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	<title>Johannes Calvin &#187; Schöpfung</title>
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	<itunes:author>Johannes Calvin</itunes:author>
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		<title>Johannes Calvin &#187; Schöpfung</title>
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		<title>Verstand und Wille als eigentliche Grundkräfte (Institutio 1-15-07)</title>
		<link>http://www.calvinismus.ch/institutio/verstand-und-wille-als-eigentliche-grundkrafte-institutio-1-15-07/</link>
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		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 00:00:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Didier</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zusammenfassung die Philosophen, unwissend über den Abfall des Menschen, verwechseln zwei sehr verschiedene Zustände des Menschen die menschliche Seele besteht aus zwei Vermögen Verstand: unterscheidet zwischen Gegenstände, um sie anzunehmen oder abzulehnen &#8211; handelt also wie ein Führer oder ein Herrscher der Seele Wille: wählt und folgt, was der Verstand als gut anerkennt und meidet, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Zusammenfassung</strong></em></p>
<ol>
<li>die Philosophen, unwissend über den Abfall des Menschen, verwechseln zwei sehr verschiedene Zustände des Menschen</li>
<li>die menschliche Seele besteht aus zwei Vermögen
<ol>
<li><strong>Verstand</strong>: unterscheidet zwischen Gegenstände, um sie anzunehmen oder abzulehnen &#8211; handelt also wie ein Führer oder ein Herrscher der Seele</li>
<li><strong>Wille</strong>: wählt und folgt, was der Verstand als gut anerkennt und meidet, was er ablehnt &#8211; beachtet die Entscheidung des Verstandes und wartet auf eine Urteil des Verstandes nach seinen Begehren</li>
</ol>
</li>
<li>gleichwertige Ausdrücke: Philosophen unterscheiden zwischen Verstand und Sinnesneigungen, wir schliessen die Sinnesneigungen im Verstand ein. Wir ersetzen auch das Wort &#8220;Wille &#8221; für den philosophischen Gebrauch des Wortes &#8220;Begehren&#8221;.</li>
</ol>
<p><em><strong>Text</strong></em></p>
<p>Aber eben weil die Philosophen nichts von der Verderbnis der Natur wissen, wie sie aus der Strafe für den Abfall entsprungen ist, und weil sie auf diese Weise zwei sehr verschiedene Zustände („Stände“, status) des Menschen aufs verkehrteste durcheinan­derwerfen, deshalb müssen wir von dieser Lehrart ein wenig abweichen. So stellen wir also fest: in der Menschenseele sind zwei Vermögen (partes), die zu unserer jetzigen Lehraufgabe sehr wohl passen, nämlich Verstand und Wille (intellectus et voluntas). Als Aufgabe des Verstandes wollen wir ansehen: unter den Gegen­ständen zu unterscheiden, je nachdem ihnen Billigung oder Mißbilligung zuzukom­men scheint, als Aufgabe des Willens: das zu erwählen und dem nachzugehen, was der Verstand für gut erkannt hat, das zu verachten und dem aus dem Wege zu gehen, was er verworfen hat (so Platon im Phaidros). Dabei sollen uns die Kleinlich­keiten des Aristoteles nicht aufhalten, der meint, das Gemüt (Verstand, mens) habe an sich gar keine Bewegung, sondern das Bewegende sei das Wahlvermögen (electio), das er auch „begehrenden Verstand“ nennt. Um nicht bei überflüssigen Fragen zu verweilen, soll uns die Feststellung genügen, daß der Verstand sozusagen der Führer und Lenker der Seele ist, der Wille dagegen stets auf seinen Wink achtet und sein Urteil bei seinen Wünschen abwartet. In diesem Sinne lehrt der gleiche Aristoteles, im Begehren sei das Fliehen und Nachjagen etwas Ähnliches wie das Verneinen und Bejahen im Gemüt (in mente, Nik. Ethik, VI,2). Wie zuverlässig nun aber fer­ner diese Leitung des Verstandes über den Willen ist, das werden wir später sehen. Hier wollen wir nur feststellen, daß in der Seele keine Fähigkeit zu finden ist, die sich nicht mit Recht einer der beiden Grundvermögen (Verstand und Wille) zuordnen ließe. So ordnen wir auch die Sinnesneigungen (sensus) dem Verstande unter; an­dere machen da eine Unterscheidung und sagen, die Sinne neigten zum Vergnügen, während dagegen der Verstand dem Guten folgte, so daß also aus der Regung des Sinnes Begierde und Lust entstünde, aus der des Verstandes aber der Wille. Ander­seits verwende ich statt des Begriffs Begehrungsvermögen (appetitus), den jene vorziehen, lieber den Ausdruck „Wille“, weil er gebräuchlicher ist.</p>
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		<itunes:subtitle>Zusammenfassung  die Philosophen, unwissend über den Abfall des Menschen, verwechseln zwei sehr verschiedene Zustände des Menschen   die menschliche Seele besteht aus zwei Vermögen  Verstand: unterscheidet zwischen Gegenstände,</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Zusammenfassung

	die Philosophen, unwissend über den Abfall des Menschen, verwechseln zwei sehr verschiedene Zustände des Menschen
	die menschliche Seele besteht aus zwei Vermögen

	Verstand: unterscheidet zwischen Gegenstände, um sie anzunehmen oder abzulehnen - handelt also wie ein Führer oder ein Herrscher der Seele
	Wille: wählt und folgt, was der Verstand als gut anerkennt und meidet, was er ablehnt - beachtet die Entscheidung des Verstandes und wartet auf eine Urteil des Verstandes nach seinen Begehren


	gleichwertige Ausdrücke: Philosophen unterscheiden zwischen Verstand und Sinnesneigungen, wir schliessen die Sinnesneigungen im Verstand ein. Wir ersetzen auch das Wort &quot;Wille &quot; für den philosophischen Gebrauch des Wortes &quot;Begehren&quot;.

Text

Aber eben weil die Philosophen nichts von der Verderbnis der Natur wissen, wie sie aus der Strafe für den Abfall entsprungen ist, und weil sie auf diese Weise zwei sehr verschiedene Zustände („Stände“, status) des Menschen aufs verkehrteste durcheinan­derwerfen, deshalb müssen wir von dieser Lehrart ein wenig abweichen. So stellen wir also fest: in der Menschenseele sind zwei Vermögen (partes), die zu unserer jetzigen Lehraufgabe sehr wohl passen, nämlich Verstand und Wille (intellectus et voluntas). Als Aufgabe des Verstandes wollen wir ansehen: unter den Gegen­ständen zu unterscheiden, je nachdem ihnen Billigung oder Mißbilligung zuzukom­men scheint, als Aufgabe des Willens: das zu erwählen und dem nachzugehen, was der Verstand für gut erkannt hat, das zu verachten und dem aus dem Wege zu gehen, was er verworfen hat (so Platon im Phaidros). Dabei sollen uns die Kleinlich­keiten des Aristoteles nicht aufhalten, der meint, das Gemüt (Verstand, mens) habe an sich gar keine Bewegung, sondern das Bewegende sei das Wahlvermögen (electio), das er auch „begehrenden Verstand“ nennt. Um nicht bei überflüssigen Fragen zu verweilen, soll uns die Feststellung genügen, daß der Verstand sozusagen der Führer und Lenker der Seele ist, der Wille dagegen stets auf seinen Wink achtet und sein Urteil bei seinen Wünschen abwartet. In diesem Sinne lehrt der gleiche Aristoteles, im Begehren sei das Fliehen und Nachjagen etwas Ähnliches wie das Verneinen und Bejahen im Gemüt (in mente, Nik. Ethik, VI,2). Wie zuverlässig nun aber fer­ner diese Leitung des Verstandes über den Willen ist, das werden wir später sehen. Hier wollen wir nur feststellen, daß in der Seele keine Fähigkeit zu finden ist, die sich nicht mit Recht einer der beiden Grundvermögen (Verstand und Wille) zuordnen ließe. So ordnen wir auch die Sinnesneigungen (sensus) dem Verstande unter; an­dere machen da eine Unterscheidung und sagen, die Sinne neigten zum Vergnügen, während dagegen der Verstand dem Guten folgte, so daß also aus der Regung des Sinnes Begierde und Lust entstünde, aus der des Verstandes aber der Wille. Ander­seits verwende ich statt des Begriffs Begehrungsvermögen (appetitus), den jene vorziehen, lieber den Ausdruck „Wille“, weil er gebräuchlicher ist.</itunes:summary>
		<itunes:author>Johannes Calvin</itunes:author>
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		<item>
		<title>Die Seele und ihre Fähigkeiten (Institutio 1-15-06)</title>
		<link>http://www.calvinismus.ch/institutio/die-seele-und-ihre-fahigkeiten-institutio-1-15-06/</link>
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		<pubDate>Wed, 20 Jan 2010 00:00:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Didier</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Institutio]]></category>
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		<description><![CDATA[Zusammenfassung von allen Philosophen kam nur Plato nahe an ein Verständnis des körperlosen Wesens der Seele Das Wesen der Seele in der Bibel körperloses Wesen wohnt im Körper als das belebende Prinzip wie in einem Haus die Suche des Menschen nach Gott ist der Beweis, dass er ein von Gott vernunftbegabtes Wesen ist Widersprüche in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Zusammenfassung</strong></em></p>
<ol>
<li>von allen Philosophen kam nur Plato nahe an ein Verständnis des körperlosen Wesens der Seele</li>
<li>Das Wesen der Seele in der Bibel
<ol>
<li>körperloses Wesen</li>
<li>wohnt im Körper als das belebende Prinzip wie in einem Haus</li>
<li>die Suche des Menschen nach Gott ist der Beweis, dass er ein von Gott vernunftbegabtes Wesen ist</li>
<li>Widersprüche in der Seele entstehen nicht, weil der Mensch von zwei Seelen bewohnt ist (wie manche Philosophen behaupten), sondern von der verderbten Natur des Menschen</li>
</ol>
</li>
<li>die Fähigkeiten der Seelen nach den Philosophen
<ol>
<li>Themistius von Platon</li>
<li>Aristoteles (Ethik): Aufteilung der Seele in begehrende (ohne Vernunft, aber ihr folgende) und verstehende Seele (durch sie beteiligt sich an der Vernunft)</li>
<ol>
<li>Sinnen</li>
<li>Vernunft</li>
<li>Begehren</li>
</ol>
<li>Drei Prinzipien der Handlung</li>
<li>diese Ansichten, obwohl wahrscheinlich, sind zu verworren für unseren Zweck</li>
</ol>
</li>
</ol>
<p><em><strong>Text</strong></em></p>
<p lang="de-CH">Es wäre töricht, eine Bestimmung des Wesens der Seele von den Philosophen zu entlehnen. Denn außer Platon hat sie fast keiner von ihnen wirklich als unsterb­liches Wesen (substantia immortalis) anerkannt. Zwar reden auch andere Sokratiker davon; aber keiner lehrt es deutlich, weil keiner recht davon überzeugt war! Platons Meinung ist deshalb die richtigere, weil er Gottes Ebenbild in der Seele er­kennt. Andere heften ihre Kräfte und Anlagen (potentiae et facultates) dermaßen an das gegenwärtige Leben, daß sie außer dem Körper schließlich nichts übriglassen.</p>
<p lang="de-CH">Wir haben nun unserseits bereits gelehrt, daß die Seele unkörperlich ist. Nun ist zu beachten, daß sie zwar nicht in einem bestimmten Raum eingeschlossen, aber dennoch mit dem Körper verbunden ist und in ihm wie in einer Herberge wohnt. Nicht nur so, daß sie alle seine Teile belebt und seine Organe für ihre Wirksamkeit geschickt und brauchbar macht, sondern sie übt die Vorherrschaft in der Führung des Menschenlebens aus, und das nicht nur hinsichtlich der Pflichten des irdischen Lebens, sondern um den Menschen zugleich zur Verehrung Gottes zu reizen. Obwohl das letztere in der Verderbnis nicht deutlich zu bemerken ist, so bleiben doch die Spuren selbst den Lastern eingedrückt. Woher haben denn die Menschen die große Sorge um ihren guten Namen als aus Scham? Woher aber stammt wiederum die Scham an­ders als aus der Ehrfurcht vor dem, was recht ist? Und die kommt wieder aus der Erkenntnis, daß sie dazu geboren sind, die Gerechtigkeit hochzuhalten — worin der Keim der Religion eingeschloffen ist! Denn wie ohne allen Zweifel der Mensch zum Trachten nach dem himmlischen Leben (ad caelestis vitae meditationem) geschaffen wurde, so wurde ihm auch sicherlich eine Kenntnis davon mit eingepflanzt. Auch würde ja dem Menschen wahrlich der herrlichste Gebrauch des Verstandes (intelligentia) abgehen, wenn ihm die Seligkeit unbekannt wäre, deren Vollendung in der Vereinigung mit Gott besteht. Deshalb ist es auch die wichtigste Wirksamkeit der Seele, nach dieser Seligkeit zu trachten, und je mehr einer danach strebt, Gott näher zu kommen, desto mehr beweist er, daß er mit Vernunft begabt ist.</p>
<p lang="de-CH">Manche meinen, der Mensch habe mehrere Seelen, eine empfindende und eine denkende. Aber obwohl sie scheinbar etwas der Wahrheit Nahestehendes vor­bringen, müssen wir doch ihre Meinung, weil ihre Gründe keine Beweiskraft haben, ablehnen, sofern wir uns nicht mit leichtfertigen und unnützen Dingen plagen wollen. So sagen sie, es sei ein großer Widerstreit zwischen den Regungen der Leibeswerkzeuge und dem vernünftigen Teil der Seele. Als ob nicht auch die Vernunft selber mit sich uneinig wäre und ihre Erwägungen und Beschlüsse wie feindliche Heere einander Schlachten lieferten! Aber diese Verworrenheit stammt doch aus der Ver­derbnis der Natur, und deshalb ist es verkehrt, daraus, daß die Anlagen nicht das gebotene Gleichmaß untereinander halten, gleich zu folgern, es gäbe (im Menschen) zwei Seelen.</p>
<p lang="de-CH">Über diese Anlagen selbst feinsinnige Untersuchungen anzustellen, überlasse ich in­dessen den Philosophen; uns kann zur Auferbauung der Frömmigkeit eine einfache Beschreibung genügen. Was sie lehren, ist, das gebe ich zu, wahr und nicht bloß an­genehm zu erfahren, sondern notwendig zu wissen und von ihnen sehr geschickt zu­sammengebracht. Deshalb will ich keinen an ihrem Studium hindern, der danach be­gierig ist. Ich gebe also zunächst zu, daß es fünf Sinne gibt, die Platon übrigens Organe zu nennen vorzieht. Sie führen dem allgemeinen Empfinden (sensus communis) wie einem Behältnis alle Gegenstände zu (Platon, Theaetet). Dann folgt die Phantasie (phantasia): sie beurteilt das vom allgemeinen Empfinden Erfaßte. Danach kommt die Vernunft (ratio), der das allgemeine Urteil zusteht. Und endlich das Ge­müt (mens): es betrachtet mit festem und ruhigem Blick, was die Vernunft im Fluge zu durchfliegen pflegt. Ebenso entsprechen dem Gemüt, der Vernunft und der Phantasie als den drei erkennenden Fähigkeiten der Seele auch wiederum drei begehrende Fähigkeiten: der Wille, welcher begehrt, was Gemüt und Vernunft ihm darbieten; die Zürnkraft, welche an sich reißt, was Vernunft und Phan­tasie darreichen, und die Begehrkraft, welche annimmt, was ihr Phantasie und Sinne zuwerfen. Um diese Dinge sollte man sich nach meiner Meinung nicht gar zu sehr kümmern — wie wahr oder zum mindesten wahrscheinlich sie auch sein mö­gen. Ich fürchte nämlich, daß sie durch ihre Dunkelheit ohnehin mehr Verwirrung als Nutzen stiften könnten. Mancher möchte wohl die Anlagen der Seele anders ein­teilen: in eine begehrende Anlage, die, zwar selbst ohne Vernunft, doch der Vernunft und deren Leitung gehorsam ist, und eine verstehende, die selbst der Vernunft teil­haftig wäre (so Aristoteles, Nik. Ethik, I,13). Ich erhebe dagegen keinen wesent­lichen Einspruch. Auch würde ich nicht die Annahme von drei Grundkräften, nämlich Sinnen, Vernunft und Begehren, verwerfen (Aristoteles, Nik. Ethik, VI,2).</p>
<p lang="de-CH">Aber wir wollen lieber eine Einteilung wählen, die jeder begreifen kann — die kann man freilich von den Philosophen sicherlich nicht entlehnen! Denn wenn diese ganz schlicht reden wollen, so teilen sie die Seele in Begehren und Denken ein und teilen dann wieder jedes in zwei Stücke. Den Verstand nennen sie einerseits „beschau­lich“ (contemplativus), sofern er, mit der Erkenntnis allein zufrieden, gar keinen Antrieb zum Handeln empfindet (Themistius, De anima &#8230;) — was wieder Cicero mit dem Begriff „Selbstgeist“ (ingenium) meint ausdrücken zu können. Andererseits nennt man ihn auch „praktisch“ (practicus), sofern er nämlich vermöge der Erkennt­nis des Guten und Bösen den Willen in verschiedener Weise anregt. Darunter ge­hört auch das Wissen um die gute und rechte Lebensführung. Das Begehren aber teilt man in Willen und Begierde (voluntas et concupiscentia) ein. Dabei redet man vom Willen (bulesis), sofern der Trieb (den sie „horme“ nennen) der Ver­nunft gehorcht, von der leidenschaftlichen Begierde (pathos) dagegen, wo der Trieb das Joch der Vernunft abschüttelt und ungebändigt ausbricht. In allen Fällen nimmt man also im Menschen die Vernunft als das an, wodurch er sich selbst recht regieren könnte!</p>
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		<itunes:summary>Zusammenfassung

	von allen Philosophen kam nur Plato nahe an ein Verständnis des körperlosen Wesens der Seele
	Das Wesen der Seele in der Bibel

	körperloses Wesen
	wohnt im Körper als das belebende Prinzip wie in einem Haus
	die Suche des Mens...</itunes:summary>
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		<title>Die Menschenseele ist von Gott geschaffen, aber nicht etwa Ausfluss seines Wesens (Institutio 1-15-05)</title>
		<link>http://www.calvinismus.ch/institutio/die-menschenseele-ist-von-gott-geschaffen-aber-nicht-etwa-ausfluss-seines-wesens-institutio-1-15-05/</link>
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		<pubDate>Tue, 19 Jan 2010 00:00:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Didier</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Buch 1 Kapitel 15]]></category>
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		<category><![CDATA[Irrlehre]]></category>
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		<description><![CDATA[Zusammenfassung Servet belebte die abwegige manichäische Vorstellung wieder, dass die Seele des Menschen ein Teil der Gottheit sei; dies ist abzulehnen durch die Tatsache der sündhaften menschlichen Natur und durch die Einheit des Wesens Gottes Osiander glaubte, dass das Ebenbild Gottes im Menschen in der Gegenwart Gottes wesentlicher Gerechtigkeit bestand, dies ist auch blosser Manichäismus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Zusammenfassung</strong></em></p>
<ol>
<li>Servet belebte die abwegige manichäische Vorstellung wieder, dass die Seele des Menschen ein Teil der Gottheit sei; dies ist abzulehnen durch die Tatsache der sündhaften menschlichen Natur und durch die Einheit des Wesens Gottes</li>
<li>Osiander glaubte, dass das Ebenbild Gottes im Menschen in der Gegenwart Gottes wesentlicher Gerechtigkeit bestand, dies ist auch blosser Manichäismus</li>
<li>Paulus lehrte, dass die Seele des Menschen nicht in seinem Wesen Gott ähnlich sei, sondern durch die Kraft des Heiligen Geistes.</li>
</ol>
<p><em><strong>Text</strong></em></p>
<p>Bevor ich weitergehe, muß ich aber noch gegen den Wahnwitz der Manichäer angehen, den heutzutage Servet wieder zu erneuern versucht hat. Wenn es da heißt, Gott habe dem Menschen einen lebendigen Odem in seine Nase gehaucht (Gen. 2,7), so meinten sie, die Seele sei ein Ausfluß des Grundwesens Gottes, als ob also ein Teil der unermeßlichen Gottheit auf den Menschen übergegangen sei! Es läßt sich nun aber leicht darlegen, was für grobe und schändliche Widersinnigkeiten dieser teuflische Irrtum mit sich bringt. Denn wenn die Seele des Menschen ein Ausfluß aus Gottes Wesen ist, so folgt, daß Gottes Natur der Veränderlichkeit und gar der Leidenschaft unterworfen ist, ja sogar der Unwissenheit, niedrigen Begierden, der Schwäche und allen Lastern! Denn es ist doch nichts unbeständiger als der Mensch, weil die widerstrebenden Regungen seine Seele hin und her bewegen und in der ver­schiedensten Weise auseinanderzerren. Oft täuscht ihn Unwissenheit, selbst den ge­ringsten Anfechtungen unterliegt er, ja wir wissen, daß die Seele selbst ein Sumpf und eine Herberge alles Schmutzes ist. Und das alles müßte man der Natur Gottes zuschreiben, wenn man annehmen wollte, die Seele stamme aus Gottes Wesen oder sei ein verborgener Ausfluß der Gottheit! Wer sollte sich bei einer solchen Un­geheuerlichkeit nicht entsetzen! Zwar sagt uns Paulus mit Recht nach Aratus, wir seien „seines Geschlechts“ (Apg. 17,28). Aber doch nicht etwa im Wesen, sondern nach der Beschaffenheit — eben sofern uns Gott mit göttlichen Gaben geziert hat! Auch ist es ja ausbündiger Unsinn, des Schöpfers Wesen zu zerstückeln, daß jeder ei­nen Teil besitze! Es muß also festgestellt werden: obwohl Gottes Ebenbild der Seele eingeprägt ist, so ist sie doch geschaffen, ebenso wie die Engel. Schöpfung aber ist nicht Ausfluß (göttlichen Wesens), sondern Anfang eines Wesens aus dem Nichts. Auch wenn der Geist von Gott gegeben ist und, nachdem er aus dem Fleische ausge­wandert, zu ihm zurückkehrt, so kann man doch keineswegs gleich sagen, er sei aus Gottes Grundwesen (substantia) entnommen. Auch in diesem Stück ist Osiander über all seinen Träumereien auf den gottlosen Irrtum verfallen, Gottes Ebenbild im Menschen nicht ohne die wesenhafte Gerechtigkeit (sine essentiali justitia) anzuerkennen, — als ob uns Gott in der unermeßlichen Kraft seines Geistes nur dann sich gleichförmig machen könnte, wenn Christus wesenhaft in uns überginge! Mögen nun einige Leute dieses Blendwerk auch noch so schon färben, — sie werden doch die Augen verständiger Leser nie so verblenden, daß sie etwa den manichäischen Irrtum nicht herausmerkten. Auch wo Paulus von der Erneuerung des Ebenbildes redet, da zeigen seine Worte deutlich, daß der Mensch nicht durch Überfließen des Grundwe­sens (der „Substanz“), sondern durch die Gnade und Kraft des Geistes Gott gleichgestaltet wird. Denn er sagt, daß wir, indem wir Christi Herrlichkeit anschauen, gleichwie vom Geiste des Herrn in dasselbe Bild verwandelt werden (2. Kor. 3,18). Und dieser Geist wirkt gewiß so in uns, daß er uns nicht etwa mit Gott gleichen Wesens macht!</p>
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		<itunes:subtitle>Zusammenfassung  Servet belebte die abwegige manichäische Vorstellung wieder, dass die Seele des Menschen ein Teil der Gottheit sei; dies ist abzulehnen durch die Tatsache der sündhaften menschlichen Natur und durch die Einheit des Wesens Gottes </itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Zusammenfassung

	Servet belebte die abwegige manichäische Vorstellung wieder, dass die Seele des Menschen ein Teil der Gottheit sei; dies ist abzulehnen durch die Tatsache der sündhaften menschlichen Natur und durch die Einheit des Wesens Gottes
	Osiander glaubte, dass das Ebenbild Gottes im Menschen in der Gegenwart Gottes wesentlicher Gerechtigkeit bestand, dies ist auch blosser Manichäismus
	Paulus lehrte, dass die Seele des Menschen nicht in seinem Wesen Gott ähnlich sei, sondern durch die Kraft des Heiligen Geistes.

Text

Bevor ich weitergehe, muß ich aber noch gegen den Wahnwitz der Manichäer angehen, den heutzutage Servet wieder zu erneuern versucht hat. Wenn es da heißt, Gott habe dem Menschen einen lebendigen Odem in seine Nase gehaucht (Gen. 2,7), so meinten sie, die Seele sei ein Ausfluß des Grundwesens Gottes, als ob also ein Teil der unermeßlichen Gottheit auf den Menschen übergegangen sei! Es läßt sich nun aber leicht darlegen, was für grobe und schändliche Widersinnigkeiten dieser teuflische Irrtum mit sich bringt. Denn wenn die Seele des Menschen ein Ausfluß aus Gottes Wesen ist, so folgt, daß Gottes Natur der Veränderlichkeit und gar der Leidenschaft unterworfen ist, ja sogar der Unwissenheit, niedrigen Begierden, der Schwäche und allen Lastern! Denn es ist doch nichts unbeständiger als der Mensch, weil die widerstrebenden Regungen seine Seele hin und her bewegen und in der ver­schiedensten Weise auseinanderzerren. Oft täuscht ihn Unwissenheit, selbst den ge­ringsten Anfechtungen unterliegt er, ja wir wissen, daß die Seele selbst ein Sumpf und eine Herberge alles Schmutzes ist. Und das alles müßte man der Natur Gottes zuschreiben, wenn man annehmen wollte, die Seele stamme aus Gottes Wesen oder sei ein verborgener Ausfluß der Gottheit! Wer sollte sich bei einer solchen Un­geheuerlichkeit nicht entsetzen! Zwar sagt uns Paulus mit Recht nach Aratus, wir seien „seines Geschlechts“ (Apg. 17,28). Aber doch nicht etwa im Wesen, sondern nach der Beschaffenheit — eben sofern uns Gott mit göttlichen Gaben geziert hat! Auch ist es ja ausbündiger Unsinn, des Schöpfers Wesen zu zerstückeln, daß jeder ei­nen Teil besitze! Es muß also festgestellt werden: obwohl Gottes Ebenbild der Seele eingeprägt ist, so ist sie doch geschaffen, ebenso wie die Engel. Schöpfung aber ist nicht Ausfluß (göttlichen Wesens), sondern Anfang eines Wesens aus dem Nichts. Auch wenn der Geist von Gott gegeben ist und, nachdem er aus dem Fleische ausge­wandert, zu ihm zurückkehrt, so kann man doch keineswegs gleich sagen, er sei aus Gottes Grundwesen (substantia) entnommen. Auch in diesem Stück ist Osiander über all seinen Träumereien auf den gottlosen Irrtum verfallen, Gottes Ebenbild im Menschen nicht ohne die wesenhafte Gerechtigkeit (sine essentiali justitia) anzuerkennen, — als ob uns Gott in der unermeßlichen Kraft seines Geistes nur dann sich gleichförmig machen könnte, wenn Christus wesenhaft in uns überginge! Mögen nun einige Leute dieses Blendwerk auch noch so schon färben, — sie werden doch die Augen verständiger Leser nie so verblenden, daß sie etwa den manichäischen Irrtum nicht herausmerkten. Auch wo Paulus von der Erneuerung des Ebenbildes redet, da zeigen seine Worte deutlich, daß der Mensch nicht durch Überfließen des Grundwe­sens (der „Substanz“), sondern durch die Gnade und Kraft des Geistes Gott gleichgestaltet wird. Denn er sagt, daß wir, indem wir Christi Herrlichkeit anschauen, gleichwie vom Geiste des Herrn in dasselbe Bild verwandelt werden (2. Kor. 3,18). Und dieser Geist wirkt gewiß so in uns, daß er uns nicht etwa mit Gott gleichen Wesens macht!</itunes:summary>
		<itunes:author>Johannes Calvin</itunes:author>
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		<title>Das eigentliche Wesen des Ebenbildes ist was die Schrift von seiner Erneuerung durch Christus sagt (Institutio 1-15-04)</title>
		<link>http://www.calvinismus.ch/institutio/das-eigentliche-wesen-des-ebenbildes-ist-was-die-schrift-von-seiner-erneuerung-durch-christus-sagt-institutio-1-15-04/</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Jan 2010 00:00:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Didier</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Buch 1 Kapitel 15]]></category>
		<category><![CDATA[Institutio]]></category>
		<category><![CDATA[Anthropologie]]></category>
		<category><![CDATA[Schöpfung]]></category>

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		<description><![CDATA[Zusammenfassung eine vollständige Definition des &#8220;Ebenbildes&#8221; sollte in den spezifisch menschlichen Fähigkeiten gesucht werden, und besonders in denen, die durch Christus im Menschen wiederhergestellt worden sind. Durch Adams Abfall wurde Gottes Ebenbild nicht völlig zerstört, sondern schrecklich entstellt. daher kehren wir zu dem in Christus erneuerten Menschen Aspekte dieser Erneuerung nach Paulus Erkenntnis rechtschaffende Gerechtigkeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Zusammenfassung</strong></em></p>
<ol>
<li>eine vollständige Definition des &#8220;Ebenbildes&#8221; sollte in den spezifisch menschlichen Fähigkeiten gesucht werden, und besonders in denen, die durch Christus im Menschen wiederhergestellt worden sind.
<ol>
<li>Durch Adams Abfall wurde Gottes Ebenbild nicht völlig zerstört, sondern schrecklich entstellt.</li>
<li>daher kehren wir zu dem in Christus erneuerten Menschen</li>
</ol>
</li>
<li>Aspekte dieser Erneuerung nach Paulus
<ol>
<li>Erkenntnis</li>
<li>rechtschaffende Gerechtigkeit und Heiligkeit</li>
</ol>
</li>
<li>Gottes Ebenbild bestand in der Vollkommenheit der menschlichen Natur, die vor dem Fall in Adam strahlte, wurde jedoch später so verdorben und fast ausgelöscht, dass nichts mehr seit dem Verderben bleibt, ausser dem, was verwirrt, verstümmelt oder krank ist. Daher erscheint es teilweise in den Erwählten, insofern sie im Geist wiedergeboren wurden; die vollkommene Pracht wird aber erst im Himmel wiederhergestellt.</li>
<li>um Teile dieses Ebenbildes zu erkennen, müssen wir die Fähigkeiten der Seelen besprechen.</li>
</ol>
<p><em><strong>Text</strong></em></p>
<p lang="de-CH">Indessen scheint mir die Beschreibung des Ebenbildes doch noch unvoll­kommen zu sein, wenn nicht noch klarer hervortritt, was das denn für Anlagen sind, durch die der Mensch sich auszeichnet und in denen man einen Spiegel der Herrlichkeit Gottes erkennen muß. Das kann man aber am besten aus der Wieder­herstellung der verderbten Natur erkennen. Denn Adam ist unzweifelhaft mit seinem Abfall von Gott entfremdet worden. Selbst wenn wir also zugeben, das Ebenbild Gottes sei in ihm nicht ganz erloschen oder zerstört worden, so war es doch derart verderbt, daß alles etwa übrigbleibende nur grausige Entstellung war! wenn wir also das Heil wiedergewinnen, so beginnt das mit der Erneuerung, die wir durch Christus empfangen, der ja auch aus dem Grunde der zweite Adam heißt, weil er uns zu wahrer und bleibender Unschuld zurückbringt. Freilich stellt Paulus den lebendigmachenden Geist, den Christus den Gläubigen zuteil werden läßt, der „lebendigen Seele“ gegenüber, zu welcher Adam geschaffen wurde (1. Kor. 15,45). Er zeigt damit, daß in der Wiedergeburt ein reicheres Maß der Gnade liegt; aber er hebt damit doch nicht den zweiten Hauptpunkt auf, nämlich daß der Zweck der Wiedergeburt darin besteht, daß uns Christus zum Ebenbild Gottes er­neuere. Deshalb spricht er an anderer Stelle auch aus, der neue Mensch werde ge­mäß dem Ebenbilde dessen erneuert, der ihn geschaffen hat (Kol. 3,10). Dem ent­spricht auch die Forderung: „Ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist“ (Eph. 4,24). Jetzt wollen wir zusehen, was Paulus vornehmlich unter dieser Erneuerung versteht.</p>
<p lang="de-CH">An erster Stelle nennt er die Erkenntnis, an zweiter die rechtschaffene Gerechtigkeit und Heiligkeit. Daraus ergibt sich nun, daß im Anfang das Ebenbild Gottes in der Erleuchtung des Geistes, in der Aufrichtigkeit des Her­zens und in der Vollkommenheit des ganzen Menschen zu erblicken war. Dabei gebe ich zu, daß Paulus hier andeutend redet; aber der Grundsatz kann doch nicht umge­stoßen werden: was in der Erneuerung des Ebenbildes Gottes an erster Stelle steht, das muß auch in der Schöpfung selbst das wesentlichste gewesen sein. Dahin gehört auch der Satz: „Nun aber spiegelt sich in uns allen des Herrn Klarheit mit aufge­decktem Angesicht, und wir werden verklärt in dasselbe Bild &#8230;“ (2. Kor. 3,18). Daraus können wir sehen: Christus ist das vollkommenste Ebenbild Gottes, ihm sollen wir gleichgestaltet und dadurch derart erneuert werden, daß wir in wahrer Frömmigkeit, Gerechtigkeit, Reinheit und Erkenntnis das Ebenbild Gottes tragen. Stellt man das fest, so ist es mit jener Phantasterei des Osiander vom Urbild des Leibes von selbst vorbei. Die Stelle bei Paulus aber, in welcher allein der Mann Ebenbild und Abglanz Gottes heißt und die Frau von dieser Würde und Ehre ausge­schlofssen wird (1. Kor. 11,7), bezieht sich nach dem Zusammenhang offenbar auf die bürgerliche Ordnung (ad ordinem politicum). Daß nun unter dem Ebenbilde, das wir erwähnten, alles zu begreifen ist, was sich auf das geistliche, ewige Leben bezieht, das glaube ich ausreichend gezeigt zu haben. Auch Johannes bezeugt es mit anderen Worten, wenn er sagt, das Leben, das im Anfang im ewigen Worte war, sei das Licht der Menschen gewesen (Joh. 1,4). Denn er hat die Absicht, die einzigartige Gnade Gottes zu rühmen, die den Menschen gegenüber allen sonstigen Lebewesen auszeichnet, und ihn so von allem Gemeinen abzusondern, weil er ja nicht bloß das gewöhnliche Leben erlangt hat, sondern noch dazu das Licht der Erkenntnis; und da­mit zeigt er zugleich, wieso denn der Mensch zum Ebenbilde Gottes geschaffen wor­den ist. Das Ebenbild Gottes ist also die ursprünglich hervorragende Stellung der menschlichen Natur, die in Adam vor dem Fall hell erstrahlte, danach aber derart verderbt, ja schier zerstört worden ist, daß aus dem Untergang nur noch Verworrenes, Verstümmeltes und Beflecktes übriggeblieben ist. Eben dieses Ebenbild wird jetzt in den Erwählten, sofern sie aus dem Geiste wiedergeboren sind, teilweise wieder sichtbar, seinen vollen Glanz aber wird es im Himmel bekommen!</p>
<p lang="de-CH">Um recht zu erfahren, in welchen Stücken dies Ebenbild Gottes besteht, müssen wir von den Fähigkeiten der Seele reden. Denn Augustins gedankenspielerische Mei­nung, die Seele sei ein Spiegel der Dreieinigkeit, weil in ihr Verstand, Wille und Gedächtnis wohnten, ist ohne Bestand (Von der Dreieinigkeit, Buch 10; Vom Gottes­staat, Buch 11). Ebensowenig Zustimmung kann die Meinung finden, das Bild Gottes bestehe in der dem Menschen übertragenen Herrschergewalt, als ob nur dies Merk­mal eine Ähnlichkeit mit Gott enthalte, daß der Mensch zum Erben und Besitzer aller Dinge eingesetzt ist. Denn Gottes Bild muß doch in und bei, nicht aber außer dem Menschen gesucht werden, ja, es ist ein innerlicher Schatz der Seele.</p>
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		<itunes:subtitle>Zusammenfassung  eine vollständige Definition des &quot;Ebenbildes&quot; sollte in den spezifisch menschlichen Fähigkeiten gesucht werden, und besonders in denen, die durch Christus im Menschen wiederhergestellt worden sind. - </itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Zusammenfassung

	eine vollständige Definition des &quot;Ebenbildes&quot; sollte in den spezifisch menschlichen Fähigkeiten gesucht werden, und besonders in denen, die durch Christus im Menschen wiederhergestellt worden sind.

	Durch Adams Abfall wurde Gottes Ebenbild nicht völlig zerstört, sondern schrecklich entstellt.
	daher kehren wir zu dem in Christus erneuerten Menschen


	Aspekte dieser Erneuerung nach Paulus

	Erkenntnis
	rechtschaffende Gerechtigkeit und Heiligkeit


	Gottes Ebenbild bestand in der Vollkommenheit der menschlichen Natur, die vor dem Fall in Adam strahlte, wurde jedoch später so verdorben und fast ausgelöscht, dass nichts mehr seit dem Verderben bleibt, ausser dem, was verwirrt, verstümmelt oder krank ist. Daher erscheint es teilweise in den Erwählten, insofern sie im Geist wiedergeboren wurden; die vollkommene Pracht wird aber erst im Himmel wiederhergestellt.
	um Teile dieses Ebenbildes zu erkennen, müssen wir die Fähigkeiten der Seelen besprechen.

Text
Indessen scheint mir die Beschreibung des Ebenbildes doch noch unvoll­kommen zu sein, wenn nicht noch klarer hervortritt, was das denn für Anlagen sind, durch die der Mensch sich auszeichnet und in denen man einen Spiegel der Herrlichkeit Gottes erkennen muß. Das kann man aber am besten aus der Wieder­herstellung der verderbten Natur erkennen. Denn Adam ist unzweifelhaft mit seinem Abfall von Gott entfremdet worden. Selbst wenn wir also zugeben, das Ebenbild Gottes sei in ihm nicht ganz erloschen oder zerstört worden, so war es doch derart verderbt, daß alles etwa übrigbleibende nur grausige Entstellung war! wenn wir also das Heil wiedergewinnen, so beginnt das mit der Erneuerung, die wir durch Christus empfangen, der ja auch aus dem Grunde der zweite Adam heißt, weil er uns zu wahrer und bleibender Unschuld zurückbringt. Freilich stellt Paulus den lebendigmachenden Geist, den Christus den Gläubigen zuteil werden läßt, der „lebendigen Seele“ gegenüber, zu welcher Adam geschaffen wurde (1. Kor. 15,45). Er zeigt damit, daß in der Wiedergeburt ein reicheres Maß der Gnade liegt; aber er hebt damit doch nicht den zweiten Hauptpunkt auf, nämlich daß der Zweck der Wiedergeburt darin besteht, daß uns Christus zum Ebenbild Gottes er­neuere. Deshalb spricht er an anderer Stelle auch aus, der neue Mensch werde ge­mäß dem Ebenbilde dessen erneuert, der ihn geschaffen hat (Kol. 3,10). Dem ent­spricht auch die Forderung: „Ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist“ (Eph. 4,24). Jetzt wollen wir zusehen, was Paulus vornehmlich unter dieser Erneuerung versteht.
An erster Stelle nennt er die Erkenntnis, an zweiter die rechtschaffene Gerechtigkeit und Heiligkeit. Daraus ergibt sich nun, daß im Anfang das Ebenbild Gottes in der Erleuchtung des Geistes, in der Aufrichtigkeit des Her­zens und in der Vollkommenheit des ganzen Menschen zu erblicken war. Dabei gebe ich zu, daß Paulus hier andeutend redet; aber der Grundsatz kann doch nicht umge­stoßen werden: was in der Erneuerung des Ebenbildes Gottes an erster Stelle steht, das muß auch in der Schöpfung selbst das wesentlichste gewesen sein. Dahin gehört auch der Satz: „Nun aber spiegelt sich in uns allen des Herrn Klarheit mit aufge­decktem Angesicht, und wir werden verklärt in dasselbe Bild ...“ (2. Kor. 3,18). Daraus können wir sehen: Christus ist das vollkommenste Ebenbild Gottes, ihm sollen wir gleichgestaltet und dadurch derart erneuert werden, daß wir in wahrer Frömmigkeit, Gerechtigkeit, Reinheit und Erkenntnis das Ebenbild Gottes tragen. Stellt man das fest, so ist es mit jener Phantasterei des Osiander vom Urbild des Leibes von selbst vorbei. Die Stelle bei Paulus aber, in welcher allein der Mann Ebenbild und Abglanz Gottes heißt und die Frau von dieser Würde und Ehre ausge­schlofssen wird (1. Kor. 11,7), bezieht sich nach dem Zusammenhang offenbar auf die bürgerliche Ordnung (ad ordinem politicum). Daß nun unter dem Ebenbilde, das wir erwähnten, alles zu begreifen ist,</itunes:summary>
		<itunes:author>Johannes Calvin</itunes:author>
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		<title>Vom Ebenbilde Gottes im Menschen (Institutio 1-15-03)</title>
		<link>http://www.calvinismus.ch/institutio/vom-ebenbilde-gottes-im-menschen-institutio-1-15-03/</link>
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		<pubDate>Sun, 17 Jan 2010 00:00:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Didier</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Institutio]]></category>
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		<description><![CDATA[Zusammenfassung abgesehen vom äusserlichen und leiblichen Beweis (aufrechter Gang zum Beispiel) oder die menschliche Andersartigkeit hinsichtlich der Tiere und die Ähnlichkeit mit Gott haben wir einen noch zwingenderen Beweis, dass der Mensch in Gottes Ebenbilde erschaffen wurde, das ist seine geistige Natur Andreas Osiander&#8217;s Behauptung, dass wir Gott in Seele und Körper ähnlich sind, ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Zusammenfassung</strong></em></p>
<ol>
<li>abgesehen vom äusserlichen und leiblichen Beweis (aufrechter Gang zum Beispiel) oder die menschliche Andersartigkeit hinsichtlich der Tiere und die Ähnlichkeit mit Gott haben wir einen noch zwingenderen Beweis, dass der Mensch in Gottes Ebenbilde erschaffen wurde, das ist seine geistige Natur</li>
<li><a href='http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas Osiander' target='_blank'>Andreas Osiander&#8217;s</a> Behauptung, dass wir Gott in Seele und Körper ähnlich sind, ist absurd</li>
<li>der Frage des Ebenbild/Ähnlichkeit
<ol>
<li>es gibt keinen Unterschied zwischen diesen beiden Wörter, wie es doch manche Übersetzer behaupten, es gibt eher Parallelen im Hebräischen</li>
<li>der Mensch wird hinsichtlich seiner Seele Gottes Ebenbild genannt, obwohl diese Ähnlichkeit mit Gott seine ganze Überlegenheit über andere Geschöpfe mit einschliesst.</li>
<li>Ebenbild/Ähnlichkeit drückt die Reinheit aus, mit der Adam am Anfang erschaffen wurde
<ol>
<li>rechte Vernunft</li>
<li>Neigungen, die der Vernunft entsprechen</li>
<li>alle Empfindungen waren aufs beste geordnet</li>
<li>alle Gaben wurde als Gaben Gottes erkannt</li>
</ol>
</li>
</ol>
</li>
<li>obwohl der Sitz des göttlichen Ebenbildes hauptsächlich im Verstand und im Herzen liegt, oder in der Seele mit seinen Kräften, trotzdem gibt es keinen Teil des Menschen, nicht einmal seinen Körper, in dem nicht ein Funke der Herrlichkeit Gottes scheint</li>
</ol>
<p><em><strong>Text</strong></em></p>
<p lang="de-CH">Ein zuverlässiger Beweis für diese Wahrheit liegt auch darin, daß es vom Menschen heißt, er sei nachdem Ebenbilde Gottes geschaffen (Gen. 1,27). Nun strahlt gewiß auch am äußeren Menschen Gottes Herrlichkeit hervor; aber der eigentliche Sitz jenes Ebenbildes liegt doch zweifellos in der Seele. Ich leugne ge­wiß nicht, daß uns die äußere Gestalt, die uns von den Tieren unterscheidet und trennt, zugleich auch mit Gott verbindet. Auch will ich mich nicht ereifern, wenn jemand zum Ebenbild Gottes auch dies rechnet, daß, während die übrigen Lebe­wesen mit gesenktem Haupte zur Erde blicken, „hohes Antlitz dem Menschen verliehn ward, den Himmel zu schauen und zu den Sternen hinauf erhobene Blicke zu senden“ (Ovid). Nur muß das fest bestehen bleiben: das Bild Gottes, das an solch äußeren Merkmalen sichtbar hervorschimmert, ist geistlich. Osiander nämlich — der nach Ausweis seiner Schriften auf verkehrte Weise klug war — bezieht das Ebenbild Gottes so gut auf den Leib wie auf die Seele und wirft so Himmel und Erde durcheinander. Er sagt, Vater, Sohn und Heiliger Geist stellten im Menschen ihr Ebenbild dar; denn Christus wäre auch Mensch geworden, wenn Adam nicht ge­sündigt hätte. So wäre denn der Leib, den Christus einst annehmen sollte, das Vor- und Urbild für die leibliche Gestalt gewesen, die damals (in der Erschaffung des Menschen) gebildet wurde! Aber wo will Osiander finden, daß Christus (der doch Mensch gewordene!) auch das Ebenbild des Geistes sei? Gewißlich leuchtet in der Person des Mittlers die Herrlichkeit der ganzen Gottheit — aber wie sollte das ewige Wort zugleich Ebenbild des Geistes genannt werden können, dem es doch in der (trinitarischen) Ordnung vorangeht? Zudem wird ja die Unterscheidung zwischen Sohn und Geist aufgehoben, wenn Osiander den Sohn das Bild des Geistes nennt! Auch möchte ich dann gerne von Osiander wissen, wieso denn eigentlich Christus im Fleische, das er annahm, dem Geiste ähnlich sei, und mit was für Merkmalen oder Andeutungen er die Ähnlichkeit mit ihm beweise. Aber auch das: „Lasset uns Men­schen machen“ (Gen. 1,26) ist ja auch ein solcher des Sohnes — und nach Osiander müßte dieser dann sein eigenes Ebenbild sein, was aller Vernunft zuwider wäre! Dazu kommt, daß — wenn man die Phantasien des Osiander übernehmen wollte! — der Mensch nur nach dem Urbild und Vorbild des Menschen Christus geschaffen worden wäre; und so wäre denn Christus, sofern er das Fleisch annehmen sollte, das Urbild, aus welchem Adam genommen wurde. Die Schrift aber lehrt ganz an­ders: sie sagt, er sei zu Gottes Ebenbild erschaffen worden! Andere verstehen die Sache so: Adam sei zum Ebenbilde Gottes geschaffen worden, weil er Christus, der das einzige Ebenbild Gottes ist, gleichförmig war. Diese spitzfindige Redeweise hat mehr Farbe; aber auch in ihr steckt nichts Ordentliches.</p>
<p lang="de-CH">Weiter herrscht eine erhebliche Uneinigkeit über die Begriffe „Ebenbild“ (imago) und „Gleichnis, Ähnlichkeit“ (similitudo). Die Ausleger suchen nämlich zwischen beiden Ausdrücken einen Unterschied, der gar nicht da ist. Einzig ist „Gleichnis“ zur näheren Erläuterung von „Ebenbild“ gesetzt. Erstlich wissen wir doch, daß bei den Hebräern Wiederholungen üblich sind, die doch nur dasselbe zweimal sagen. Und zweitens ist auch in der Sache selbst keinerlei Zweideutigkeit: der Mensch heißt Gottes „Ebenbild“, weil er eben Gott „ähnlich“ ist! Da­her machen sich die Leute lächerlich, die betreffs dieser Namen eine spitzfindige Philosophie entwickeln. Die einen meinen, das Wort „Zelem“ (also Ebenbild, imago) beziehe sich auf das Grundwesen der Seele, während „Demuth“ (d.h. Gleichnis, Ähnlichkeit, similitudo) die Eigenschaften betreffe. Andere versuchen den Unterschied wieder anders zu beschreiben. Die Sache ist doch so: Gott hat be­schlossen, den Menschen „nach seinem Ebenbilde“ zu schaffen; dieser Ausdruck ist vielleicht etwas schwerverständlich; so wiederholt er: „zum Gleichnis, zur Ähn­lichkeit“, als wollte er sagen: ich will einen Menschen machen, der mich wie in einem Ebenbilde darstellt, und zwar vermöge der ihm eingeprägten Merkmale der Ähnlichkeit! Deshalb setzt auch Mose, da er dieselbe Sache noch einmal erwähnt (Gen. 1,27), zweimal „Ebenbild Gottes“, ohne wieder „Ähnlichkeit“ zu brauchen! Ganz abgeschmackt ist es aber, wenn Osiander behauptet, es heiße hier nicht etwa bloß ein Teil des Menschen, etwa die Seele mit ihren Fähigkeiten, Ebenbild Gottes, sondern der ganze Adam, der doch seinen Namen von der Erde empfing, aus der er genommen war! Jeder verständige Leser wird mit mir urteilen, daß dies eben abgeschmackt ist! Denn wenn auch der ganze Mensch sterblich genannt wird, so ist deshalb die Seele doch nicht dem Tode unterworfen, und wenn anderseits der ganze Mensch ein vernünftiges Wesen heißt, so bezieht sich Vernunft und verstand doch nicht auch auf seinen Körper! Obgleich also der Mensch nicht die Seele ist, so ist es doch nicht widersinnig, wenn er um seiner Seele willen Ebenbild Gottes genannt wird — wobei ich freilich an dem oben entwickelten Grundsatz festhalte, daß sich Gottes Bild auf die ganze Vorzugsstellung erstreckt, welche die Natur des Menschen gegenüber allen anderen Arten von Lebewesen genießt. Deshalb bezieht sich also die­ser Ausdruck (Ebenbild) auf die ursprüngliche Reinheit, die Adam besaß, als sein Verstand völlig richtig war, seine Neigungen der Vernunft entsprachen, alle seine Empfindungen aufs beste geordnet waren und er tatsächlich in seinen ausgezeichneten Gaben die Herrlichkeit seines Schöpfers hervortreten ließ! Aber so gewiß der Sitz des göttlichen Ebenbildes vornehmlich in Gemüt und Herz, in der Seele und ihren Anlagen sich befand, so wenig gab es irgend etwas an ihm, einschließlich des Kör­pers, in dem nicht gewisse Fünklein davon aufgeleuchtet wären. Es treten ja sicher­lich in allen Teilen der Welt gewisse Andeutungen der Herrlichkeit Gottes hervor: wenn nun aber Gottes Ebenbild im Menschen dargestellt ist, so liegt darin offen­kundig ein stillschweigender Unterschied beschlossen, der den Menschen über alle an­dere Kreatur hinaushebt und sozusagen von deren großer Masse trennt. Nun ist ge­wiß auch nicht zu leugnen, daß die Engel zu Gottes Bild geschaffen sind; denn nach Christi Zeugnis besteht ja unsere höchste Vollkommenheit darin, ihnen gleich zu werden (Matth. 22,30). Aber Mose hat doch recht, wenn er an dieser besonderen Auszeichnung Gottes Gnade gegen uns besonders preist, zumal da er ja bloß die sicht­baren Geschöpfe mit dem Menschen vergleicht.</p>
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		<itunes:subtitle>Zusammenfassung  abgesehen vom äusserlichen und leiblichen Beweis (aufrechter Gang zum Beispiel) oder die menschliche Andersartigkeit hinsichtlich der Tiere und die Ähnlichkeit mit Gott haben wir einen noch zwingenderen Beweis,</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Zusammenfassung

	abgesehen vom äusserlichen und leiblichen Beweis (aufrechter Gang zum Beispiel) oder die menschliche Andersartigkeit hinsichtlich der Tiere und die Ähnlichkeit mit Gott haben wir einen noch zwingenderen Beweis, dass der Mensch in Gottes Ebenbilde erschaffen wurde, das ist seine geistige Natur
	{de:Andreas Osiander}&#039;s Behauptung, dass wir Gott in Seele und Körper ähnlich sind, ist absurd
	der Frage des Ebenbild/Ähnlichkeit

	es gibt keinen Unterschied zwischen diesen beiden Wörter, wie es doch manche Übersetzer behaupten, es gibt eher Parallelen im Hebräischen
	der Mensch wird hinsichtlich seiner Seele Gottes Ebenbild genannt, obwohl diese Ähnlichkeit mit Gott seine ganze Überlegenheit über andere Geschöpfe mit einschliesst.
	Ebenbild/Ähnlichkeit drückt die Reinheit aus, mit der Adam am Anfang erschaffen wurde

	rechte Vernunft
	Neigungen, die der Vernunft entsprechen
	alle Empfindungen waren aufs beste geordnet
	alle Gaben wurde als Gaben Gottes erkannt




	obwohl der Sitz des göttlichen Ebenbildes hauptsächlich im Verstand und im Herzen liegt, oder in der Seele mit seinen Kräften, trotzdem gibt es keinen Teil des Menschen, nicht einmal seinen Körper, in dem nicht ein Funke der Herrlichkeit Gottes scheint

Text
Ein zuverlässiger Beweis für diese Wahrheit liegt auch darin, daß es vom Menschen heißt, er sei nachdem Ebenbilde Gottes geschaffen (Gen. 1,27). Nun strahlt gewiß auch am äußeren Menschen Gottes Herrlichkeit hervor; aber der eigentliche Sitz jenes Ebenbildes liegt doch zweifellos in der Seele. Ich leugne ge­wiß nicht, daß uns die äußere Gestalt, die uns von den Tieren unterscheidet und trennt, zugleich auch mit Gott verbindet. Auch will ich mich nicht ereifern, wenn jemand zum Ebenbild Gottes auch dies rechnet, daß, während die übrigen Lebe­wesen mit gesenktem Haupte zur Erde blicken, „hohes Antlitz dem Menschen verliehn ward, den Himmel zu schauen und zu den Sternen hinauf erhobene Blicke zu senden“ (Ovid). Nur muß das fest bestehen bleiben: das Bild Gottes, das an solch äußeren Merkmalen sichtbar hervorschimmert, ist geistlich. Osiander nämlich — der nach Ausweis seiner Schriften auf verkehrte Weise klug war — bezieht das Ebenbild Gottes so gut auf den Leib wie auf die Seele und wirft so Himmel und Erde durcheinander. Er sagt, Vater, Sohn und Heiliger Geist stellten im Menschen ihr Ebenbild dar; denn Christus wäre auch Mensch geworden, wenn Adam nicht ge­sündigt hätte. So wäre denn der Leib, den Christus einst annehmen sollte, das Vor- und Urbild für die leibliche Gestalt gewesen, die damals (in der Erschaffung des Menschen) gebildet wurde! Aber wo will Osiander finden, daß Christus (der doch Mensch gewordene!) auch das Ebenbild des Geistes sei? Gewißlich leuchtet in der Person des Mittlers die Herrlichkeit der ganzen Gottheit — aber wie sollte das ewige Wort zugleich Ebenbild des Geistes genannt werden können, dem es doch in der (trinitarischen) Ordnung vorangeht? Zudem wird ja die Unterscheidung zwischen Sohn und Geist aufgehoben, wenn Osiander den Sohn das Bild des Geistes nennt! Auch möchte ich dann gerne von Osiander wissen, wieso denn eigentlich Christus im Fleische, das er annahm, dem Geiste ähnlich sei, und mit was für Merkmalen oder Andeutungen er die Ähnlichkeit mit ihm beweise. Aber auch das: „Lasset uns Men­schen machen“ (Gen. 1,26) ist ja auch ein solcher des Sohnes — und nach Osiander müßte dieser dann sein eigenes Ebenbild sein, was aller Vernunft zuwider wäre! Dazu kommt, daß — wenn man die Phantasien des Osiander übernehmen wollte! — der Mensch nur nach dem Urbild und Vorbild des Menschen Christus geschaffen worden wäre; und so wäre denn Christus, sofern er das Fleisch annehmen sollte, das Urbild, aus welchem Adam genommen wurde. Die Schrift aber lehrt ganz an­ders: sie sagt, er sei zu Gottes Ebenbild erschaffen worden! Andere verstehen die Sache so: Adam sei zum Ebenbilde Gottes geschaffen worden, weil er Christus, der das einzige Ebenbild Gottes ist,</itunes:summary>
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	</item>
		<item>
		<title>Leib und Seele in ihrer Verschiedenheit (Institutio 1-15-02)</title>
		<link>http://www.calvinismus.ch/institutio/leib-und-seele-in-ihrer-verschiedenheit-institutio-1-15-02/</link>
		<comments>http://www.calvinismus.ch/institutio/leib-und-seele-in-ihrer-verschiedenheit-institutio-1-15-02/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 00:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Didier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch 1]]></category>
		<category><![CDATA[Buch 1 Kapitel 15]]></category>
		<category><![CDATA[Institutio]]></category>
		<category><![CDATA[Anthropologie]]></category>
		<category><![CDATA[Schöpfung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.calvinismus.ch/?p=1058</guid>
		<description><![CDATA[Zusammenfassung Definition von Seele und Geist Seele: das unsterblich, jedoch erschaffene Wesen des Menschen, sein nobelster Teil Geist: ein Synonym für &#8220;Seele&#8221;, ausser wenn die zwei Wörter gleichzeitig verwendet werden gebräuchliche Beweise für den göttlichen und unsterblichen Charakter der Seele als Wesen, getrennt vom Körper Bewusstsein der Unsterblichkeit Gewissen: erkannt durch unser Gefühl der Schuld, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Zusammenfassung</strong></em></p>
<ol>
<li>Definition von Seele und Geist
<ol>
<li><strong>Seele</strong>: das unsterblich, jedoch erschaffene Wesen des Menschen, sein nobelster Teil</li>
<li><strong>Geist</strong>: ein Synonym für &#8220;Seele&#8221;, ausser wenn die zwei Wörter gleichzeitig verwendet werden</li>
</ol>
</li>
<li>gebräuchliche Beweise für den göttlichen und unsterblichen Charakter der Seele als Wesen, getrennt vom Körper
<ol>
<li>Bewusstsein der Unsterblichkeit</li>
<li>Gewissen: erkannt durch unser Gefühl der Schuld, Angst und so weiter</li>
<li>grossartige Gaben mit denen der menschliche Geist ausgestattet wurde</li>
<li>der Schlaf und die Träume</li>
</ol>
</li>
<li>biblische Beweise in diesem Sinne</li>
</ol>
<p><em><strong>Text</strong></em></p>
<p lang="de-CH">Weiterhin muß außer allem Streite stehen, daß der Mensch aus Seele und Leib besteht. Dabei verstehe ich unter „Seele“ ein unsterbliches, wenn auch geschaffenes Wesen, das des Menschen edlerer Teil ist. Oft wird sie auch „Geist“ genannt, und obwohl diese beiden Namen, wenn sie nebeneinanderstehen, von verschiedener Be­deutung sind, so bedeutet doch „Geist“, wenn das Wort allein auftritt, dasselbe wie „Seele“. So redet zum Beispiel Salomo vom Tode und sagt, dann kehre „der Geist“ zu Gott zurück, der ihn gegeben habe (Pred. 12,7). Auch Christus befiehlt dem Vater seinen „Geist“ (Luk. 23,46), ebenso Stephanus Christo (Apg. 7,58), und dar­unter verstehen sie nichts anderes, als daß, wenn die Seele aus dem Sklavenhaus des Fleisches erlöst ist, Gott immerdar ihr Hüter sei. Einige meinen zwar, die Seele hieße „Geist“, weil sie ein Hauch oder eine Kraft von Gott sei, die er den Körpern eingeflößt habe und die selbst kein eigenes Wesen besitze. Aber die Sache selbst wie auch die ganze Schrift zeigt, daß dies grober Unsinn ist. Gewiß, weil die Men­schen gar zu sehr an der Erde hängen, so werden sie schwachsichtig, ja, in ihrer Ent­fremdung von dem Vater des Lichts in Finsternis verblendet, so daß sie kaum noch ein Fortleben nach dem Tode anzunehmen vermögen. Aber unterdessen ist das Licht noch nicht so sehr in der Finsternis erloschen, daß sie nicht eine Ahnung der Unsterb­lichkeit berührte! Denn das Gewissen, das in seiner Unterscheidung zwischen Gut und Böse dem Gericht Gottes entspricht, ist ein unbezweifelbares Zeichen für die Unsterb­lichkeit des Menschengeistes (immortalitatis spiritus). Wie sollte auch eine bloße Regung ohne jedes eigene Wesen vor Gottes Richterstuhl dringen und aus der Ge­wißheit der Verschuldung heraus in Schrecken geraten? Auch kann nicht etwa der Leib von der Furcht vor geistlicher Strafe ergriffen werden, sondern die trifft bloß die Seele, und daraus folgt, daß sie ein eigenes Wesen besitzt. Ja, schon die Erkennt­nis Gottes beweist zur Genüge, daß ein Geist, der sich über die Welt erhebt, unsterb­lich ist, weil zur Quelle des Lebens keine wesenlose Kraft vordringen könnte. Schließ­lich ist doch auch des Menschen Gemüt so voller herrlicher Gaben, die laut zeugen, daß ihm etwas Göttliches eingegraben sei — und diese Gaben sind allesamt Zeug­nisse für die Unsterblichkeit. Denn das Empfinden, das in den vernunftlosen Tieren wohnt, geht nicht über den Körper hinaus und erstreckt sich wenigstens nicht weiter als bis auf die ihm unmittelbar sich darbietenden Gegenstände. Der Menschengeist aber durchforscht in seiner Beweglichkeit Himmel und Erde und die Geheimnisse der Natur, und wenn er alle Jahrhunderte mit Verstand und Gedächtnis (intellectu et memoria) erfaßt hat, ordnet er alles einzelne ein, schließt aus dem Vergangenen das Zukünftige — und beweist eben dadurch, daß im Menschen etwas verborgen liegt, das vom Leibe verschieden ist. Wir können den unsichtbaren Gott und die Engel mit unserem Verstande denken; auch das steht dem Körper keineswegs zu! Das Rechte, Gute, Anständige, das doch körperlichen Sinnen verborgen ist, vermögen wir zu erfassen. Deshalb muß der Sitz solchen Erfassens der Geist sein. Selbst der Schlaf, der den Menschen betäubt und ihm fast das Leben zu nehmen scheint, ist ein klarer Zeuge für die Unsterblichkeit. Denn er drängt uns Gedanken an Dinge auf, die nie ge­schehen sind, ja, selbst Ahnungen der Zukunft. Ich berühre diese Dinge nur kurz: selbst heidnische Schriftsteller erheben sie gewaltig in glänzender Rede; bei den Frommen wird freilich die schlichte Erwähnung genügen.</p>
<p lang="de-CH">Wäre die Seele nicht ein selbständiges Wesen, vom Körper unterschieden, so könnte die Schrift nicht sagen, wir wohnten in Lehmhütten, wanderten im Tode aus dem Zelt des Fleisches hinaus, zögen aus, was verweslich ist, um dann am Jüngsten Tage den Lohn davonzutragen, je nachdem ein jeglicher gehandelt hat bei Leibes­leben. Denn diese Schriftstellen und ähnliche, wie sie oft genug vorkommen, unter­scheiden die Seele doch gewiß ganz deutlich vom Leibe, ja, sie geben auch der Seele den Namen „Mensch“ und zeigen dadurch klar, daß sie der hervorragendste Teil ist. Wenn dann Paulus die Gläubigen ermahnt, sie sollten sich reinigen von aller Unreinigkeit des Fleisches und des Geistes (2. Kor. 7,1), so stellt er damit fest, daß es zwei Bereiche gibt, in denen der Schmutz der Sünde wohnt. Auch dies: Petrus nennt Christum den „Hirten und Hüter der Seelen“ (1. Petr. 2,25), — und das wäre ja ganz verkehrt, wenn es nicht Seelen gäbe, an denen er solches Amt ausüben könnte! Auch wäre es, wenn die Seele gar kein eigenes Wesen hätte, sinnlos, daß er vom ewigen Heil der Seele spricht (1. Petr. 1,9), oder auch, daß er den Befehl gibt, die Seelen zu reinigen, und sagt, die bösen Lüste stritten wider die Seele (1. Petr. 2,11). Ungereimt wäre es dann auch, daß der Verfasser des Hebräerbriefs schreibt, die Hirten ständen auf der Wacht, um Rechenschaft ablegen zu können über unsere Seelen (Hebr. 13,17). In derselben Richtung geht es, daß Paulus Gott zum Zeugen „auf“ seine „Seele“ anruft (2. Kor. 1,23); denn sie würde vor Gott gar nicht beschuldigt werden können, wenn sie nicht straffähig wäre. Noch deutlicher drückt sich das in den Worten Christi aus, man solle den fürchten, der, nachdem er den Leib getötet hätte, auch die Seele in das höllische Feuer werfen könne (Matth. 10,28; Luk. 12,5). Und wenn der Verfasser des Hebräerbriefs unsere leiblichen Väter von Gott unterscheidet, der „der Vater der Geister“ ist (Hebr. 12,9), so konnte er die eigene Wesenhaftigkeit der Seele gar nicht deutlicher behaupten. Wenn ferner die Seele nach ihrer Befreiung aus dem Sklavenhause des Körpers nicht bestehen bliebe, so wäre es widersinnig, daß Christus davon redet, die Seele des Lazarus ge­nieße Freude in Abrahams Schoß, und anderseits, die Seele des Reichen leide Pein in ihrer Qual (Luk. 16,22ff.). Dem stimmt wiederum Paulus bei, wenn er sagt, wir wallten ferne vom Herrn, solange wir im Fleische wohnen, feine Gegenwart aber würden wir außer dem Fleische genießen (2. Kor. 5,6.8). Ich will aber in die­ser klaren Sache nicht zu ausführlich reden. Nur noch dies: bei Lukas hören wir doch, daß es zu den Irrtümern der Sadduzäer gehörte, das Dasein von Geistern und Engeln zu bestreiten (Apg. 23,8).</p>
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			<itunes:keywords>Anthropologie,Schöpfung</itunes:keywords>
		<itunes:subtitle>Zusammenfassung  Definition von Seele und Geist  Seele: das unsterblich, jedoch erschaffene Wesen des Menschen, sein nobelster Teil   Geist: ein Synonym für &quot;Seele&quot;, ausser wenn die zwei Wörter gleichzeitig verwendet werden </itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Zusammenfassung

	Definition von Seele und Geist

	Seele: das unsterblich, jedoch erschaffene Wesen des Menschen, sein nobelster Teil
	Geist: ein Synonym für &quot;Seele&quot;, ausser wenn die zwei Wörter gleichzeitig verwendet werden


	gebräuchliche Beweise für den göttlichen und unsterblichen Charakter der Seele als Wesen, getrennt vom Körper

	Bewusstsein der Unsterblichkeit
	Gewissen: erkannt durch unser Gefühl der Schuld, Angst und so weiter
	grossartige Gaben mit denen der menschliche Geist ausgestattet wurde
	der Schlaf und die Träume


	biblische Beweise in diesem Sinne

Text
Weiterhin muß außer allem Streite stehen, daß der Mensch aus Seele und Leib besteht. Dabei verstehe ich unter „Seele“ ein unsterbliches, wenn auch geschaffenes Wesen, das des Menschen edlerer Teil ist. Oft wird sie auch „Geist“ genannt, und obwohl diese beiden Namen, wenn sie nebeneinanderstehen, von verschiedener Be­deutung sind, so bedeutet doch „Geist“, wenn das Wort allein auftritt, dasselbe wie „Seele“. So redet zum Beispiel Salomo vom Tode und sagt, dann kehre „der Geist“ zu Gott zurück, der ihn gegeben habe (Pred. 12,7). Auch Christus befiehlt dem Vater seinen „Geist“ (Luk. 23,46), ebenso Stephanus Christo (Apg. 7,58), und dar­unter verstehen sie nichts anderes, als daß, wenn die Seele aus dem Sklavenhaus des Fleisches erlöst ist, Gott immerdar ihr Hüter sei. Einige meinen zwar, die Seele hieße „Geist“, weil sie ein Hauch oder eine Kraft von Gott sei, die er den Körpern eingeflößt habe und die selbst kein eigenes Wesen besitze. Aber die Sache selbst wie auch die ganze Schrift zeigt, daß dies grober Unsinn ist. Gewiß, weil die Men­schen gar zu sehr an der Erde hängen, so werden sie schwachsichtig, ja, in ihrer Ent­fremdung von dem Vater des Lichts in Finsternis verblendet, so daß sie kaum noch ein Fortleben nach dem Tode anzunehmen vermögen. Aber unterdessen ist das Licht noch nicht so sehr in der Finsternis erloschen, daß sie nicht eine Ahnung der Unsterb­lichkeit berührte! Denn das Gewissen, das in seiner Unterscheidung zwischen Gut und Böse dem Gericht Gottes entspricht, ist ein unbezweifelbares Zeichen für die Unsterb­lichkeit des Menschengeistes (immortalitatis spiritus). Wie sollte auch eine bloße Regung ohne jedes eigene Wesen vor Gottes Richterstuhl dringen und aus der Ge­wißheit der Verschuldung heraus in Schrecken geraten? Auch kann nicht etwa der Leib von der Furcht vor geistlicher Strafe ergriffen werden, sondern die trifft bloß die Seele, und daraus folgt, daß sie ein eigenes Wesen besitzt. Ja, schon die Erkennt­nis Gottes beweist zur Genüge, daß ein Geist, der sich über die Welt erhebt, unsterb­lich ist, weil zur Quelle des Lebens keine wesenlose Kraft vordringen könnte. Schließ­lich ist doch auch des Menschen Gemüt so voller herrlicher Gaben, die laut zeugen, daß ihm etwas Göttliches eingegraben sei — und diese Gaben sind allesamt Zeug­nisse für die Unsterblichkeit. Denn das Empfinden, das in den vernunftlosen Tieren wohnt, geht nicht über den Körper hinaus und erstreckt sich wenigstens nicht weiter als bis auf die ihm unmittelbar sich darbietenden Gegenstände. Der Menschengeist aber durchforscht in seiner Beweglichkeit Himmel und Erde und die Geheimnisse der Natur, und wenn er alle Jahrhunderte mit Verstand und Gedächtnis (intellectu et memoria) erfaßt hat, ordnet er alles einzelne ein, schließt aus dem Vergangenen das Zukünftige — und beweist eben dadurch, daß im Menschen etwas verborgen liegt, das vom Leibe verschieden ist. Wir können den unsichtbaren Gott und die Engel mit unserem Verstande denken; auch das steht dem Körper keineswegs zu! Das Rechte, Gute, Anständige, das doch körperlichen Sinnen verborgen ist, vermögen wir zu erfassen. Deshalb muß der Sitz solchen Erfassens der Geist sein. Selbst der Schlaf, der den Menschen betäubt und ihm fast das Leben zu nehmen scheint, ist ein klarer Zeuge für die Unsterblichkeit. Denn er drängt uns Gedanken an Dinge auf, die nie ge­schehen sind, ja,</itunes:summary>
		<itunes:author>Johannes Calvin</itunes:author>
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		<title>Der Mensch ist makellos aus Gottes Hand hervorgegangen: deshalb darf er die Schuld für seine Sünde nicht auf den Schöpfer schieben (Institutio 1-15-01)</title>
		<link>http://www.calvinismus.ch/institutio/der-mensch-ist-makellos-aus-gottes-hand-hervorgegangen-deshalb-darf-er-die-schuld-fur-seine-sunde-nicht-auf-den-schopfer-schieben-institutio-1-15-01/</link>
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		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 00:00:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Didier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch 1]]></category>
		<category><![CDATA[Buch 1 Kapitel 15]]></category>
		<category><![CDATA[Institutio]]></category>
		<category><![CDATA[Anthropologie]]></category>
		<category><![CDATA[Schöpfung]]></category>

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		<description><![CDATA[Zusammenfassung warum sollte man über die Schöpfung des Menschen diskutieren? weil der Mensch das nobelste Beispiel von Gottes Gerechtigkeit, Weisheit und Güte ist weil die Selbsterkenntnis des Menschen wichtig ist, um zu einer klaren und vollständigen Gotteserkenntnis zu kommen die zwei Seiten der Selbsterkenntnis wie der Mensch war bei seiner Schöpfung (wird hier behandelt) wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Zusammenfassung</strong></em></p>
<ol>
<li>warum sollte man über die Schöpfung des Menschen diskutieren?
<ol>
<li>weil der Mensch das nobelste Beispiel von Gottes Gerechtigkeit, Weisheit und Güte ist</li>
<li>weil die Selbsterkenntnis des Menschen wichtig ist, um zu einer klaren und vollständigen Gotteserkenntnis zu kommen</li>
</ol>
</li>
<li>die zwei Seiten der Selbsterkenntnis
<ol>
<li>wie der Mensch war bei seiner Schöpfung (wird hier behandelt)</li>
<li>wie der Mensch wurde nach dem Sündenfall (wird später behandelt)</li>
</ol>
</li>
<li>unsere Absicht: Gottes Gerechtigkeit gegen jede Beschuldigung zu verteidigen</li>
</ol>
<p><em><strong>Text</strong></em></p>
<p>Es muß nun weiter auch von der Schöpfung des Menschen die Rede sein. Denn er ist unter allen Werken Gottes der edelste und sichtbarste Erweis seiner Gerechtigkeit, Weisheit und Güte. Und besonders kann ja, wie wir am Anfang ausführten, Gott von uns gar nicht rein und gewiß erkannt werden, wenn nicht wiederum die Selbsterkenntnis hinzukommt. Diese Selbsterkenntnis ist freilich von doppelter Art: wir müssen zunächst wissen, wie wir im Ursprung geschaffen waren, und dann auch, wie wir seit Adams Fall daran sind: — es würde uns nicht viel nutzen, von unserer Erschaffung zu wissen, wenn wir nicht all diesem schrecklichen Zerfall, in dem wir nun leben, die Verderbnis und Entstellung unserer Natur erkennten! Wir wollen aber trotzdem hier zunächst die Beschreibung unserer ursprünglich reinen (integrae) Na­tur vornehmen. Und es ist auch tatsächlich, ehe wir uns dem jämmerlichen Zustande des Menschen zuwenden, dem er heute unterworfen ist, durchaus der Mühe wert, ins Auge zu fassen, wie er denn eigentlich im Anfang geschaffen worden ist. Denn wir müssen uns sehr wohl vor dem Anschein hüten, als schrieben wir, indem wir bloß die natürliche Bosheit des Menschen genau darlegten, sie gar dem Urheber der Na­tur zu. Denn die Gottlosigkeit möchte sich allzugern mit diesem Vorwand verteidi­gen, wenn sie zu behaupten unternimmt, alles, was sie Böses in sich trage, das sei gewissermaßen von Gott ausgegangen — und sie zögert ja auch, wenn sie gestraft wird, keineswegs, mit Gott selber rechten zu wollen und ihm die Schuld zuzuschieben, deren sie mit Recht angeklagt wird. Und Leute, die auf den Schein frommeren Re­dens von der Gottheit Wert legen, suchen doch ihre Verkehrtheit gern mit der Natur zu entschuldigen und bedenken dabei gar nicht, daß sie damit auch Gott beschimp­fen — wenn auch etwas heimlicher! Denn es wäre doch eine Schande für ihn, wenn man beweisen könnte, an der Natur sei etwas Verkehrtes. Wir sehen also, wie das Fleisch nach allerlei Ausflüchten hascht, um dadurch nach seiner Meinung die Schuld von sich auf einen anderen wälzen zu können. Und dieser Bosheit müssen wir mit Fleiß entgegentreten. Deshalb muß man das menschliche Unheil so behandeln, daß von vornherein alle Auswege abgeschnitten sind und die Gerechtigkeit Gottes von jeder Anschuldigung frei bleibt. Später werden wir dann, wenn wir soweit sind, zusehen, wie weit wir Menschen von der Reinheit entfernt sind, die dem Adam ge­schenkt war. Vorerst müssen wir aber das bedenken: der Mensch ist aus Erde und Lehm genommen, und damit ist seinem Stolz ein Zügel angelegt; denn es wäre ja völlig widersinnig, wenn sich einer seiner hervorragenden Stellung rühmen wollte, der nicht nur in einer Lehmhütte seine Wohnstatt hat, sondern gar selbst zum Teil aus Erde und Asche ist! Freilich, Gott hat sich herbeigelassen, dieses irdene Gefäß lebendig zu machen (zu beseelen), und er hat es gar zum Wohnsitz eines unsterblichen Geistes ersehen. Solcher Großmut seines Schöpfers konnte sich Adam mit Recht rühmen!</p>
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		<itunes:subtitle>Zusammenfassung  warum sollte man über die Schöpfung des Menschen diskutieren?  weil der Mensch das nobelste Beispiel von Gottes Gerechtigkeit, Weisheit und Güte ist   weil die Selbsterkenntnis des Menschen wichtig ist,</itunes:subtitle>
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	warum sollte man über die Schöpfung des Menschen diskutieren?

	weil der Mensch das nobelste Beispiel von Gottes Gerechtigkeit, Weisheit und Güte ist
	weil die Selbsterkenntnis des Menschen wichtig ist, um zu einer klaren und vollständigen Gotteserkenntnis zu kommen


	die zwei Seiten der Selbsterkenntnis

	wie der Mensch war bei seiner Schöpfung (wird hier behandelt)
	wie der Mensch wurde nach dem Sündenfall (wird später behandelt)


	unsere Absicht: Gottes Gerechtigkeit gegen jede Beschuldigung zu verteidigen

Text

Es muß nun weiter auch von der Schöpfung des Menschen die Rede sein. Denn er ist unter allen Werken Gottes der edelste und sichtbarste Erweis seiner Gerechtigkeit, Weisheit und Güte. Und besonders kann ja, wie wir am Anfang ausführten, Gott von uns gar nicht rein und gewiß erkannt werden, wenn nicht wiederum die Selbsterkenntnis hinzukommt. Diese Selbsterkenntnis ist freilich von doppelter Art: wir müssen zunächst wissen, wie wir im Ursprung geschaffen waren, und dann auch, wie wir seit Adams Fall daran sind: — es würde uns nicht viel nutzen, von unserer Erschaffung zu wissen, wenn wir nicht all diesem schrecklichen Zerfall, in dem wir nun leben, die Verderbnis und Entstellung unserer Natur erkennten! Wir wollen aber trotzdem hier zunächst die Beschreibung unserer ursprünglich reinen (integrae) Na­tur vornehmen. Und es ist auch tatsächlich, ehe wir uns dem jämmerlichen Zustande des Menschen zuwenden, dem er heute unterworfen ist, durchaus der Mühe wert, ins Auge zu fassen, wie er denn eigentlich im Anfang geschaffen worden ist. Denn wir müssen uns sehr wohl vor dem Anschein hüten, als schrieben wir, indem wir bloß die natürliche Bosheit des Menschen genau darlegten, sie gar dem Urheber der Na­tur zu. Denn die Gottlosigkeit möchte sich allzugern mit diesem Vorwand verteidi­gen, wenn sie zu behaupten unternimmt, alles, was sie Böses in sich trage, das sei gewissermaßen von Gott ausgegangen — und sie zögert ja auch, wenn sie gestraft wird, keineswegs, mit Gott selber rechten zu wollen und ihm die Schuld zuzuschieben, deren sie mit Recht angeklagt wird. Und Leute, die auf den Schein frommeren Re­dens von der Gottheit Wert legen, suchen doch ihre Verkehrtheit gern mit der Natur zu entschuldigen und bedenken dabei gar nicht, daß sie damit auch Gott beschimp­fen — wenn auch etwas heimlicher! Denn es wäre doch eine Schande für ihn, wenn man beweisen könnte, an der Natur sei etwas Verkehrtes. Wir sehen also, wie das Fleisch nach allerlei Ausflüchten hascht, um dadurch nach seiner Meinung die Schuld von sich auf einen anderen wälzen zu können. Und dieser Bosheit müssen wir mit Fleiß entgegentreten. Deshalb muß man das menschliche Unheil so behandeln, daß von vornherein alle Auswege abgeschnitten sind und die Gerechtigkeit Gottes von jeder Anschuldigung frei bleibt. Später werden wir dann, wenn wir soweit sind, zusehen, wie weit wir Menschen von der Reinheit entfernt sind, die dem Adam ge­schenkt war. Vorerst müssen wir aber das bedenken: der Mensch ist aus Erde und Lehm genommen, und damit ist seinem Stolz ein Zügel angelegt; denn es wäre ja völlig widersinnig, wenn sich einer seiner hervorragenden Stellung rühmen wollte, der nicht nur in einer Lehmhütte seine Wohnstatt hat, sondern gar selbst zum Teil aus Erde und Asche ist! Freilich, Gott hat sich herbeigelassen, dieses irdene Gefäß lebendig zu machen (zu beseelen), und er hat es gar zum Wohnsitz eines unsterblichen Geistes ersehen. Solcher Großmut seines Schöpfers konnte sich Adam mit Recht rühmen!</itunes:summary>
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		<title>Die Betrachtung der Güte Gottes in der Schöpfung soll uns zu Dankbarkeit und Vertrauen führen (Institutio 1-14-22)</title>
		<link>http://www.calvinismus.ch/institutio/die-betrachtung-der-gute-gottes-in-der-schopfung-soll-uns-zu-dankbarkeit-und-vertrauen-fuhren-institutio-1-14-22/</link>
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		<pubDate>Thu, 14 Jan 2010 00:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Didier</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Buch 1 Kapitel 14]]></category>
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		<description><![CDATA[Zusammenfassung Erklärung des zweiten Teil der &#8220;Regel&#8221; (siehe vorherige Sektion): Gottes grosse Wohltaten für uns sollten uns anleiten, ihn im Gebet zu suchen, ihn zu preisen und zu lieben. anders auf seine Grosszügigkeit zu reagieren ist schiere Undankbarkeit Vertrauen, auf die künftigen Gaben Gottes; erkenne jede Wohltat an dir als ein Segen von ihm; erforsche, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Zusammenfassung</strong></em></p>
<ol>
<li>Erklärung des zweiten Teil der &#8220;Regel&#8221; (siehe vorherige Sektion): Gottes grosse Wohltaten für uns sollten uns anleiten, ihn im Gebet zu suchen, ihn zu preisen und zu lieben.</li>
<li>anders auf seine Grosszügigkeit zu reagieren ist schiere Undankbarkeit</li>
<li>Vertrauen, auf die künftigen Gaben Gottes; erkenne jede Wohltat an dir als ein Segen von ihm; erforsche, liebe und diene ihm von ganzem Herzen.</li>
</ol>
<p><em><strong>Text</strong></em></p>
<p>Nun bleibt noch das zweite Erfordernis, das dem Wesen des Glaubens noch näher steht. Wenn wir nämlich sehen, wie Gott alles uns zugut, uns zum Heil ge­ordnet hat, und wenn wir seine Macht und Gnade empfinden, die er an uns selber und an so vielen Gaben erzeigt, die er uns geschenkt hat, dann sollen wir uns eben dazu bringen lassen, ihm zu vertrauen, ihn anzurufen, ihn zu loben und zu lieben! Denn daß er alles um des Menschen willen geschaffen hat, das hat der Herr in der Reihenfolge seines Schaffens selbst gezeigt, wie ich oben bemerkte. Denn er hat nicht ohne Grund die Erschaffung der Welt auf sechs Tage verteilt; wäre es ihm doch ebenso leicht gewesen, das ganze Werk in einem Augenblick in aller Vollkommen­heit hinzustellen, wie in solchem allmählichen Fortschreiten zur Vollendung zu kom­men. Aber er wollte uns dadurch seine Vorsehung und väterliche Sorge erweisen, daß er, bevor er den Menschen schuf, alles bereitete, was ihm nach seiner Voraussicht nützlich und heilsam sein konnte. Was wäre das für eine Undankbarkeit, wenn wir an der Fürsorge dieses unendlich gütigen Vaters zweifeln wollten, der sich doch schon um uns gemüht hat, ehe denn wir geboren wurden! Was für eine Gottlosigkeit wäre es, wenn wir je mißtrauisch zittern wollten, es könnte uns etwa einmal in der Not seine Güte verlassen, die doch, wie wir bemerken, schon vor unserem Dasein sich im Überfluß aller Güter wirksam erwies! Dazu hören wir bei Mose, daß er uns in sei­ner Freigebigkeit auch alles Untertan gemacht hat, was in der Welt ist (Gen. 1,28; 9,2). Und das hat er gewiß nicht getan, um uns mit dem bloßen Schein einer Schen­kung zu täuschen. Es wird uns demnach nichts je abgehen, dessen wir zu unserem Heil bedürfen. Zum Schluß noch dies: sooft wir Gott den Schöpfer Himmels und der Erde nennen, soll uns auch zugleich das in den Sinn kommen, daß die Verwaltung alles dessen, was er gemacht hat, in seiner Hand und Macht liegt — daß aber wir seine Kinder sind, die er in seine Treue und Obhut genommen hat, um sie zu er­halten und aufzuziehen! Deshalb sollen wir die Fülle aller Güter von ihm allein er­warten und ihm gewißlich zutrauen, daß er uns nie an dem wird Mangel leiden lassen, was wir zum Heile brauchen — und so soll unsere Hoffnung an nichts ande­rem hängen als an ihm! Deshalb sollen wir aber auch, wenn wir irgend etwas wün­schen, unsere Blicke auf ihn allein richten, alles Gute, das uns zuteil wird, als seine Wohltat erkennen und ihm dafür Dank sagen! Und wir sollen aus allen diesen Grün­den, gezogen durch soviel liebliche Güte und Freundlichkeit, ihn von ganzem Herzen zu lieben und zu ehren uns befleißigen.</p>
]]></content:encoded>
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		<itunes:subtitle>Zusammenfassung  Erklärung des zweiten Teil der &quot;Regel&quot; (siehe vorherige Sektion): Gottes grosse Wohltaten für uns sollten uns anleiten, ihn im Gebet zu suchen, ihn zu preisen und zu lieben.   anders auf seine Grosszügigkeit zu reagieren ist schiere...</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Zusammenfassung

	Erklärung des zweiten Teil der &quot;Regel&quot; (siehe vorherige Sektion): Gottes grosse Wohltaten für uns sollten uns anleiten, ihn im Gebet zu suchen, ihn zu preisen und zu lieben.
	anders auf seine Grosszügigkeit zu reagieren ist schiere Undankbarkeit
	Vertrauen, auf die künftigen Gaben Gottes; erkenne jede Wohltat an dir als ein Segen von ihm; erforsche, liebe und diene ihm von ganzem Herzen.

Text

Nun bleibt noch das zweite Erfordernis, das dem Wesen des Glaubens noch näher steht. Wenn wir nämlich sehen, wie Gott alles uns zugut, uns zum Heil ge­ordnet hat, und wenn wir seine Macht und Gnade empfinden, die er an uns selber und an so vielen Gaben erzeigt, die er uns geschenkt hat, dann sollen wir uns eben dazu bringen lassen, ihm zu vertrauen, ihn anzurufen, ihn zu loben und zu lieben! Denn daß er alles um des Menschen willen geschaffen hat, das hat der Herr in der Reihenfolge seines Schaffens selbst gezeigt, wie ich oben bemerkte. Denn er hat nicht ohne Grund die Erschaffung der Welt auf sechs Tage verteilt; wäre es ihm doch ebenso leicht gewesen, das ganze Werk in einem Augenblick in aller Vollkommen­heit hinzustellen, wie in solchem allmählichen Fortschreiten zur Vollendung zu kom­men. Aber er wollte uns dadurch seine Vorsehung und väterliche Sorge erweisen, daß er, bevor er den Menschen schuf, alles bereitete, was ihm nach seiner Voraussicht nützlich und heilsam sein konnte. Was wäre das für eine Undankbarkeit, wenn wir an der Fürsorge dieses unendlich gütigen Vaters zweifeln wollten, der sich doch schon um uns gemüht hat, ehe denn wir geboren wurden! Was für eine Gottlosigkeit wäre es, wenn wir je mißtrauisch zittern wollten, es könnte uns etwa einmal in der Not seine Güte verlassen, die doch, wie wir bemerken, schon vor unserem Dasein sich im Überfluß aller Güter wirksam erwies! Dazu hören wir bei Mose, daß er uns in sei­ner Freigebigkeit auch alles Untertan gemacht hat, was in der Welt ist (Gen. 1,28; 9,2). Und das hat er gewiß nicht getan, um uns mit dem bloßen Schein einer Schen­kung zu täuschen. Es wird uns demnach nichts je abgehen, dessen wir zu unserem Heil bedürfen. Zum Schluß noch dies: sooft wir Gott den Schöpfer Himmels und der Erde nennen, soll uns auch zugleich das in den Sinn kommen, daß die Verwaltung alles dessen, was er gemacht hat, in seiner Hand und Macht liegt — daß aber wir seine Kinder sind, die er in seine Treue und Obhut genommen hat, um sie zu er­halten und aufzuziehen! Deshalb sollen wir die Fülle aller Güter von ihm allein er­warten und ihm gewißlich zutrauen, daß er uns nie an dem wird Mangel leiden lassen, was wir zum Heile brauchen — und so soll unsere Hoffnung an nichts ande­rem hängen als an ihm! Deshalb sollen wir aber auch, wenn wir irgend etwas wün­schen, unsere Blicke auf ihn allein richten, alles Gute, das uns zuteil wird, als seine Wohltat erkennen und ihm dafür Dank sagen! Und wir sollen aus allen diesen Grün­den, gezogen durch soviel liebliche Güte und Freundlichkeit, ihn von ganzem Herzen zu lieben und zu ehren uns befleißigen.</itunes:summary>
		<itunes:author>Johannes Calvin</itunes:author>
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		<item>
		<title>Wie sollen wir Gottes Werke betrachten? (Institutio 1-14-21)</title>
		<link>http://www.calvinismus.ch/institutio/wie-sollen-wir-gottes-werke-betrachten-institutio-1-14-21/</link>
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		<pubDate>Wed, 13 Jan 2010 00:00:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Didier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch 1]]></category>
		<category><![CDATA[Buch 1 Kapitel 14]]></category>
		<category><![CDATA[Institutio]]></category>
		<category><![CDATA[Schöpfung]]></category>

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		<description><![CDATA[Zusammenfassung wir haben weder das Fassungsvermögen noch die Zeit, zu beschreiben, wie Gottes Eigenschaften in der Schöpfung des Universums erkennbar sind; unsere Aufgabe ist eher zu zeigen, was es heisst, dass Gott der Schöpfer des Himmels und der Erde ist. die Regel: übersehe nicht in undankbarer Gedankenlosigkeit oder Vergesslichkeit jene unübersehbaren Gewalten, die Gott in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Zusammenfassung</strong></em></p>
<ol>
<li>wir haben weder das Fassungsvermögen noch die Zeit, zu beschreiben, wie Gottes Eigenschaften in der Schöpfung des Universums erkennbar sind; unsere Aufgabe ist eher zu zeigen, was es heisst, dass Gott der Schöpfer des Himmels und der Erde ist.</li>
<li>die Regel: übersehe nicht in undankbarer Gedankenlosigkeit oder Vergesslichkeit jene unübersehbaren Gewalten, die Gott in seiner Schöpfung zu erkennen gibt; lerne die Regel an uns selbst anzuwenden, auf dass unsere Herzen berührt werde.</li>
</ol>
<p><em><strong>Text</strong></em></p>
<p>Auch der Zweck und der wesentliche Gesichtspunkt für eine Betrachtung der Werke Gottes bedarf keiner eingehenden Erörterung. Denn es war ja an anderer Stelle bereits ausführlicher davon die Rede, und im Zusammenhang der jetzigen Er­wägung sind nur wenige Worte erforderlich. Wahrlich, wollte man würdig dar­stellen, wie Gottes unaussprechliche Weisheit, Macht, Gerechtigkeit und Güte am Gebäu der Welt sichtbar wird, so würde kein Glanz der Rede, keine Zier der Darlegung der Größe der Sache entsprechen. Unzweifelhaft hat der Herr gewollt, daß wir in solch heiliger Erwägung immerzu verharren. Und deshalb sollen wir jenen unermeßlichen Reichtum seiner Weisheit, Gerechtigkeit, Güte und Macht, wie wir sie in aller Kreatur gleichwie in einem Spiegel betrachten, nicht etwa bloß mit flüch­tigem Blick und sozusagen mit leerer Anschauung durcheilen, sondern wir sollen bei solcher Erkenntnis lange verweilen, sie ernstlich und getreulich im Herzen bewegen und uns je und je ihrer erinnern. Aber wir sind jetzt in lehrhafter Arbeit begriffen, und da müssen wir übergehen, was eigentlich eine weitläufige Rede erforderte. Ich will mich kurz fassen: der Leser wird dann gewißlich in rechtem Glauben erkennen, was es eigentlich heißt, daß Gott der Schöpfer Himmels und der Erde ist, wenn er erstens der allgemeingültigen Regel folgt, an der Macht und Güte, die Gott in seiner Kreatur offenbar werden läßt, nicht mit undankbarer Gedankenlosigkeit und Vergeßlichkeit vorbeizugehen, und wenn er zweitens diese Erkenntnis so auf sich anzuwenden weiß, daß sie ihn im Innersten ergreift! Folgen wir der ersten Regel, so werden wir z. B. überlegen, welch ein Künstler es doch sein mußte, der die Unzahl der Sterne am Himmel so wohl geordnet und gefügt hat, daß kein erhabeneres Schauspiel erdacht werden kann, der die einen an ihrem Ort fest und unbeweglich bleiben läßt, anderen einen freieren Lauf verstattet hat, doch immer so, daß sie nicht von ihrer Bahn abirren können, — der die Bewegungen aller Gestirne so lenkt, daß Tage und Nächte, Monate, Jahre und Jahreszeiten daran gemessen werden, und der auch wiederum die Ungleichheit der Tage derart geregelt hat, daß keinerlei Ver­wirrung daraus entsteht. Ein weiteres Beispiel für jene erste Regel ist auch dies, daß wir auf seine Macht unser Gemerk richten, mit der er solche Last trägt und diese geschwinde Bewegung des Himmelsgebäudes lenkt — und dergleichen Beispiele mehr. Diese ganz wenigen Andeutungen zeigen deutlich, was es heißt, Gottes Kraft in der Schöpfung der Welt zu erkennen. Wollten wir übrigens, wie gesagt, das Ganze dar­stellen, so würde kein Aufhören sein. Denn es gibt so viele Wunder göttlicher Macht, so viele Zeichen seiner Güte, so viele Beweise seiner Weisheit, wie es in der Welt Gattungen unter den Geschöpfen, ja einzelne Dinge gibt, große wie kleine.</p>
]]></content:encoded>
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		<itunes:subtitle>Zusammenfassung  wir haben weder das Fassungsvermögen noch die Zeit, zu beschreiben, wie Gottes Eigenschaften in der Schöpfung des Universums erkennbar sind; unsere Aufgabe ist eher zu zeigen, was es heisst,</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Zusammenfassung

	wir haben weder das Fassungsvermögen noch die Zeit, zu beschreiben, wie Gottes Eigenschaften in der Schöpfung des Universums erkennbar sind; unsere Aufgabe ist eher zu zeigen, was es heisst, dass Gott der Schöpfer des Himmels und der Erde ist.
	die Regel: übersehe nicht in undankbarer Gedankenlosigkeit oder Vergesslichkeit jene unübersehbaren Gewalten, die Gott in seiner Schöpfung zu erkennen gibt; lerne die Regel an uns selbst anzuwenden, auf dass unsere Herzen berührt werde.

Text

Auch der Zweck und der wesentliche Gesichtspunkt für eine Betrachtung der Werke Gottes bedarf keiner eingehenden Erörterung. Denn es war ja an anderer Stelle bereits ausführlicher davon die Rede, und im Zusammenhang der jetzigen Er­wägung sind nur wenige Worte erforderlich. Wahrlich, wollte man würdig dar­stellen, wie Gottes unaussprechliche Weisheit, Macht, Gerechtigkeit und Güte am Gebäu der Welt sichtbar wird, so würde kein Glanz der Rede, keine Zier der Darlegung der Größe der Sache entsprechen. Unzweifelhaft hat der Herr gewollt, daß wir in solch heiliger Erwägung immerzu verharren. Und deshalb sollen wir jenen unermeßlichen Reichtum seiner Weisheit, Gerechtigkeit, Güte und Macht, wie wir sie in aller Kreatur gleichwie in einem Spiegel betrachten, nicht etwa bloß mit flüch­tigem Blick und sozusagen mit leerer Anschauung durcheilen, sondern wir sollen bei solcher Erkenntnis lange verweilen, sie ernstlich und getreulich im Herzen bewegen und uns je und je ihrer erinnern. Aber wir sind jetzt in lehrhafter Arbeit begriffen, und da müssen wir übergehen, was eigentlich eine weitläufige Rede erforderte. Ich will mich kurz fassen: der Leser wird dann gewißlich in rechtem Glauben erkennen, was es eigentlich heißt, daß Gott der Schöpfer Himmels und der Erde ist, wenn er erstens der allgemeingültigen Regel folgt, an der Macht und Güte, die Gott in seiner Kreatur offenbar werden läßt, nicht mit undankbarer Gedankenlosigkeit und Vergeßlichkeit vorbeizugehen, und wenn er zweitens diese Erkenntnis so auf sich anzuwenden weiß, daß sie ihn im Innersten ergreift! Folgen wir der ersten Regel, so werden wir z. B. überlegen, welch ein Künstler es doch sein mußte, der die Unzahl der Sterne am Himmel so wohl geordnet und gefügt hat, daß kein erhabeneres Schauspiel erdacht werden kann, der die einen an ihrem Ort fest und unbeweglich bleiben läßt, anderen einen freieren Lauf verstattet hat, doch immer so, daß sie nicht von ihrer Bahn abirren können, — der die Bewegungen aller Gestirne so lenkt, daß Tage und Nächte, Monate, Jahre und Jahreszeiten daran gemessen werden, und der auch wiederum die Ungleichheit der Tage derart geregelt hat, daß keinerlei Ver­wirrung daraus entsteht. Ein weiteres Beispiel für jene erste Regel ist auch dies, daß wir auf seine Macht unser Gemerk richten, mit der er solche Last trägt und diese geschwinde Bewegung des Himmelsgebäudes lenkt — und dergleichen Beispiele mehr. Diese ganz wenigen Andeutungen zeigen deutlich, was es heißt, Gottes Kraft in der Schöpfung der Welt zu erkennen. Wollten wir übrigens, wie gesagt, das Ganze dar­stellen, so würde kein Aufhören sein. Denn es gibt so viele Wunder göttlicher Macht, so viele Zeichen seiner Güte, so viele Beweise seiner Weisheit, wie es in der Welt Gattungen unter den Geschöpfen, ja einzelne Dinge gibt, große wie kleine.</itunes:summary>
		<itunes:author>Johannes Calvin</itunes:author>
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		<title>Grösse und Reichtum der Schöpfung (Institutio 1-14-20)</title>
		<link>http://www.calvinismus.ch/institutio/grosse-und-reichtum-der-schopfung-institutio-1-14-20/</link>
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		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 00:00:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Didier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch 1]]></category>
		<category><![CDATA[Buch 1 Kapitel 14]]></category>
		<category><![CDATA[Institutio]]></category>
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		<description><![CDATA[Zusammenfassung Lasst uns an Gottes Werken freuen, die uns doch überall begegnen und lasst uns darüber nachdenken in frommer Gesinnung, obwohl sie nicht die Hauptbeweise unseres Glaubens sind. über 1. Mose 1-2 und dem Hexaemeron von Basilius und Ambrosius kann man folgendes zusammenfassend sagen: Gott erschuf die Himmel und die Erde aus dem Nichts, und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Zusammenfassung</strong></em></p>
<ol>
<li>Lasst uns an Gottes Werken freuen, die uns doch überall begegnen und lasst uns darüber nachdenken in frommer Gesinnung, obwohl sie nicht die Hauptbeweise unseres Glaubens sind.</li>
<li>über 1. Mose 1-2 und dem Hexaemeron von Basilius und Ambrosius kann man folgendes zusammenfassend sagen:
<ol>
<li>Gott erschuf die Himmel und die Erde aus dem Nichts, und in wunderbarer Abfolgen bevölkerte er die Erde mit verschiedenen Lebewesen, jedes an seinem Platz, und, obwohl sie jetzt von der Sünde befleckt sind, ist doch jede Gattung fähig, sich fortzupflanzen, bis zum Jüngsten Tag.</li>
<li>von Zeit zu Zeit erneuert er einige und durch sein Geschenk der Vermehrung wird der Fortbestand der Spezie sichergestellt in einem Universum, dass so reichhaltig ausgestattet ist.</li>
<li>der Mensch, zum Schluss, ist das hervorragendste Werk der Schöpfung</li>
</ol>
</li>
</ol>
<p><em><strong>Text</strong></em></p>
<p>Unterdessen aber wollen wir doch nicht versäumen, in diesem herrlichen Schauhause (theatrum) aus Gottes offenbaren und uns entgegentretenden Werken fromme Erquickung zu schöpfen! Denn es ist, wie wir schon sagten, zwar nicht der höchste, aber doch nach der Ordnung der Natur der erste Erweis des Glaubens, wenn wir, wo­hin wir auch die Augen lenken, alles, was uns begegnet, als Gottes Werk an­sehen und zugleich mit frommer Erwägung überlegen, zu welchem Zweck es Gott ge­schaffen habe. Um also mit rechtem Glauben zu erfassen, was wir von Gott wissen sollen, müssen wir vor allem die Geschichte von der Schöpfung der Welt festhalten, wie sie uns Mose kurz berichtet und wie sie dann fromme Männer wie besonders Basilius und Ambrosius genauer beleuchtet haben. Daraus lernen wir dann, daß Gott mit der Kraft seines Wortes und seines Geistes Himmel und Erde aus nichts geschaffen, danach allerlei Tiere und auch leblose Wesen hervorgebracht, die unend­liche Vielgestaltigkeit der Dinge in wundersamer Ordnung unterschieden, jedem Ge­schlecht sein Wesen eingesenkt, seinen Dienst zugewiesen und seinen Ort und seine Wohnstatt geschenkt hat, und daß er, da alles der Verderbnis (corruptio) unterwor­fen ist, doch Vorsorge getroffen hat, damit alle Arten bis zum Jüngsten Tage un­versehrt bleiben! So erhält er — hören wir weiter — die eine Art auf geheimnis­volle Weise und läßt zu Zeiten neue Lebenskraft gewissermaßen in sie überströmen, und anderen hat er wieder die Kraft der Fortpflanzung gegeben, damit mit dem Ende des einzelnen nicht die Gattung aussterbe! Deshalb hat er Himmel und Erde mit der denkbar größten Fülle, Verschiedenheit und Schönheit aller Dinge ausge­stattet und wie ein weites und herrliches Haus, mit erlesenstem und wundersamstem Gerät versehen und ausgerüstet, herrlich geschmückt. Schließlich hat er — so lernen wir — den Menschen gebildet, ihn mit so köstlicher Zier, so vielen und so herrlichen Gaben ausgezeichnet und aus ihm auf solche Weise das Meisterstück unter seinen Werken gemacht! Aber ich habe hier nicht vor, die Schöpfung der Welt zu erzählen, und so mag es genügen, dies wenige im Vorbeigehen erwähnt zu haben. Besser ist es, wie ich schon hervorhob, wenn die Leser sich aus Mose und den anderen, welche die Weltschöpfung getreulich und eingehend überliefert haben, eine genauere Kennt­nis zu verschaffen suchen.</p>
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		<itunes:subtitle>Zusammenfassung  Lasst uns an Gottes Werken freuen, die uns doch überall begegnen und lasst uns darüber nachdenken in frommer Gesinnung, obwohl sie nicht die Hauptbeweise unseres Glaubens sind.   über 1.</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Zusammenfassung

	Lasst uns an Gottes Werken freuen, die uns doch überall begegnen und lasst uns darüber nachdenken in frommer Gesinnung, obwohl sie nicht die Hauptbeweise unseres Glaubens sind.
	über 1. Mose 1-2 und dem Hexaemeron von Basilius und Ambrosius kann man folgendes zusammenfassend sagen:

	Gott erschuf die Himmel und die Erde aus dem Nichts, und in wunderbarer Abfolgen bevölkerte er die Erde mit verschiedenen Lebewesen, jedes an seinem Platz, und, obwohl sie jetzt von der Sünde befleckt sind, ist doch jede Gattung fähig, sich fortzupflanzen, bis zum Jüngsten Tag.
	von Zeit zu Zeit erneuert er einige und durch sein Geschenk der Vermehrung wird der Fortbestand der Spezie sichergestellt in einem Universum, dass so reichhaltig ausgestattet ist.
	der Mensch, zum Schluss, ist das hervorragendste Werk der Schöpfung



Text

Unterdessen aber wollen wir doch nicht versäumen, in diesem herrlichen Schauhause (theatrum) aus Gottes offenbaren und uns entgegentretenden Werken fromme Erquickung zu schöpfen! Denn es ist, wie wir schon sagten, zwar nicht der höchste, aber doch nach der Ordnung der Natur der erste Erweis des Glaubens, wenn wir, wo­hin wir auch die Augen lenken, alles, was uns begegnet, als Gottes Werk an­sehen und zugleich mit frommer Erwägung überlegen, zu welchem Zweck es Gott ge­schaffen habe. Um also mit rechtem Glauben zu erfassen, was wir von Gott wissen sollen, müssen wir vor allem die Geschichte von der Schöpfung der Welt festhalten, wie sie uns Mose kurz berichtet und wie sie dann fromme Männer wie besonders Basilius und Ambrosius genauer beleuchtet haben. Daraus lernen wir dann, daß Gott mit der Kraft seines Wortes und seines Geistes Himmel und Erde aus nichts geschaffen, danach allerlei Tiere und auch leblose Wesen hervorgebracht, die unend­liche Vielgestaltigkeit der Dinge in wundersamer Ordnung unterschieden, jedem Ge­schlecht sein Wesen eingesenkt, seinen Dienst zugewiesen und seinen Ort und seine Wohnstatt geschenkt hat, und daß er, da alles der Verderbnis (corruptio) unterwor­fen ist, doch Vorsorge getroffen hat, damit alle Arten bis zum Jüngsten Tage un­versehrt bleiben! So erhält er — hören wir weiter — die eine Art auf geheimnis­volle Weise und läßt zu Zeiten neue Lebenskraft gewissermaßen in sie überströmen, und anderen hat er wieder die Kraft der Fortpflanzung gegeben, damit mit dem Ende des einzelnen nicht die Gattung aussterbe! Deshalb hat er Himmel und Erde mit der denkbar größten Fülle, Verschiedenheit und Schönheit aller Dinge ausge­stattet und wie ein weites und herrliches Haus, mit erlesenstem und wundersamstem Gerät versehen und ausgerüstet, herrlich geschmückt. Schließlich hat er — so lernen wir — den Menschen gebildet, ihn mit so köstlicher Zier, so vielen und so herrlichen Gaben ausgezeichnet und aus ihm auf solche Weise das Meisterstück unter seinen Werken gemacht! Aber ich habe hier nicht vor, die Schöpfung der Welt zu erzählen, und so mag es genügen, dies wenige im Vorbeigehen erwähnt zu haben. Besser ist es, wie ich schon hervorhob, wenn die Leser sich aus Mose und den anderen, welche die Weltschöpfung getreulich und eingehend überliefert haben, eine genauere Kennt­nis zu verschaffen suchen.</itunes:summary>
		<itunes:author>Johannes Calvin</itunes:author>
		<itunes:explicit>no</itunes:explicit>
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	</item>
		<item>
		<title>Das Sechstagewerk zeigt Gottes Güte gegen den Menschen (Institutio 1-14-02)</title>
		<link>http://www.calvinismus.ch/institutio/das-sechstagewerk-zeigt-gottes-gute-gegen-den-menschen-institutio-1-14-02/</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Dec 2009 00:00:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Didier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch 1]]></category>
		<category><![CDATA[Buch 1 Kapitel 14]]></category>
		<category><![CDATA[Institutio]]></category>
		<category><![CDATA[Schöpfung]]></category>

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		<description><![CDATA[Zusammenfassung die sechs Tage kommen unserem begrenzten Auffassungsvermögen entgegen und reizen unseren Verstand, über die Schöpfung nachzudenken, im Gehorsam des Glaubens und im Hinblick auf dem siebten Tag, dem Tag der Ruhe die sechs Tag zeigen auch Gottes väterliche Fürsorge, weil er alles erschaffen hat, was der Mensch braucht, bevor er ihn schuf. Text Aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Zusammenfassung</strong></em></p>
<ol>
<li>die sechs Tage kommen unserem begrenzten Auffassungsvermögen entgegen und reizen unseren Verstand, über die Schöpfung nachzudenken, im Gehorsam des Glaubens und im Hinblick auf dem siebten Tag, dem Tag der Ruhe</li>
<li>die sechs Tag zeigen auch Gottes väterliche Fürsorge, weil er alles erschaffen hat, was der Mensch braucht, bevor er ihn schuf.</li>
</ol>
<p><em><strong>Text</strong></em></p>
<p>Aus ähnlicher Erwägung berichtet auch Mose, daß Gottes Werk nicht in einem Augenblick, sondern in sechs Tagen vollendet worden sei. Denn auch dadurch werden wir von allen erdichteten Göttern weg zu dem einigen Gott gewiesen, der in sechs Tagen sein Werk durchführte, damit es uns nicht beschwerlich falle, unser ganzes Leben lang dies Werk zu betrachten. Gewiß, wohin auch unser Auge sich richtet, stets wird es genötigt, beim Anblick der Werke Gottes zu verweilen. Aber wir sehen doch, wie flüchtig solches Aufmerken ist und wie schnell fromme Erwägungen vergehen, die uns etwa berühren! Auch hier sträubt sich die menschliche Vernunft, als ob solches Nacheinander (des Sechstagewerks) der göttlichen Macht zuwider sei — bis sie unter dem Gehorsam des Glaubens jener Ruhe zu pflegen lernt, zu der uns die Heiligung des siebenten Tages einlädt. Gerade in der Ordnung der Dinge soll doch Gottes väterliche Liebe gegen die Menschheit mit Fleiß betrachtet werden: hat er doch den Adam erst geschaffen, als er die Welt mit der Fülle aller Güter ausgerüstet hatte! Denn hätte er ihn auf die noch öde und leere Erde gesetzt, hätte er ihm das Leben vor der Erschaffung des Lichtes gegeben, so müßte der Eindruck entstehen, er sei nicht um sein Wohl besorgt gewesen. Nun aber hat er die Bewegung der Sonne und der Gestirne zum Nutzen des Menschen geordnet, Erde, Wasser und Luft mit allerlei lebendigen Wesen erfüllt, einen Überfluß an allerlei Früchten zur Nahrung gegeben; so zeigt er sich als ein vorsorglicher und treuer Hausvater, der in seiner Fürsorge seine wundersame Güte gegen uns offenbart. Wenn jemand das, was ich nur kurz berühre, genauer bei sich erwägt, so wird ihm einleuchten, daß Mose ein zu­verlässiger Zeuge und Herold des einigen Gottes, des Schöpfers gewesen ist. Ich übergehe hier, was ich schon auseinandergesetzt habe: nämlich, daß hier nicht von Gottes bloßem Wesen die Rede ist, sondern auch Gottes ewige Weisheit und sein heiliger Geist uns hier entgegentritt, damit wir uns ja keinen anderen Gott erträu­men als den, der in jenem klaren Ebenbild erkannt sein will.</p>
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		<itunes:subtitle>Zusammenfassung  die sechs Tage kommen unserem begrenzten Auffassungsvermögen entgegen und reizen unseren Verstand, über die Schöpfung nachzudenken, im Gehorsam des Glaubens und im Hinblick auf dem siebten Tag, dem Tag der Ruhe </itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Zusammenfassung

	die sechs Tage kommen unserem begrenzten Auffassungsvermögen entgegen und reizen unseren Verstand, über die Schöpfung nachzudenken, im Gehorsam des Glaubens und im Hinblick auf dem siebten Tag, dem Tag der Ruhe
	die sechs Tag zeigen auch Gottes väterliche Fürsorge, weil er alles erschaffen hat, was der Mensch braucht, bevor er ihn schuf.

Text

Aus ähnlicher Erwägung berichtet auch Mose, daß Gottes Werk nicht in einem Augenblick, sondern in sechs Tagen vollendet worden sei. Denn auch dadurch werden wir von allen erdichteten Göttern weg zu dem einigen Gott gewiesen, der in sechs Tagen sein Werk durchführte, damit es uns nicht beschwerlich falle, unser ganzes Leben lang dies Werk zu betrachten. Gewiß, wohin auch unser Auge sich richtet, stets wird es genötigt, beim Anblick der Werke Gottes zu verweilen. Aber wir sehen doch, wie flüchtig solches Aufmerken ist und wie schnell fromme Erwägungen vergehen, die uns etwa berühren! Auch hier sträubt sich die menschliche Vernunft, als ob solches Nacheinander (des Sechstagewerks) der göttlichen Macht zuwider sei — bis sie unter dem Gehorsam des Glaubens jener Ruhe zu pflegen lernt, zu der uns die Heiligung des siebenten Tages einlädt. Gerade in der Ordnung der Dinge soll doch Gottes väterliche Liebe gegen die Menschheit mit Fleiß betrachtet werden: hat er doch den Adam erst geschaffen, als er die Welt mit der Fülle aller Güter ausgerüstet hatte! Denn hätte er ihn auf die noch öde und leere Erde gesetzt, hätte er ihm das Leben vor der Erschaffung des Lichtes gegeben, so müßte der Eindruck entstehen, er sei nicht um sein Wohl besorgt gewesen. Nun aber hat er die Bewegung der Sonne und der Gestirne zum Nutzen des Menschen geordnet, Erde, Wasser und Luft mit allerlei lebendigen Wesen erfüllt, einen Überfluß an allerlei Früchten zur Nahrung gegeben; so zeigt er sich als ein vorsorglicher und treuer Hausvater, der in seiner Fürsorge seine wundersame Güte gegen uns offenbart. Wenn jemand das, was ich nur kurz berühre, genauer bei sich erwägt, so wird ihm einleuchten, daß Mose ein zu­verlässiger Zeuge und Herold des einigen Gottes, des Schöpfers gewesen ist. Ich übergehe hier, was ich schon auseinandergesetzt habe: nämlich, daß hier nicht von Gottes bloßem Wesen die Rede ist, sondern auch Gottes ewige Weisheit und sein heiliger Geist uns hier entgegentritt, damit wir uns ja keinen anderen Gott erträu­men als den, der in jenem klaren Ebenbild erkannt sein will.</itunes:summary>
		<itunes:author>Johannes Calvin</itunes:author>
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		<item>
		<title>Wir können und sollen nicht mit unseren Gedanken hinter Gottes Schöpfungstat zurückgehen (Institutio 1-14-01)</title>
		<link>http://www.calvinismus.ch/institutio/wir-konnen-und-sollen-nicht-mit-unseren-gedanken-hinter-gottes-schopfungstat-zuruckgehen-institutio-1-14-01/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Dec 2009 00:00:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Didier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch 1]]></category>
		<category><![CDATA[Buch 1 Kapitel 14]]></category>
		<category><![CDATA[Institutio]]></category>
		<category><![CDATA[Schöpfung]]></category>

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		<description><![CDATA[Zusammenfassung Gott offenbarte sich in der Schöpfungsgeschichte, damit sich die Menschen ihn nicht so vorstellen, wie es die Heiden tun oder wie es die Philosophen zu tun pflegen, als ein Weltgeist, sondern ausdrücklich (wie es Mose tat) als den Schöpfer und Urheber des Universums in seiner ewigen Weisheit und in seinem Geist. der Gebrauch der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Zusammenfassung</strong></em></p>
<ol>
<li>Gott offenbarte sich in der Schöpfungsgeschichte, damit sich die Menschen ihn nicht so vorstellen, wie es die Heiden tun oder wie es die Philosophen zu tun pflegen, als ein Weltgeist, sondern ausdrücklich (wie es Mose tat) als den Schöpfer und Urheber des Universums in seiner ewigen Weisheit und in seinem Geist.</li>
<li>der Gebrauch der Schöpfungsgeschichte, wie es die Heilige Schrift schildert, will
<ol>
<li>die ägyptischen Mythen widerlegen</li>
<li>den Anfang des Universums schildern, und dadurch Gottes Ewigkeit umso klarer darlegen, in der Tat, ein lebendiges Abbild seiner selbst, wie Vergrösserungsgläser für schwache Augen</li>
</ol>
</li>
<li>wir müssen unsere Neugier in den Grenzen der 6000 Jahre beschränken, seitdem die Erde existiert</li>
</ol>
<p><em><strong>Text</strong></em></p>
<p lang="de-CH">Zwar wirft Jesaja den Götzendienern mit Recht Gedankenlosigkeit vor, daß sie nicht (schon) aus den Grundfesten der Erde und dem Umkreis des Himmels gelernt hätten, wer denn der wahre Gott sei (Jes. 40,21). Weil aber unser Verstand so träge und stumpf ist, so mußte Gott den Gläubigen noch klarer dargestellt werden, damit sie nicht den Erdichtungen der Heiden verfielen. Denn die Beschreibung des Wesens Gottes, die bei den Philosophen noch für die erträglichste gehalten wird, nämlich: Gott sei die Seele der Welt, ist ja eine hohle Rede, und deshalb ist um so mehr eine vertrautere Erkenntnis nötig, damit wir nicht immerzu ungewiß hin und her schwan­ken. Deshalb hat uns Gott die Schöpfungsgeschichte gegeben: auf sie gestützt, soll der Glaube der Kirche keinen anderen Gott suchen als den, den Mose als Schöpfer und Gründer der Welt verkündet.</p>
<p lang="de-CH">Da ist zunächst die Zeit bezeichnet, damit die Gläubigen durch die ununter­brochene Reihe der Jahre bis zum Ursprung aller Dinge zurückdringen können. Solche Erkenntnis ist von Nutzen: man kann damit jenen abenteuerlichen Fabeln entgegentreten, die in Ägypten und anderen Gegenden der Erde verbreitet sind —, und erst recht leuchtet Gottes Ewigkeit heller hervor und reißt uns noch mehr zur Bewunderung hin, wenn wir erkennen, daß die Welt einen Anfang gehabt hat. Nicht der Betrachtung wert ist der gemeine Hohn, es sei doch verwunderlich, daß es Gott nicht eher eingefallen wäre, Himmel und Erde zu schaffen, sondern daß er einen unermeßlichen Zeitraum hätte müßig verstreichen lassen, wo er doch schon viele Jahrtausende zuvor alles hätte hervorbringen können — und dabei habe die Welt, die doch schon ihrem Ende zugeht, kaum sechstausend Jahre erreicht! Denn die Frage, warum Gott so lange damit gewartet habe, ist weder gestattet, noch von irgend­welchem Belang. Wollte unser Verstand dahin vordringen, so müßte er hundertmal auf dem Wege straucheln. Es ist auch nicht von Nutzen, zu erkennen, was Gott absichtlich verborgen sein ließ, um die Bescheidenheit unseres Glaubens auf die Probe zu stellen. Es war schon einsichtig, wenn einst ein alter Mann auf die spöttische Frage, was denn Gott vor Erschaffung der Welt getrieben habe, die Antwort gab, da habe er für vorwitzige Leute die Hölle gemacht!</p>
<p lang="de-CH">Diese ebenso ernste wie strenge Mahnung mag den Leichtsinn zähmen, der manche Menschen kitzelt und zu verkehrten und schädlichen Gedankenspielereien (Speku­lationen) treibt! Auch sollen wir schließlich bedenken, daß uns Gott, der da unsichtbar ist und dessen Weisheit, Kraft und Gerechtigkeit unbegreiflich ist, die (Schöpfungs-)Geschichte bei Mose als Spiegel vorhält, in dem sein lebendiges Bild erscheint. Denn wie die Augen, wenn sie durch das Alter geschwächt oder aus Krankheit abgestumpft sind, ohne Brille nichts mehr sehen können, so gehen wir in unserer Schwachheit un­weigerlich in die Irre, wofern uns nicht die Schrift lenkt, wenn wir Gott suchen. Wer sich aber jetzt nicht warnen lassen will und sich seinen Gelüsten hingibt, der wird in furchtbarem Untergang zu spät merken, wieviel besser es gewesen wäre, Gottes geheime Ratschlüsse ehrfürchtig anzuschauen, als Schmähungen in die Welt zu setzen und damit den Himmel zu verfinstern. Mit vollem Recht erhebt Augustin die Klage, es geschehe Gott Unrecht, wo man einen höheren Grund der Dinge suche als seinen Wil­len (Buch von der Genesis gegen die Manichäer). An anderer Stelle weist er sehr richtig darauf hin, es sei verkehrt, über die Unermeßlichkeit der Zeit wie auch über die Un­endlichkeit des Raumes viel Fragens zu machen (Vom Gottesstaat, Buch 11). Gewiß: so weit auch der Umkreis des Himmels sich dehnt, so hat er doch eine bestimmte Größe. Aber wenn nun einer mit Gott darüber rechten wollte, daß der leere Raum hundertmal größer sei (als der erfüllte) — wäre das nicht eine allen Frommen widerwärtige Unverschämtheit? Ebenso toll sind aber die, welche Gott müßig schel­ten, weil er nach ihrem Dünken die Welt nicht schon vor unzähligen Jahrhunderten geschaffen hat. Um seinem Gelüste nachgehen zu können, versucht man, außerhalb der Welt zu gelangen —, als ob nicht im gewaltigen Umkreis Himmels und der Erde genug Dinge uns begegneten, die mit ihrem herrlichen Glanz alle Sinne er­füllen, als ob nicht Gott innerhalb der sechs Jahrtausende uns genug Beweise ge­geben hätte, deren stete Erwägung unsere Seele ganz in Anspruch nehmen könnte! Wir wollen also gern innerhalb der Grenzen bleiben, die uns Gott hat setzen wollen, und unsere Seele sozusagen zurückhalten, damit sie nicht frei herumlaufe und sich verliere!</p>
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		<itunes:subtitle>Zusammenfassung  Gott offenbarte sich in der Schöpfungsgeschichte, damit sich die Menschen ihn nicht so vorstellen, wie es die Heiden tun oder wie es die Philosophen zu tun pflegen, als ein Weltgeist, sondern ausdrücklich (wie es Mose tat) als den S...</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Zusammenfassung

	Gott offenbarte sich in der Schöpfungsgeschichte, damit sich die Menschen ihn nicht so vorstellen, wie es die Heiden tun oder wie es die Philosophen zu tun pflegen, als ein Weltgeist, sondern ausdrücklich (wie es Mose tat) als den Schöpfer und Urheber des Universums in seiner ewigen Weisheit und in seinem Geist.
	der Gebrauch der Schöpfungsgeschichte, wie es die Heilige Schrift schildert, will

	die ägyptischen Mythen widerlegen
	den Anfang des Universums schildern, und dadurch Gottes Ewigkeit umso klarer darlegen, in der Tat, ein lebendiges Abbild seiner selbst, wie Vergrösserungsgläser für schwache Augen


	wir müssen unsere Neugier in den Grenzen der 6000 Jahre beschränken, seitdem die Erde existiert

Text
Zwar wirft Jesaja den Götzendienern mit Recht Gedankenlosigkeit vor, daß sie nicht (schon) aus den Grundfesten der Erde und dem Umkreis des Himmels gelernt hätten, wer denn der wahre Gott sei (Jes. 40,21). Weil aber unser Verstand so träge und stumpf ist, so mußte Gott den Gläubigen noch klarer dargestellt werden, damit sie nicht den Erdichtungen der Heiden verfielen. Denn die Beschreibung des Wesens Gottes, die bei den Philosophen noch für die erträglichste gehalten wird, nämlich: Gott sei die Seele der Welt, ist ja eine hohle Rede, und deshalb ist um so mehr eine vertrautere Erkenntnis nötig, damit wir nicht immerzu ungewiß hin und her schwan­ken. Deshalb hat uns Gott die Schöpfungsgeschichte gegeben: auf sie gestützt, soll der Glaube der Kirche keinen anderen Gott suchen als den, den Mose als Schöpfer und Gründer der Welt verkündet.
Da ist zunächst die Zeit bezeichnet, damit die Gläubigen durch die ununter­brochene Reihe der Jahre bis zum Ursprung aller Dinge zurückdringen können. Solche Erkenntnis ist von Nutzen: man kann damit jenen abenteuerlichen Fabeln entgegentreten, die in Ägypten und anderen Gegenden der Erde verbreitet sind —, und erst recht leuchtet Gottes Ewigkeit heller hervor und reißt uns noch mehr zur Bewunderung hin, wenn wir erkennen, daß die Welt einen Anfang gehabt hat. Nicht der Betrachtung wert ist der gemeine Hohn, es sei doch verwunderlich, daß es Gott nicht eher eingefallen wäre, Himmel und Erde zu schaffen, sondern daß er einen unermeßlichen Zeitraum hätte müßig verstreichen lassen, wo er doch schon viele Jahrtausende zuvor alles hätte hervorbringen können — und dabei habe die Welt, die doch schon ihrem Ende zugeht, kaum sechstausend Jahre erreicht! Denn die Frage, warum Gott so lange damit gewartet habe, ist weder gestattet, noch von irgend­welchem Belang. Wollte unser Verstand dahin vordringen, so müßte er hundertmal auf dem Wege straucheln. Es ist auch nicht von Nutzen, zu erkennen, was Gott absichtlich verborgen sein ließ, um die Bescheidenheit unseres Glaubens auf die Probe zu stellen. Es war schon einsichtig, wenn einst ein alter Mann auf die spöttische Frage, was denn Gott vor Erschaffung der Welt getrieben habe, die Antwort gab, da habe er für vorwitzige Leute die Hölle gemacht!
Diese ebenso ernste wie strenge Mahnung mag den Leichtsinn zähmen, der manche Menschen kitzelt und zu verkehrten und schädlichen Gedankenspielereien (Speku­lationen) treibt! Auch sollen wir schließlich bedenken, daß uns Gott, der da unsichtbar ist und dessen Weisheit, Kraft und Gerechtigkeit unbegreiflich ist, die (Schöpfungs-)Geschichte bei Mose als Spiegel vorhält, in dem sein lebendiges Bild erscheint. Denn wie die Augen, wenn sie durch das Alter geschwächt oder aus Krankheit abgestumpft sind, ohne Brille nichts mehr sehen können, so gehen wir in unserer Schwachheit un­weigerlich in die Irre, wofern uns nicht die Schrift lenkt, wenn wir Gott suchen. Wer sich aber jetzt nicht warnen lassen will und sich seinen Gelüsten hingibt, der wird in furchtbarem Untergang zu spät merken, wieviel besser es gewesen wäre, Gottes geheime Ratschlüsse ehrfürchtig anzuschauen, als Schmähungen in die Welt zu setzen und damit den Himmel zu verfinstern. Mit vollem Recht erhebt Augustin die Klage,</itunes:summary>
		<itunes:author>Johannes Calvin</itunes:author>
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		<title>Die Lehre der Schrift von Gott, dem Schöpfer (Institutio 1-10-01)</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Nov 2009 00:00:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Didier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch 1]]></category>
		<category><![CDATA[Buch 1 Kapitel 10]]></category>
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		<description><![CDATA[Zusammenfassung Ist das Wissen über Gott, wie wir es in der Schöpfung sehen, in Übereinstimmung mit der Lehre, die wir in der Bibel finden? Diese Frage ist zu lang für eine ausführliche Diskussion an dieser Stelle Ziel dieses Abschnittes ist Hinweise zu geben, was wir in der Schrift suchen sollen und wie wir es finden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Zusammenfassung</strong></em></p>
<ol>
<li>Ist das Wissen über Gott, wie wir es in der Schöpfung sehen, in Übereinstimmung mit der Lehre, die wir in der Bibel finden?
<ol>
<li>Diese Frage ist zu lang für eine ausführliche Diskussion an dieser Stelle</li>
<li>Ziel dieses Abschnittes ist Hinweise zu geben, was wir in der Schrift suchen sollen und wie wir es finden können</li>
</ol>
</li>
<li>Begrenzung der gegenwärtigen Diskussion
<ol>
<li>der Bund mit Israel, welcher mit dem Kommen Christi vollendet wurde, wird hier nicht behandelt</li>
<li>vielmehr behandelt Calvin die Bibelstellen, die beschreiben, wie Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde, die Welt regiert &#8211; seine Güte, seine gerechte Vergeltung und seine Geduld werden behandelt</li>
</ol>
</li>
</ol>
<p><em><strong>Text</strong></em></p>
<p>Bisher haben wir gelehrt, daß sich die Kunde von Gott, die uns im Welt­gebäude und in aller Kreatur nicht undeutlich entgegentritt, doch vertrauter und auch klarer im Worte erschließt. So müssen wir jetzt erwägen, ob der Herr sich uns in der Schrift ebenso darstellt, wie wir ihn zuvor in seinen Werken abgeprägt sahen. Das wäre freilich ein reicher Stoff, wenn man ihn genau behandeln wollte. Aber ich will mich damit begnügen, einen Fingerzeig zu geben. So können fromme Men­schen erfahren, was man in der Schrift als wichtigste Lehre von Gott suchen soll, und auf diese Weise zu einem klaren Richtpunkt (scopus) für ihre Nachforschung kommen. Ich rede noch nicht von dem besonderen Bund, durch den Gott Abrahams Geschlecht über die übrigen Völker erhob. Denn indem er solche, die zuvor Feinde waren, durch gnädige Erwählung als seine Kinder annahm, erschien er schon damals als Erlöser. Wir haben es dagegen vorerst noch mit der Kunde zu tun, die sich auf die Schöpfung der Welt beschränkt und sich noch nicht zu Christus dem Mittler erhebt. Freilich muß ich gleich einige Stellen aus dem Neuen Testament anführen; denn auch dort wird die Macht Gottes des Schöpfers und seine Vorsehung bei der Erhaltung der ersten Schöpfung bezeugt. Aber ich muß doch die Leser daran er­innern, was ich hier behandeln möchte, damit sie nicht über die gesetzte Grenze hinausgehen. Für jetzt soll es uns genügen, zu betrachten, wie Gott, der Schöpfer Himmels und der Erden, die von ihm geschaffene Welt regiert. Mitunter wird aber auch seine väterliche Güte und seine Bereitwilligkeit zum Wohltun gerühmt, es werden auch Beispiele seiner Strenge überliefert, die ihn als gerechten Vergelter des Frevels darstellen, besonders wo seine Langmut gegen Verhärtete nicht mehr hilft.</p>
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		<itunes:subtitle>Zusammenfassung  Ist das Wissen über Gott, wie wir es in der Schöpfung sehen, in Übereinstimmung mit der Lehre, die wir in der Bibel finden?  Diese Frage ist zu lang für eine ausführliche Diskussion an dieser Stelle </itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Zusammenfassung

	Ist das Wissen über Gott, wie wir es in der Schöpfung sehen, in Übereinstimmung mit der Lehre, die wir in der Bibel finden?

	Diese Frage ist zu lang für eine ausführliche Diskussion an dieser Stelle
	Ziel dieses Abschnittes ist Hinweise zu geben, was wir in der Schrift suchen sollen und wie wir es finden können


	Begrenzung der gegenwärtigen Diskussion

	der Bund mit Israel, welcher mit dem Kommen Christi vollendet wurde, wird hier nicht behandelt
	vielmehr behandelt Calvin die Bibelstellen, die beschreiben, wie Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde, die Welt regiert - seine Güte, seine gerechte Vergeltung und seine Geduld werden behandelt



Text

Bisher haben wir gelehrt, daß sich die Kunde von Gott, die uns im Welt­gebäude und in aller Kreatur nicht undeutlich entgegentritt, doch vertrauter und auch klarer im Worte erschließt. So müssen wir jetzt erwägen, ob der Herr sich uns in der Schrift ebenso darstellt, wie wir ihn zuvor in seinen Werken abgeprägt sahen. Das wäre freilich ein reicher Stoff, wenn man ihn genau behandeln wollte. Aber ich will mich damit begnügen, einen Fingerzeig zu geben. So können fromme Men­schen erfahren, was man in der Schrift als wichtigste Lehre von Gott suchen soll, und auf diese Weise zu einem klaren Richtpunkt (scopus) für ihre Nachforschung kommen. Ich rede noch nicht von dem besonderen Bund, durch den Gott Abrahams Geschlecht über die übrigen Völker erhob. Denn indem er solche, die zuvor Feinde waren, durch gnädige Erwählung als seine Kinder annahm, erschien er schon damals als Erlöser. Wir haben es dagegen vorerst noch mit der Kunde zu tun, die sich auf die Schöpfung der Welt beschränkt und sich noch nicht zu Christus dem Mittler erhebt. Freilich muß ich gleich einige Stellen aus dem Neuen Testament anführen; denn auch dort wird die Macht Gottes des Schöpfers und seine Vorsehung bei der Erhaltung der ersten Schöpfung bezeugt. Aber ich muß doch die Leser daran er­innern, was ich hier behandeln möchte, damit sie nicht über die gesetzte Grenze hinausgehen. Für jetzt soll es uns genügen, zu betrachten, wie Gott, der Schöpfer Himmels und der Erden, die von ihm geschaffene Welt regiert. Mitunter wird aber auch seine väterliche Güte und seine Bereitwilligkeit zum Wohltun gerühmt, es werden auch Beispiele seiner Strenge überliefert, die ihn als gerechten Vergelter des Frevels darstellen, besonders wo seine Langmut gegen Verhärtete nicht mehr hilft.</itunes:summary>
		<itunes:author>Johannes Calvin</itunes:author>
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