Gottes Werk &#8211; oder doch nur insofern, als Wolken und heiterer Himmel, Kälte und Hitze aus der Stellung und dem Lauf der Gestirne oder aus anderen natürlichen Ursachen ihren Ursprung herleiten. Aber auf solche Weise bleibt weder für Gottes väterliche Huld, noch für seine Gerichte Raum. Sagt man, Gott erweise dem Menschengeschlecht doch schon da­durch genugsam seine Güte, daß er Himmel und Erde die geordnete Kraft eingebe, um die Nahrungsmittel hervorzubringen, so ist das ein nichtiger und gottferner Wahn &#8211; als ob die Fruchtbarkeit eines Jahres nicht Gottes besonderer Segen, der Mangel und der Hunger nicht sein Fluch und seine Vergeltung wäre! Aber es würde zu weit führen, alle Gründe aufzuzählen; es soll uns darum Gottes eigene Autorität genügen. Im Gesetz und in den Propheten verkündet er öfters, wenn er mit Tau und Regen die Erde netze, so bezeuge er dadurch seine Gnade, wenn ander­seits der Himmel auf seinen Befehl wie Eisen erstarre, wenn Rost und andere Schä­den die Saaten verzehrten, wenn Hagel und Sturm die Felder verwüsteten, so sei das ein Zeichen seiner gewissen, besonderen Vergeltung. Wenn wir das annehmen, so ist uns klar, daß nicht ein Regentropfen ohne Gottes gewissen Befehl hernieder­fällt. So lobt David Gottes „allgemeine“ Vorsehung, daß er den jungen Raben Speise gebe, die ihn anrufen (Ps. 147,9). Aber wenn Gott anderseits selbst den Tieren mit Hunger droht, erklärt er dann nicht genugsam, daß er bald in gerin­gerem, bald in reichlicherem Maße, je nach seinem Wohlgefallen, alles Lebendige versorgt und nährt; es ist, wie ich schon sagte, kindisch, wenn man das auf einzelne Akte einschränken will; Christus selber sagt ja ohne Ausnahme, nicht einmal ein wertloser Sperling falle zur Erde ohne des Vaters Willen (Matth. 10,29). Wahr­lich, wenn Gott den Flug der Vögel mit bestimmtem Ratschluss lenkt, so müssen wir mit dem Propheten bekennen: „Wer ist wie der Herr, unser Gott, der sich so hoch gesetzt hat und auf das Niedrige sieht im Himmel und auf Erden?“ (Ps. 113,5f.).</p>
]]></content:encoded>
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		<itunes:subtitle>Zusammenfassung  einige glauben, dass Gott den Naturkräften allgemeine Anordnungen gibt, aber dass dann die einzelnen Dinge, durch sich oder durch Zufall, nur durch ihre Natur beeinflusst werden   obwohl man damit den Verlauf der Jahreszeiten erklär...</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Zusammenfassung

	einige glauben, dass Gott den Naturkräften allgemeine Anordnungen gibt, aber dass dann die einzelnen Dinge, durch sich oder durch Zufall, nur durch ihre Natur beeinflusst werden
	obwohl man damit den Verlauf der Jahreszeiten erklären kann, so kann man doch nicht die Fruchtbarkeit oder Unfruchtbarkeit der Ernte, Wohlstand oder Hungersnot erklären: diese sind Gottes Segen oder sein Fluch: biblische Beispiele

Text

Geben wir zu, der Anfang der Bewegung liege bei Gott, danach aber werde alles vom Zufall gelenkt, wohin die natürliche Neigung es treibt, so ist ja der Wechsel von Tag und Nacht, Winter und Sommer Gottes Werk, sofern er ihnen Lauf und Aufgabe angewiesen und ihnen ein bestimmtes Gesetz gegeben hat. Das träfe jeden­falls zu, wenn alles in gleichem Ablauf immer die gleiche Ordnung hielte: die Tage in ihrer Aufeinanderfolge mit den Nächten, die Monate mit den Monaten, und die Jahre mit den Jahren. Wenn aber bald unmäßige Hitze und Dürre alle Frucht ver­brennt, bald unzeitige Regengüsse die Saaten verderben, wenn Hagel und Sturm plötzliche Katastrophen hervorrufen, dann wäre das nicht Gottes Werk - oder doch nur insofern, als Wolken und heiterer Himmel, Kälte und Hitze aus der Stellung und dem Lauf der Gestirne oder aus anderen natürlichen Ursachen ihren Ursprung herleiten. Aber auf solche Weise bleibt weder für Gottes väterliche Huld, noch für seine Gerichte Raum. Sagt man, Gott erweise dem Menschengeschlecht doch schon da­durch genugsam seine Güte, daß er Himmel und Erde die geordnete Kraft eingebe, um die Nahrungsmittel hervorzubringen, so ist das ein nichtiger und gottferner Wahn - als ob die Fruchtbarkeit eines Jahres nicht Gottes besonderer Segen, der Mangel und der Hunger nicht sein Fluch und seine Vergeltung wäre! Aber es würde zu weit führen, alle Gründe aufzuzählen; es soll uns darum Gottes eigene Autorität genügen. Im Gesetz und in den Propheten verkündet er öfters, wenn er mit Tau und Regen die Erde netze, so bezeuge er dadurch seine Gnade, wenn ander­seits der Himmel auf seinen Befehl wie Eisen erstarre, wenn Rost und andere Schä­den die Saaten verzehrten, wenn Hagel und Sturm die Felder verwüsteten, so sei das ein Zeichen seiner gewissen, besonderen Vergeltung. Wenn wir das annehmen, so ist uns klar, daß nicht ein Regentropfen ohne Gottes gewissen Befehl hernieder­fällt. So lobt David Gottes „allgemeine“ Vorsehung, daß er den jungen Raben Speise gebe, die ihn anrufen (Ps. 147,9). Aber wenn Gott anderseits selbst den Tieren mit Hunger droht, erklärt er dann nicht genugsam, daß er bald in gerin­gerem, bald in reichlicherem Maße, je nach seinem Wohlgefallen, alles Lebendige versorgt und nährt; es ist, wie ich schon sagte, kindisch, wenn man das auf einzelne Akte einschränken will; Christus selber sagt ja ohne Ausnahme, nicht einmal ein wertloser Sperling falle zur Erde ohne des Vaters Willen (Matth. 10,29). Wahr­lich, wenn Gott den Flug der Vögel mit bestimmtem Ratschluss lenkt, so müssen wir mit dem Propheten bekennen: „Wer ist wie der Herr, unser Gott, der sich so hoch gesetzt hat und auf das Niedrige sieht im Himmel und auf Erden?“ (Ps. 113,5f.).</itunes:summary>
		<itunes:author>Johannes Calvin</itunes:author>
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		<item>
		<title>Das Wesen der Vorsehung &#8211; allgemeine und besondere (Institutio 1-16-04)</title>
		<link>http://www.calvinismus.ch/institutio/das-wesen-der-vorsehung-allgemeine-und-besondere-institutio-1-16-04/</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Jan 2010 00:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Didier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch 1]]></category>
		<category><![CDATA[Buch 1 Kapitel 16]]></category>
		<category><![CDATA[Institutio]]></category>
		<category><![CDATA[Vorsehung]]></category>

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		<description><![CDATA[Zusammenfassung zwei Irrtümer nicht blosses Vorwissen, sondern aktive Kontrolle über Geschehnisse nicht allgemeine, undeutliche Kontrolle von einzelnen Geschöpfen (irrtümliche Unterscheidung zwischen Gottes Willen und seinem Ratschluss) &#8220;allgemeine&#8221; und &#8220;besondere&#8221; Vorsehung die Lehre der allgemeinen Vorsehung wird verstanden in dem Sinne, dass Gott nicht nur über jeden seiner Geschöpfe wacht, sondern auch eine besondere Fürsorge für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Zusammenfassung</strong></em></p>
<ol>
<li>zwei Irrtümer
<ol>
<li>nicht blosses Vorwissen, sondern aktive Kontrolle über Geschehnisse</li>
<li>nicht allgemeine, undeutliche Kontrolle von einzelnen Geschöpfen (irrtümliche Unterscheidung zwischen Gottes Willen und seinem Ratschluss)</li>
</ol>
</li>
<li>&#8220;allgemeine&#8221; und &#8220;besondere&#8221; Vorsehung
<ol>
<li>die Lehre der allgemeinen Vorsehung wird verstanden in dem Sinne, dass Gott nicht nur über jeden seiner Geschöpfe wacht, sondern auch eine besondere Fürsorge für jeden hat</li>
<li>einige Autoren verschleiern Gottes besondere Vorsehung, indem sie es auf einzelne Handlungen beschränken; wir glauben dass Gott aktiv alle Geschehnisse leitet, so dass es keinen Platz für einen Zufall gibt</li>
</ol>
</li>
</ol>
<p><em><strong>Text</strong></em></p>
<p lang="de-CH">Vorsehung &#8211; das muß der Leser festhalten &#8211; bedeutet also nicht, daß Gott müßig im Himmel betrachtete, was auf Erden vor sich geht, sondern im Gegenteil, daß er gewissermaßen das Ruder hält und also alle Ereignisse lenkt. Sie bezieht sich also auf die Hand Gottes nicht weniger als auf sein Auge, wenn Abraham zu sei­nem Sohne sagte: „Gott wird’s versehen“ (Gen. 22,8), so wollte er damit nicht nur behaupten, Gott sähe zukünftige Geschehnisse voraus, sondern er wollte vielmehr die Sorge um die ungewisse Zukunft auf den Willen dessen werfen, der stets ver­wickelten und verworrenen Dingen einen Ausgang zu geben weiß. Daraus folgt, daß die Vorsehung Gottes in seinem Wirken besteht, und deshalb ist es unklug, wenn einige von einem bloßen Vorherwissen Gottes schwatzen. Nicht gar so grob ist der Irrtum derer, die Gott zwar die Regierung zuschreiben, aber eine (mit den „anderen“ Mächten) durcheinandergebrachte und verworrene, wie ich schon er­wähnt habe. Danach würde er zwar das Weltgebäude mit allen seinen Teilen in allgemeiner Bewegung lenken und treiben, aber nicht etwa die Wirksamkeit jeder einzelnen Kreatur besonders regieren. Nichtsdestoweniger ist auch dieser Irrtum un­tragbar; denn man erklärt, diese Vorsehung, die man „allgemein“ nennt, hindere kei­neswegs die Geschöpfe in ihrer zufälligen Bewegung und auch nicht den Menschen, sich in freiem Willensentscheid da- oder dorthin zu wenden. Auf diese Weise teilt man zwischen Gott und dem Menschen. Gott soll dem Menschen durch seine Kraft die Bewegung verleihen, vermöge deren dieser dann nach der Beschaffenheit der ihm innewohnenden Natur tätig sein könnte &#8211; der Mensch aber könnte seine Hand­lungen nach seinem freien Entschluss bestimmen! Man meint also kurz, die Welt, das Geschick des Menschen und der Mensch selbst würden zwar durch Gottes Macht, nicht aber durch seine Bestimmung regiert! Da übergehe ich die Epikuräer &#8211; von dieser Pest war die Welt je und je erfüllt! -, die sich einen müßigen und faulen Gott erträumen, auch andere, die keineswegs vernünftiger waren, die einst meinten, Gott beherrsche nur die mittlere Luftregion und überließe dabei das darunter vorgehende dem Schicksal &#8211; denn gegen einen derart offenkundigen Wahnsinn erheben schon die stummen Geschöpfe genugsam Einspruch!</p>
<p lang="de-CH">Ich will nämlich hier die ganz allgemein verbreitete Meinung widerlegen, die Gott irgendeine sozusagen verworrene Bewegkraft zuschreibt und ihm dadurch das Wesentlichste raubt, nämlich daß er alles in seiner unausforschlichen Weisheit zu seinem Zweck lenkt und leitet. Diese Meinung macht Gott bloß den Worten nach, nicht aber tatsächlich zum Regierer der Welt; denn sie nimmt ihm ja gerade die ei­gentliche Leitung! Was soll denn Regieren eigentlich anders heißen, als daß man einer Sache so vorsteht, daß man auch in bestimmter Ordnung lenkt, was man be­herrscht? Die Redewendung von der „allgemeinen“ Vorsehung will ich trotzdem nicht ganz ablehnen; nur muß man mir dann anderseits zugestehen, die Welt werde von Gott gelenkt, insofern er nicht nur die von ihm der Natur gesetzte Ordnung auf­rechterhält, sondern auch die besondere Fürsorge für jedes einzelne seiner Werke aus­übt! Denn es ist schon wahr, daß die einzelnen Gattungen sich aus verborgenem Na­turtrieb (arcano naturae instinctu) bewegen, als ob sie einem ewigen Befehl Gottes gehorchten und als ob nun von selbst abliefe, was Gott einmal geordnet hat. Dahin kann man auch deuten, daß Christus bezeugt, er und der Vater seien vom Anfang an immerdar am Werke (Joh. 5,17), daß Paulus lehrt: „In ihm leben, weben und sind wir“ (Apg. 17,28), oder daß der Verfasser des Hebräerbriefs, um Christi Gottheit zu beweisen, sagt, durch sein mächtiges Wort werde alles erhalten (Hebr. 1,3). Aber es ist völlig verkehrt, wenn man unter diesem Vorwande die „besondere“ Vorsehung verdunkeln will, die doch von so gewissen und klaren Schriftzeugnissen behauptet wird, daß man sich wundern muß, daß daran überhaupt jemand hat zweifeln können. Tatsächlich müssen ja auch solche, die jene Decke vorhängen, zur Richtigstellung ihres Irrtums selbst hinzufügen, es geschehe vieles aus besonderer Fürsorge Gottes heraus; aber das beschränken sie verkehrterweise bloß auf einzelne Akte. Wir wollen also festhalten: Gottes Walten geschieht so, daß er alle einzelnen Geschehnisse lenkt, und so kommt alles aus seinem bestimmten Ratschluss; es geschieht also nichts aus „Zufall“!</p>
]]></content:encoded>
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		<itunes:subtitle>Zusammenfassung  zwei Irrtümer  nicht blosses Vorwissen, sondern aktive Kontrolle über Geschehnisse   nicht allgemeine, undeutliche Kontrolle von einzelnen Geschöpfen (irrtümliche Unterscheidung zwischen Gottes Willen und seinem Ratschluss) </itunes:subtitle>
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	zwei Irrtümer

	nicht blosses Vorwissen, sondern aktive Kontrolle über Geschehnisse
	nicht allgemeine, undeutliche Kontrolle von einzelnen Geschöpfen (irrtümliche Unterscheidung zwischen Gottes Willen und seinem Ratschluss)


	&quot;allgemeine&quot; und &quot;besondere&quot; Vorsehung

	die Lehre der allgemeinen Vorsehung wird verstanden in dem Sinne, dass Gott nicht nur über jeden seiner Geschöpfe wacht, sondern auch eine besondere Fürsorge für jeden hat
	einige Autoren verschleiern Gottes besondere Vorsehung, indem sie es auf einzelne Handlungen beschränken; wir glauben dass Gott aktiv alle Geschehnisse leitet, so dass es keinen Platz für einen Zufall gibt



Text
Vorsehung - das muß der Leser festhalten - bedeutet also nicht, daß Gott müßig im Himmel betrachtete, was auf Erden vor sich geht, sondern im Gegenteil, daß er gewissermaßen das Ruder hält und also alle Ereignisse lenkt. Sie bezieht sich also auf die Hand Gottes nicht weniger als auf sein Auge, wenn Abraham zu sei­nem Sohne sagte: „Gott wird’s versehen“ (Gen. 22,8), so wollte er damit nicht nur behaupten, Gott sähe zukünftige Geschehnisse voraus, sondern er wollte vielmehr die Sorge um die ungewisse Zukunft auf den Willen dessen werfen, der stets ver­wickelten und verworrenen Dingen einen Ausgang zu geben weiß. Daraus folgt, daß die Vorsehung Gottes in seinem Wirken besteht, und deshalb ist es unklug, wenn einige von einem bloßen Vorherwissen Gottes schwatzen. Nicht gar so grob ist der Irrtum derer, die Gott zwar die Regierung zuschreiben, aber eine (mit den „anderen“ Mächten) durcheinandergebrachte und verworrene, wie ich schon er­wähnt habe. Danach würde er zwar das Weltgebäude mit allen seinen Teilen in allgemeiner Bewegung lenken und treiben, aber nicht etwa die Wirksamkeit jeder einzelnen Kreatur besonders regieren. Nichtsdestoweniger ist auch dieser Irrtum un­tragbar; denn man erklärt, diese Vorsehung, die man „allgemein“ nennt, hindere kei­neswegs die Geschöpfe in ihrer zufälligen Bewegung und auch nicht den Menschen, sich in freiem Willensentscheid da- oder dorthin zu wenden. Auf diese Weise teilt man zwischen Gott und dem Menschen. Gott soll dem Menschen durch seine Kraft die Bewegung verleihen, vermöge deren dieser dann nach der Beschaffenheit der ihm innewohnenden Natur tätig sein könnte - der Mensch aber könnte seine Hand­lungen nach seinem freien Entschluss bestimmen! Man meint also kurz, die Welt, das Geschick des Menschen und der Mensch selbst würden zwar durch Gottes Macht, nicht aber durch seine Bestimmung regiert! Da übergehe ich die Epikuräer - von dieser Pest war die Welt je und je erfüllt! -, die sich einen müßigen und faulen Gott erträumen, auch andere, die keineswegs vernünftiger waren, die einst meinten, Gott beherrsche nur die mittlere Luftregion und überließe dabei das darunter vorgehende dem Schicksal - denn gegen einen derart offenkundigen Wahnsinn erheben schon die stummen Geschöpfe genugsam Einspruch!
Ich will nämlich hier die ganz allgemein verbreitete Meinung widerlegen, die Gott irgendeine sozusagen verworrene Bewegkraft zuschreibt und ihm dadurch das Wesentlichste raubt, nämlich daß er alles in seiner unausforschlichen Weisheit zu seinem Zweck lenkt und leitet. Diese Meinung macht Gott bloß den Worten nach, nicht aber tatsächlich zum Regierer der Welt; denn sie nimmt ihm ja gerade die ei­gentliche Leitung! Was soll denn Regieren eigentlich anders heißen, als daß man einer Sache so vorsteht, daß man auch in bestimmter Ordnung lenkt, was man be­herrscht? Die Redewendung von der „allgemeinen“ Vorsehung will ich trotzdem nicht ganz ablehnen; nur muß man mir dann anderseits zugestehen, die Welt werde von Gott gelenkt, insofern er nicht nur die von ihm der Natur gesetzte Ordnung auf­rechterhält, sondern auch die besondere Fürsorge für jedes einzelne seiner Werke aus­übt! Denn es ist schon wahr, daß die einzelnen Gattungen sich aus verborgenem Na­turtrieb (arcano naturae instinctu) bewegen,</itunes:summary>
		<itunes:author>Johannes Calvin</itunes:author>
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		<title>Gottes Vorsehung folgt aus seiner Allmacht (Institutio 1-16-03)</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Jan 2010 00:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Didier</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Buch 1 Kapitel 16]]></category>
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		<description><![CDATA[Zusammenfassung nicht durch einen allgemeinen Anstoss, sondern durch einen direkten und spezifischen Einfluss Gottes geschieht alles; nicht durch ein universelles Naturgesetz, das Gottes Willen innerhalb enger Grenzen beschränkt: biblische Hinweise Nutzen für die, welche mit Recht Gottes Allmacht preisen Seine Macht ist gewaltig, um das Gute im Himmel wie auf Erden, sowie unter seinen Geschöpfen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Zusammenfassung</strong></em></p>
<ol>
<li>nicht durch einen allgemeinen Anstoss, sondern durch einen direkten und spezifischen Einfluss Gottes geschieht alles; nicht durch ein universelles Naturgesetz, das Gottes Willen innerhalb enger Grenzen beschränkt: biblische Hinweise</li>
<li>Nutzen für die, welche mit Recht Gottes Allmacht preisen
<ol>
<li>Seine Macht ist gewaltig, um das Gute im Himmel wie auf Erden, sowie unter seinen Geschöpfen zu tun, die ihm gehorsam sind und auf welche er aufmerksam ist</li>
<li>Er beschützt uns von allen schädlichen Dingen; er beruhigt unsere abergläubische Furcht vor allem, was uns bedroht: Bibeltexte</li>
</ol>
</li>
</ol>
<p><em><strong>Text</strong></em></p>
<p lang="de-CH">So will sich Gott fürwahr die Allmacht zueignen und sie von uns anerkannt wissen. Das ist freilich nicht jene leere, müßige und fast schlummernde „Allmacht“, die sich die Sophisten erdacht haben, sondern sie ist wachsam, tätig und wirksam und stets im Handeln begriffen. Sie ist auch nicht etwa bloß der allgemeine Beginn einer verworrenen Bewegung, als wenn er einen Fluss innerhalb der einmal festgesetzten Ufer dahinfließen ließe; sondern sie wirkt auf die einzelnen und besonderen Be­wegungen allesamt. Er heißt allmächtig, nicht weil er zwar alles vermöchte, aber doch zwischendurch zuweilen ruhte oder aufhörte oder den einmal festgelegten Na­turlauf (naturae ordo) auf Grund des allgemeinen Antriebs, den er ihm verliehen, nun weiterwirken ließe. Nein, er heißt deshalb allmächtig, weil er Himmel und Erde mit seiner Vorsehung lenkt und alles so einrichtet, daß nichts ohne seinen Willen geschieht. Denn wenn es im Psalm heißt: „Er kann machen, was er will“ (Ps. 115,3), so wird damit sein Wille als fest und wohlüberlegt bezeichnet. Es wäre nämlich töricht, wenn man nach der Weise der Philosophen dieses Prophetenwort dahin auslegen wollte, Gott sei der Erstantrieb (primum agens), da er ja Anfang und Ursache aller Bewegung ist. Vielmehr freuen sich doch die Gläubigen im Unglück in der tröstlichen Gewissheit, daß ihnen nichts widerfährt ohne Gottes Anordnung und Befehl, weil sie ja in seiner Hand sind. Erstreckt sich also Gottes Leitung auf alle seine Werke, so ist es kindisches Geschwätz, sie in den Lauf der Natur einzu­schließen. Denn wer Gottes Vorsehung in so enge Grenzen hineinzwängen will, als ob er alles nach seinem freien Lauf dem stetigen Gesetz der Natur (naturae lex) überließe, der beraubt Gott seiner Ehre und ebenso sehr sich selbst einer sehr nütz­lichen Einsicht; denn nichts wäre jämmerlicher als der Mensch, wenn er einfach allen Bewegungen des Himmels, der Luft, der Erde und des Wassers ausgesetzt wäre! Außerdem würde ja auf diese Weise die besondere Güte Gottes gegen jeden einzelnen aufs unwürdigste verkleinert! Ruft doch David aus, selbst die jungen Kinder, die noch an der Mutter Brust hängen, seien wohl fähig, Gottes Ruhm zu verherrlichen (Ps. 8,3); denn wenn sie kaum der Mutter Leib verlassen haben, so finden sie ja schon die Nahrung, die ihnen himmlische Fürsorge bereitet hat! Es ist doch ganz allgemein wahr, nur müssen wir auch nicht mit unseren Augen und Sinnen an dem vorbeigehen, was doch die Erfahrung deutlich zeigt: die eine Mutter kann ihr Kind­lein reichlich nähren, die andere weniger, je nachdem Gott das eine Kindlein kräftig, das andere bescheidener mit Nahrung versehen will.</p>
<p lang="de-CH">Wer nun Gottes Allmacht das ihr zukommende Lob zollt, der hat einen doppel­ten Segen davon: Erstens erkennt er, daß Gott unerschöpflich wohlzutun ver­mag, da er ja Himmel und Erde in Besitz hat und da alle Geschöpfe auf seinen Wink schauen, um ihm Gehorsam zu leisten. Zweitens erfährt er, daß man in seinem Schutze sicher ruhen kann; denn seinem Willen ist ja alles unterworfen, was sonst als schädlich zu fürchten wäre; sein Befehl hält den Satan mit all seinem Heer und all seiner List wie an einem Zügel in der Gewalt, und von seinem Wink hängt auch ab, was unserem Heil zuwider ist! Nur dadurch kann die maßlose und aber­gläubische Angst, die wir zuweilen gegenüber Gefahren empfinden, gemäßigt und ge­stillt werden. Ich sagte, es sei abergläubisch, wenn wir Angst haben, wenn wir, so­oft uns Geschöpfe bedrohen oder Furcht einflößen, alsbald erschrecken, als ob sie aus sich selber Kraft oder Macht hätten, uns zu schaden, oder von selbst oder aus Zu­fall uns verletzen könnten, oder als ob gegen ihre Anfeindungen nicht Hilfe genug bei Gott wäre! So gebietet zum Beispiel der Prophet, die Kinder Gottes sollten sich nicht vor den Sternen und den Zeichen am Himmel fürchten, wie das die Ungläu­bigen tun (Jer. 10,2). Damit verdammt er gewiss nicht etwa jede Furcht. Aber wenn die Ungläubigen die Leitung der Welt Gott nehmen und den Gestirnen bei­legen und sich einbilden, ihr Glück und Unglück hänge von Bestimmung oder Vor­bedeutung der Gestirne und nicht von Gottes Willen ab, dann wird eben ihre Furcht von dem Einen, auf den sie schauen sollten, zu den Sternen und Kometen ab­gelenkt, wer sich vor solchem Unglauben hüten will, der soll sich stets vorhalten, daß die Geschöpfe keinerlei ungeordnete Macht, Wirksamkeit oder Bewegung in sich tragen, sondern daß sie aus Gottes geheimem Rat so regiert werden, daß nichts ge­schieht, was nicht nach seinem Wissen und Willen beschlossen wäre.</p>
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		<itunes:subtitle>Zusammenfassung  nicht durch einen allgemeinen Anstoss, sondern durch einen direkten und spezifischen Einfluss Gottes geschieht alles; nicht durch ein universelles Naturgesetz, das Gottes Willen innerhalb enger Grenzen beschränkt: biblische Hinweise </itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Zusammenfassung

	nicht durch einen allgemeinen Anstoss, sondern durch einen direkten und spezifischen Einfluss Gottes geschieht alles; nicht durch ein universelles Naturgesetz, das Gottes Willen innerhalb enger Grenzen beschränkt: biblische Hinweise
	Nutzen für die, welche mit Recht Gottes Allmacht preisen

	Seine Macht ist gewaltig, um das Gute im Himmel wie auf Erden, sowie unter seinen Geschöpfen zu tun, die ihm gehorsam sind und auf welche er aufmerksam ist
	Er beschützt uns von allen schädlichen Dingen; er beruhigt unsere abergläubische Furcht vor allem, was uns bedroht: Bibeltexte



Text
So will sich Gott fürwahr die Allmacht zueignen und sie von uns anerkannt wissen. Das ist freilich nicht jene leere, müßige und fast schlummernde „Allmacht“, die sich die Sophisten erdacht haben, sondern sie ist wachsam, tätig und wirksam und stets im Handeln begriffen. Sie ist auch nicht etwa bloß der allgemeine Beginn einer verworrenen Bewegung, als wenn er einen Fluss innerhalb der einmal festgesetzten Ufer dahinfließen ließe; sondern sie wirkt auf die einzelnen und besonderen Be­wegungen allesamt. Er heißt allmächtig, nicht weil er zwar alles vermöchte, aber doch zwischendurch zuweilen ruhte oder aufhörte oder den einmal festgelegten Na­turlauf (naturae ordo) auf Grund des allgemeinen Antriebs, den er ihm verliehen, nun weiterwirken ließe. Nein, er heißt deshalb allmächtig, weil er Himmel und Erde mit seiner Vorsehung lenkt und alles so einrichtet, daß nichts ohne seinen Willen geschieht. Denn wenn es im Psalm heißt: „Er kann machen, was er will“ (Ps. 115,3), so wird damit sein Wille als fest und wohlüberlegt bezeichnet. Es wäre nämlich töricht, wenn man nach der Weise der Philosophen dieses Prophetenwort dahin auslegen wollte, Gott sei der Erstantrieb (primum agens), da er ja Anfang und Ursache aller Bewegung ist. Vielmehr freuen sich doch die Gläubigen im Unglück in der tröstlichen Gewissheit, daß ihnen nichts widerfährt ohne Gottes Anordnung und Befehl, weil sie ja in seiner Hand sind. Erstreckt sich also Gottes Leitung auf alle seine Werke, so ist es kindisches Geschwätz, sie in den Lauf der Natur einzu­schließen. Denn wer Gottes Vorsehung in so enge Grenzen hineinzwängen will, als ob er alles nach seinem freien Lauf dem stetigen Gesetz der Natur (naturae lex) überließe, der beraubt Gott seiner Ehre und ebenso sehr sich selbst einer sehr nütz­lichen Einsicht; denn nichts wäre jämmerlicher als der Mensch, wenn er einfach allen Bewegungen des Himmels, der Luft, der Erde und des Wassers ausgesetzt wäre! Außerdem würde ja auf diese Weise die besondere Güte Gottes gegen jeden einzelnen aufs unwürdigste verkleinert! Ruft doch David aus, selbst die jungen Kinder, die noch an der Mutter Brust hängen, seien wohl fähig, Gottes Ruhm zu verherrlichen (Ps. 8,3); denn wenn sie kaum der Mutter Leib verlassen haben, so finden sie ja schon die Nahrung, die ihnen himmlische Fürsorge bereitet hat! Es ist doch ganz allgemein wahr, nur müssen wir auch nicht mit unseren Augen und Sinnen an dem vorbeigehen, was doch die Erfahrung deutlich zeigt: die eine Mutter kann ihr Kind­lein reichlich nähren, die andere weniger, je nachdem Gott das eine Kindlein kräftig, das andere bescheidener mit Nahrung versehen will.
Wer nun Gottes Allmacht das ihr zukommende Lob zollt, der hat einen doppel­ten Segen davon: Erstens erkennt er, daß Gott unerschöpflich wohlzutun ver­mag, da er ja Himmel und Erde in Besitz hat und da alle Geschöpfe auf seinen Wink schauen, um ihm Gehorsam zu leisten. Zweitens erfährt er, daß man in seinem Schutze sicher ruhen kann; denn seinem Willen ist ja alles unterworfen, was sonst als schädlich zu fürchten wäre; sein Befehl hält den Satan mit all seinem Heer und all seiner List wie an einem Zügel in der Gewalt, und von seinem Wink hängt auch ab, was unserem Heil zuwider ist! Nur dadurch kann die maßlose und aber­gläubische Angst, die wir zuweilen gegenüber Gefahren empfinden, gemäßigt und ge­stillt werden. Ich sagte,</itunes:summary>
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		<title>Es gibt keinen Zufall (Institutio 1-16-02)</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 00:00:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Didier</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Buch 1 Kapitel 16]]></category>
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		<description><![CDATA[Zusammenfassung der &#8220;fleischliche&#8221; oder &#8220;weltliche&#8221; Verstand aller Zeitepochen hat Geschehnisse immer dem Zufall zugeschrieben und somit Gottes Vorsehung verdunkelt doch der Glaube, wenn auf der Bibel gegründet ist, weiss, dass alles nach Gottes Willen geschieht Ereignisse leblose Gegenstände, die sich nach den Naturgesetzen verhalten, aber immer noch unter Gottes Führung stehen die Sonne in all [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Zusammenfassung</strong></em></p>
<ol>
<li>der &#8220;fleischliche&#8221; oder &#8220;weltliche&#8221; Verstand aller Zeitepochen hat Geschehnisse immer dem Zufall zugeschrieben und somit Gottes Vorsehung verdunkelt</li>
<li>doch der Glaube, wenn auf der Bibel gegründet ist, weiss, dass alles nach Gottes Willen geschieht
<ol>
<li>Ereignisse</li>
<li>leblose Gegenstände, die sich nach den Naturgesetzen verhalten, aber immer noch unter Gottes Führung stehen</li>
</ol>
</li>
<li>die Sonne in all ihrer Kraft und Pracht steht unter Gottes Macht (Anmerkung: für Calvin korrigiert die Bibel unsere Wahrnehmung der Natur)</li>
</ol>
<p><em><strong>Text</strong></em></p>
<p>Damit dieser Gegensatz noch deutlicher werde, müssen wir wissen, daß Gottes Vorsehung, wie sie in der Schrift gelehrt wird, im Gegensatz zu jedem Gedanken an „Glück“ und „Zufall“ steht. Man hat zwar schon zu allen Zeiten allgemein ge­wähnt, und auch heutzutage herrscht fast unter allen Sterblichen die Meinung, es geschehe alles „zufällig“. Aber durch eine derartige verkehrte Meinung wird ganz gewiss das, was man von der Vorsehung wissen muß, vernebelt und fast gar begra­ben. Da fällt einer unter die Räuber oder in die Gewalt wilder Tiere, da führt ein plötzlicher Sturm zum Schiffbruch auf dem Meer, da wird einer unter den Trüm­mern eines Hauses oder unter einem umbrechenden Baum erschlagen, &#8211; da findet ein anderer, der durch die Wüste geirrt, doch noch etwas, um seinen Hunger zu stillen, oder ein Schiffbrüchiger erreicht den Hafen, oder es entgeht einer um Fingersbreite wunderbar dem Tode: all diese glücklichen oder unglücklichen Ereig­nisse schiebt die Vernunft des Fleisches dem Zufall zu! Wer aber aus Christi Mund gelehrt ist, daß auch die Haare auf unserem Haupte alle gezählt sind, der sieht den Grund tiefer und hält daran fest, daß alles Geschehen durch Gottes verborgenen Rat regiert wird! Bei den leblosen Dingen müssen wir uns das so vorstellen: jedes hat gewiss von Natur seine Eigenart in sich; aber keines kann seine Kraft wirken lassen, wenn es nicht durch Gottes gegenwärtige Hand gelenkt wird. Sie sind also nichts anderes als Werkzeuge, denen Gott mit Bedacht soviel Kraft bescheidet, wie er will, und die er nach seinem Ermessen zu dieser oder jener Wirksamkeit lenkt und leitet. So hat kein Geschöpf eine wundersamere und herrlichere Kraft als die Sonne. Ab­gesehen noch davon, daß sie den ganzen Erdkreis mit ihrem Glanz erhellt: wie großartig ist es doch, daß sie mit ihrer Wärme alles Lebendige erhält und belebt, mit ihren Strahlen die Erde fruchtbar macht, den Samen im Schoß der Erde erwärmt, dann das Grün aus ihm hervorlockt, ihn mit neuer Nahrung erquickt, nährt und stärkt, bis er zum Halm erwächst, ihn weiterhin immerzu mit Tau speist, bis er zur Blüte und dann zur Frucht wird, diese dann wieder unter ihrer Hitze reifen läßt &#8211; daß die Bäume und Weinstöcke unter ihrer Wärme knospen und Laub tragen, blühen und Frucht bringen! Aber der Herr hat, damit ihm allein der rechte Lobpreis für das alles zukomme, dafür gesorgt, daß zuerst das Licht da war und die Erde mit aller Art von Kräutern und Früchten erfüllt wurde &#8211; bevor er die Sonne schuf! (Gen. 1,3.11). Deshalb soll der Fromme die Sonne nicht zur Hauptursache oder zum notwendigen Grunde von Dingen machen, die doch schon vor ihrer Erschaffung da waren, sondern er soll sie bloß als Werkzeug ansehen, das Gott braucht, weil er es so will! Denn er kann ja ebenso leicht ohne sie, rein aus sich selber handeln! Und wenn wir lesen, die Sonne habe auf Josuas Gebet hin zwei Tage stillgestan­den (Jos. 10,13), oder ihr Schatten sei dem König Hiskia zugute zehn Grade rück­wärtsgegangen (2. Kön. 20,11), so hat Gott durch diese wenigen Wunder bezeugt: die Sonne geht nicht in blindem Naturtrieb alle Tage auf und unter; nein, er lenkt ihren Lauf, um die Erinnerung an seine väterliche Huld gegen uns immer wie­der zu erneuern! Nichts Natürlicheres gibt es, als daß dem Winter der Frühling, dem Frühling der Sommer, dem Sommer der Herbst folgt. Aber in dieser Auf­einanderfolge besteht eine derartige Verschiedenheit und Ungleichheit, daß daraus leicht deutlich wird, daß die einzelnen Jahre, Monate und Tage je in neuer, beson­derer Vorsehung Gottes geordnet und regiert werden.</p>
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	der &quot;fleischliche&quot; oder &quot;weltliche&quot; Verstand aller Zeitepochen hat Geschehnisse immer dem Zufall zugeschrieben und somit Gottes Vorsehung verdunkelt
	doch der Glaube, wenn auf der Bibel gegründet ist, weiss, dass alles nach Gottes Willen geschieht

	Ereignisse
	leblose Gegenstände, die sich nach den Naturgesetzen verhalten, aber immer noch unter Gottes Führung stehen


	die Sonne in all ihrer Kraft und Pracht steht unter Gottes Macht (Anmerkung: für Calvin korrigiert die Bibel unsere Wahrnehmung der Natur)

Text

Damit dieser Gegensatz noch deutlicher werde, müssen wir wissen, daß Gottes Vorsehung, wie sie in der Schrift gelehrt wird, im Gegensatz zu jedem Gedanken an „Glück“ und „Zufall“ steht. Man hat zwar schon zu allen Zeiten allgemein ge­wähnt, und auch heutzutage herrscht fast unter allen Sterblichen die Meinung, es geschehe alles „zufällig“. Aber durch eine derartige verkehrte Meinung wird ganz gewiss das, was man von der Vorsehung wissen muß, vernebelt und fast gar begra­ben. Da fällt einer unter die Räuber oder in die Gewalt wilder Tiere, da führt ein plötzlicher Sturm zum Schiffbruch auf dem Meer, da wird einer unter den Trüm­mern eines Hauses oder unter einem umbrechenden Baum erschlagen, - da findet ein anderer, der durch die Wüste geirrt, doch noch etwas, um seinen Hunger zu stillen, oder ein Schiffbrüchiger erreicht den Hafen, oder es entgeht einer um Fingersbreite wunderbar dem Tode: all diese glücklichen oder unglücklichen Ereig­nisse schiebt die Vernunft des Fleisches dem Zufall zu! Wer aber aus Christi Mund gelehrt ist, daß auch die Haare auf unserem Haupte alle gezählt sind, der sieht den Grund tiefer und hält daran fest, daß alles Geschehen durch Gottes verborgenen Rat regiert wird! Bei den leblosen Dingen müssen wir uns das so vorstellen: jedes hat gewiss von Natur seine Eigenart in sich; aber keines kann seine Kraft wirken lassen, wenn es nicht durch Gottes gegenwärtige Hand gelenkt wird. Sie sind also nichts anderes als Werkzeuge, denen Gott mit Bedacht soviel Kraft bescheidet, wie er will, und die er nach seinem Ermessen zu dieser oder jener Wirksamkeit lenkt und leitet. So hat kein Geschöpf eine wundersamere und herrlichere Kraft als die Sonne. Ab­gesehen noch davon, daß sie den ganzen Erdkreis mit ihrem Glanz erhellt: wie großartig ist es doch, daß sie mit ihrer Wärme alles Lebendige erhält und belebt, mit ihren Strahlen die Erde fruchtbar macht, den Samen im Schoß der Erde erwärmt, dann das Grün aus ihm hervorlockt, ihn mit neuer Nahrung erquickt, nährt und stärkt, bis er zum Halm erwächst, ihn weiterhin immerzu mit Tau speist, bis er zur Blüte und dann zur Frucht wird, diese dann wieder unter ihrer Hitze reifen läßt - daß die Bäume und Weinstöcke unter ihrer Wärme knospen und Laub tragen, blühen und Frucht bringen! Aber der Herr hat, damit ihm allein der rechte Lobpreis für das alles zukomme, dafür gesorgt, daß zuerst das Licht da war und die Erde mit aller Art von Kräutern und Früchten erfüllt wurde - bevor er die Sonne schuf! (Gen. 1,3.11). Deshalb soll der Fromme die Sonne nicht zur Hauptursache oder zum notwendigen Grunde von Dingen machen, die doch schon vor ihrer Erschaffung da waren, sondern er soll sie bloß als Werkzeug ansehen, das Gott braucht, weil er es so will! Denn er kann ja ebenso leicht ohne sie, rein aus sich selber handeln! Und wenn wir lesen, die Sonne habe auf Josuas Gebet hin zwei Tage stillgestan­den (Jos. 10,13), oder ihr Schatten sei dem König Hiskia zugute zehn Grade rück­wärtsgegangen (2. Kön. 20,11), so hat Gott durch diese wenigen Wunder bezeugt: die Sonne geht nicht in blindem Naturtrieb alle Tage auf und unter; nein, er lenkt ihren Lauf, um die Erinnerung an seine väterliche Huld gegen uns immer wie­der zu erneuern! Nichts Natürlicheres gibt es, als daß dem Winter der Frühling, dem Frühling der Sommer, dem Sommer der Herbst folgt. Aber in dieser Auf­einanderfolge besteht eine derartige Verschiedenheit und Ungleichheit,</itunes:summary>
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		<title>Schöpfung und Vorsehung (Institutio 1-16-01)</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Jan 2010 00:00:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Didier</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zusammenfassung selbst der &#8220;weltliche&#8221; Verstand kann einen Gott erkennen, der alles erschaffen hat und der allem soviel Energie gab, dass sie fortbestehen können. doch der Glaube, der noch tiefer sieht, erkennt im Schöpfer auch den Herrscher und Erhalter aller Dinge, die er erschuf (Lehre der Vorsehung) im Himmel auf Erden, selbst die menschliche Angelegenheiten Text [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Zusammenfassung</strong></em></p>
<ol>
<li>selbst der &#8220;weltliche&#8221; Verstand kann einen Gott erkennen, der alles erschaffen hat und der allem soviel Energie gab, dass sie fortbestehen können.</li>
<li>doch der Glaube, der noch tiefer sieht, erkennt im Schöpfer auch den Herrscher und Erhalter aller Dinge, die er erschuf (Lehre der Vorsehung)
<ol>
<li>im Himmel</li>
<li>auf Erden, selbst die menschliche Angelegenheiten</li>
</ol>
</li>
</ol>
<p><em><strong>Text</strong></em></p>
<p lang="de-CH">Gott zu einem Schöpfer für den Augenblick zu machen, der sein Werk ein für allemal hinter sich gebracht hätte, wäre eine kalte und unfruchtbare Sache; und wir sollen uns gerade darin von den Weltmenschen unterscheiden, daß uns die Gegen­wart der Kraft Gottes im fortdauernden Bestehen der Welt ebenso hell entgegen­leuchtet, wie in ihrem Ursprung. Gewiss zwingt der Anblick von Himmel und Erde auch die Gottlosen, ihre Seele zum Schöpfer zu erheben. Aber der Glaube hat doch seine eigene Art, Gott den ungeteilten Lobpreis für die Schöpfung darzubringen. Dazu gehört das Apostelwort, das wir oben anführten, nur im Glauben erkenn­ten wir, daß die Welt durch Gottes Wort fertig geworden sei (Hebr. 11,3). Denn wir begreifen erst dann, was es heißt, daß Gott der Schöpfer ist, wenn wir auch seine Vorsehung mit erfassen, mögen wir sonst auch den Anschein erwecken, es im Ge­müt zu verstehen und mit der Zunge zu bekennen. Der Sinn des Fleisches bleibt, wenn er sich einmal Gottes Kraft in der Schöpfung vorgestellt hat, dabei stehen; geht er sehr weit, so erwägt und betrachtet er höchstens die Weisheit, Macht und Güte des Meisters, der solch herrliches Werk geschaffen hat &#8211; denn das zeigt sich ja alles von selbst und drängt sich auch dem Widerstrebenden auf! Aber in der Erhaltung und Leitung dieses Werkes sieht er bloß eine allgemeine Kraft wirk­sam, von der die Bewegung ausgeht. Schließlich meint er (der Sinn des Fleisches), zur Erhaltung aller Dinge genüge die Kraft, die Gott der Welt im Anfang mitge­geben hat. Der Glaube dagegen muß höher dringen; denn er soll wissen: der, den er als den Schöpfer aller Dinge kennen gelernt hat, der ist auch ihr ständiger Lenker und Erhalter, und zwar geschieht diese Erhaltung nicht dadurch, daß er das ganze Weltgebäu wie auch seine einzelnen Teile bloß allgemein in Bewegung erhält; nein, er trägt, nährt und umsorgt in besonderer Vorsehung jedes einzel­ne, das er geschaffen hat, bis zum geringsten Sperling. So hören wir es bei David: gerade hat er kurz ausgesprochen, daß die Welt von Gott geschaffen sei, da kommt er sogleich auf den fortwährenden Gang seiner Vorsehung zu sprechen. „Der Himmel ist durch das Wort des Herrn gemacht, und all sein Heer durch den Geist sei­nes Mundes“ (Ps. 33,6), heißt es zunächst, und dann fügt er bald noch hinzu: „Der Herr schauet &#8230; auf aller Menschen Kinder &#8230;“ (Ps. 33,13); auch die weiteren Verse haben den gleichen Sinn. Es wäre, obwohl hier nicht alle vernünftig nachdenken, doch völlig undenkbar, daß Gott alle menschlichen Geschicke lenke, wenn er nicht der Schöpfer der Welt wäre. Und anderseits kann niemand im Ernste glauben, daß die Welt von Gott gemacht ist, ohne zugleich überzeugt zu sein, daß Gott für seine Geschöpfe sorgt. Eben deshalb ist es in bester Ordnung, wenn David uns beides nacheinander zeigt. Im allgemeinen lehren auch die Philosophen und begreift es der Menschengeist, daß alle Teile der Welt gewissermaßen durch eine geheime Einge­bung Gottes Bestand haben. Indessen vermögen sie nicht zu der Höhe vorzudringen, zu der David gelangt und zu der er alle Frommen mit hinaufführt: „Es wartet alles auf dich, Herr, daß du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit; du gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gut gesättigt; verbirgst du dein Angesicht, so erschrecken sie; du nimmst weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder zu Staub; du lässest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und du er­neuerst die Gestalt der Erde“ (Ps. 104,27ff.). Mögen die Philosophen auch dem Satz des Paulus zustimmen: „in ihm leben, weben und sind wir“ (Apg. 17,28), so sind sie doch weit entfernt vom lebendigen Empfinden der Gnade, die er preist, weil sie Gottes besondere Fürsorge, aus der doch seine väterliche Huld zu erkennen ist, gar nicht schmecken.</p>
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		<itunes:subtitle>Zusammenfassung  selbst der &quot;weltliche&quot; Verstand kann einen Gott erkennen, der alles erschaffen hat und der allem soviel Energie gab, dass sie fortbestehen können.   doch der Glaube, der noch tiefer sieht,</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Zusammenfassung

	selbst der &quot;weltliche&quot; Verstand kann einen Gott erkennen, der alles erschaffen hat und der allem soviel Energie gab, dass sie fortbestehen können.
	doch der Glaube, der noch tiefer sieht, erkennt im Schöpfer auch den Herrscher und Erhalter aller Dinge, die er erschuf (Lehre der Vorsehung)

	im Himmel
	auf Erden, selbst die menschliche Angelegenheiten



Text
Gott zu einem Schöpfer für den Augenblick zu machen, der sein Werk ein für allemal hinter sich gebracht hätte, wäre eine kalte und unfruchtbare Sache; und wir sollen uns gerade darin von den Weltmenschen unterscheiden, daß uns die Gegen­wart der Kraft Gottes im fortdauernden Bestehen der Welt ebenso hell entgegen­leuchtet, wie in ihrem Ursprung. Gewiss zwingt der Anblick von Himmel und Erde auch die Gottlosen, ihre Seele zum Schöpfer zu erheben. Aber der Glaube hat doch seine eigene Art, Gott den ungeteilten Lobpreis für die Schöpfung darzubringen. Dazu gehört das Apostelwort, das wir oben anführten, nur im Glauben erkenn­ten wir, daß die Welt durch Gottes Wort fertig geworden sei (Hebr. 11,3). Denn wir begreifen erst dann, was es heißt, daß Gott der Schöpfer ist, wenn wir auch seine Vorsehung mit erfassen, mögen wir sonst auch den Anschein erwecken, es im Ge­müt zu verstehen und mit der Zunge zu bekennen. Der Sinn des Fleisches bleibt, wenn er sich einmal Gottes Kraft in der Schöpfung vorgestellt hat, dabei stehen; geht er sehr weit, so erwägt und betrachtet er höchstens die Weisheit, Macht und Güte des Meisters, der solch herrliches Werk geschaffen hat - denn das zeigt sich ja alles von selbst und drängt sich auch dem Widerstrebenden auf! Aber in der Erhaltung und Leitung dieses Werkes sieht er bloß eine allgemeine Kraft wirk­sam, von der die Bewegung ausgeht. Schließlich meint er (der Sinn des Fleisches), zur Erhaltung aller Dinge genüge die Kraft, die Gott der Welt im Anfang mitge­geben hat. Der Glaube dagegen muß höher dringen; denn er soll wissen: der, den er als den Schöpfer aller Dinge kennen gelernt hat, der ist auch ihr ständiger Lenker und Erhalter, und zwar geschieht diese Erhaltung nicht dadurch, daß er das ganze Weltgebäu wie auch seine einzelnen Teile bloß allgemein in Bewegung erhält; nein, er trägt, nährt und umsorgt in besonderer Vorsehung jedes einzel­ne, das er geschaffen hat, bis zum geringsten Sperling. So hören wir es bei David: gerade hat er kurz ausgesprochen, daß die Welt von Gott geschaffen sei, da kommt er sogleich auf den fortwährenden Gang seiner Vorsehung zu sprechen. „Der Himmel ist durch das Wort des Herrn gemacht, und all sein Heer durch den Geist sei­nes Mundes“ (Ps. 33,6), heißt es zunächst, und dann fügt er bald noch hinzu: „Der Herr schauet ... auf aller Menschen Kinder ...“ (Ps. 33,13); auch die weiteren Verse haben den gleichen Sinn. Es wäre, obwohl hier nicht alle vernünftig nachdenken, doch völlig undenkbar, daß Gott alle menschlichen Geschicke lenke, wenn er nicht der Schöpfer der Welt wäre. Und anderseits kann niemand im Ernste glauben, daß die Welt von Gott gemacht ist, ohne zugleich überzeugt zu sein, daß Gott für seine Geschöpfe sorgt. Eben deshalb ist es in bester Ordnung, wenn David uns beides nacheinander zeigt. Im allgemeinen lehren auch die Philosophen und begreift es der Menschengeist, daß alle Teile der Welt gewissermaßen durch eine geheime Einge­bung Gottes Bestand haben. Indessen vermögen sie nicht zu der Höhe vorzudringen, zu der David gelangt und zu der er alle Frommen mit hinaufführt: „Es wartet alles auf dich, Herr, daß du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit; du gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gut gesättigt; verbirgst du dein Angesicht, so erschrecken sie; du nimmst weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder zu Staub; du lässest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und du er­neuerst die Gestalt der Erde“ (Ps. 104,27ff.). Mögen die Philosophen auch dem Satz des Paulus zustimmen: „in ihm leben, weben und sind wir“ (Apg. 17,28),</itunes:summary>
		<itunes:author>Johannes Calvin</itunes:author>
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