Archive for the ‘Institutio’ Category

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Zusammenfassung

  1. Lasst uns an Gottes Werken freuen, die uns doch überall begegnen und lasst uns darüber nachdenken in frommer Gesinnung, obwohl sie nicht die Hauptbeweise unseres Glaubens sind.
  2. über 1. Mose 1-2 und dem Hexaemeron von Basilius und Ambrosius kann man folgendes zusammenfassend sagen:
    1. Gott erschuf die Himmel und die Erde aus dem Nichts, und in wunderbarer Abfolgen bevölkerte er die Erde mit verschiedenen Lebewesen, jedes an seinem Platz, und, obwohl sie jetzt von der Sünde befleckt sind, ist doch jede Gattung fähig, sich fortzupflanzen, bis zum Jüngsten Tag.
    2. von Zeit zu Zeit erneuert er einige und durch sein Geschenk der Vermehrung wird der Fortbestand der Spezie sichergestellt in einem Universum, dass so reichhaltig ausgestattet ist.
    3. der Mensch, zum Schluss, ist das hervorragendste Werk der Schöpfung

Text

Unterdessen aber wollen wir doch nicht versäumen, in diesem herrlichen Schauhause (theatrum) aus Gottes offenbaren und uns entgegentretenden Werken fromme Erquickung zu schöpfen! Denn es ist, wie wir schon sagten, zwar nicht der höchste, aber doch nach der Ordnung der Natur der erste Erweis des Glaubens, wenn wir, wo­hin wir auch die Augen lenken, alles, was uns begegnet, als Gottes Werk an­sehen und zugleich mit frommer Erwägung überlegen, zu welchem Zweck es Gott ge­schaffen habe. Um also mit rechtem Glauben zu erfassen, was wir von Gott wissen sollen, müssen wir vor allem die Geschichte von der Schöpfung der Welt festhalten, wie sie uns Mose kurz berichtet und wie sie dann fromme Männer wie besonders Basilius und Ambrosius genauer beleuchtet haben. Daraus lernen wir dann, daß Gott mit der Kraft seines Wortes und seines Geistes Himmel und Erde aus nichts geschaffen, danach allerlei Tiere und auch leblose Wesen hervorgebracht, die unend­liche Vielgestaltigkeit der Dinge in wundersamer Ordnung unterschieden, jedem Ge­schlecht sein Wesen eingesenkt, seinen Dienst zugewiesen und seinen Ort und seine Wohnstatt geschenkt hat, und daß er, da alles der Verderbnis (corruptio) unterwor­fen ist, doch Vorsorge getroffen hat, damit alle Arten bis zum Jüngsten Tage un­versehrt bleiben! So erhält er — hören wir weiter — die eine Art auf geheimnis­volle Weise und läßt zu Zeiten neue Lebenskraft gewissermaßen in sie überströmen, und anderen hat er wieder die Kraft der Fortpflanzung gegeben, damit mit dem Ende des einzelnen nicht die Gattung aussterbe! Deshalb hat er Himmel und Erde mit der denkbar größten Fülle, Verschiedenheit und Schönheit aller Dinge ausge­stattet und wie ein weites und herrliches Haus, mit erlesenstem und wundersamstem Gerät versehen und ausgerüstet, herrlich geschmückt. Schließlich hat er — so lernen wir — den Menschen gebildet, ihn mit so köstlicher Zier, so vielen und so herrlichen Gaben ausgezeichnet und aus ihm auf solche Weise das Meisterstück unter seinen Werken gemacht! Aber ich habe hier nicht vor, die Schöpfung der Welt zu erzählen, und so mag es genügen, dies wenige im Vorbeigehen erwähnt zu haben. Besser ist es, wie ich schon hervorhob, wenn die Leser sich aus Mose und den anderen, welche die Weltschöpfung getreulich und eingehend überliefert haben, eine genauere Kennt­nis zu verschaffen suchen.

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Zusammenfassung

  1. Freidenker leugnen die Existenz der Dämonen wie der der Engel
  2. diese Ansicht kann leicht mit einigen eindeutigen Bibelstellen widerlegt werden, die keinen Sinn machen würden, gäbe es die Engel nicht.

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Nun haben wir oben jene geschwätzige Weltweisheit (nugatoria philosophia) ab­gewiesen, die von den heiligen Engeln lehrt, das seien bloß gute Eingebungen und Regungen, die Gott im Herzen der Menschen aufkommen ließe. Ebenso müssen wir hier denen entgegentreten, die da schwätzen, die Teufel seien bloß schlechte Empfin­dungen oder verwirrte Gedanken, die uns unser Fleisch eingebe. Das kann aber in aller Kürze vor sich gehen, da hierzu zahlreiche und völlig deutliche Schriftzeugnisse vorhanden sind. Da werden zunächst die unreinen Geister auch abtrünnige Engel ge­nannt, die „von ihrem Ursprung entartet sind“ (Jud. 6). Diese Namen drücken schon ganz klar aus, daß es sich hier nicht etwa um Regungen und Empfindungen handelt, sondern tatsächlich, wie es ja aus dem Wortlaut hervorgeht, um Geister und Wesen mit Empfindung und Verstand! Ähnlich werden von Christus wie von Jo­hannes die Kinder Gottes mit den Kindern des Teufels verglichen (Joh. 8,44; 1. Joh. 3,10). Das wäre ja offenkundig unangebracht, wenn der Begriff „Teufel“ nur böse Eingebungen bezeichnete! Johannes fügt gar noch deutlicher hinzu, der Teufel sündige von Anfang (1. Joh. 3,8). Und wenn Judas einen Kampf des Erzengels Michael mit dem Teufel erwähnt (Jud. 9), so stellt er doch damit sicherlich dem gu­ten Engel einen bösen und abtrünnigen entgegen. Dem entspricht wieder, was wir im Buch Hiob lesen: nämlich, daß der Satan mit den heiligen Engeln vor Gott er­schienen sei (Hiob 1,6; 2,1). Am klarsten sind indessen die Stellen, welche die Strafe erwähnen, welche die Teufel durch Gottes Urteil, anfangsweise schon jetzt, dann aber

erst recht einst in der Auferstehung erfahren! „Du Sohn Davids, weshalb kommst du vor der Zeit und quälst uns?“ (Matth. 8,29). „Geht hin, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das da bereitet ist dem Teufel mit seinen Engeln“ (Matth. 25,41). „Denn Gott hat die Engel, die gesündigt haben, nicht verschont, sondern hat sie mit Ketten der Finsternis zur Hölle verstoßen und übergeben, daß sie zum Gericht behalten werden“ (2. Petr. 2,4). Was wären das für unsinnige Redensarten, die Teufel wären dem ewigen Gericht übergeben, ewiges Feuer sei ihnen bereitet, sie würden bereits jetzt durch Christi Herrlichkeit gequält und gemartert — wenn es gar keine Teufel gäbe! Freilich: diese Dinge bedürfen bei denen, die dem Worte Gottes Glau­ben schenken, keiner Erörterung, und anderseits wird bei den eitlen Grüblern (speculatores), denen nur das Neue gefällt, mit dem Schriftzeugnis wenig erreicht. Des­halb glaube ich meinen Zweck erreicht und fromme Seelen ausreichend gegen der­gleichen Unsinn gesichert zu haben, mit dem ruhlose Leute sich und andere, Einfäl­tigere, in Verwirrung bringen. Trotzdem mußten diese Dinge berührt werden, damit der Mensch sich nicht von dem Irrtum zu der Meinung verführen lasse, er hätte ja gar keinen Feind, und deshalb zum Widerstand träger und sorgloser werde!

10
Jan.

Siegesgewissheit! (Institutio 1-14-18)

   Posted by: Didier Tags:

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Zusammenfassung

  1. Gott lässt Satan nie Christen völlig überwältigen oder erdrücken, obwohl sie schwer unter ihm leiden können
  2. mit den Gottlosen ist es aber anders: Satan hat die Erlaubnis, sie zu unterwerfen
  3. dies ist sowohl wahr für eine Gemeinschaft wie auch ein Individuum: Gläubige sind das Abbild Gottes, Gottlose sind Kinder Satans in dessen Bildnis sie verfallen

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Da aber Gott die unreinen Geister nach seinem Willen regiert, so führt er es so, daß sie die Gläubigen im Kampfe plagen, sie hinterhältig anfallen, durch allerlei An­läufe beunruhigen, im Streite bedrängen, sie auch öfters ermüden, in Verwirrung und Schrecken jagen und zuweilen gar verwunden, aber sie doch nie besiegen oder un­terdrücken, daß sie dagegen die Gottlosen gefangen führen, in ihren Seelen und Lei­bern ihre Herrschaft ausüben und sie wie Sklaven zu allem Frevel mißbrauchen. Die Gläubigen, von solchen Feinden beunruhigt, hören deshalb die Mahnung: „Gebet nicht Raum dem Teufel“ (Eph. 4,27; Luther: „dem Lästerer“) oder: „Der Teufel, euer Widersacher, gehet umher wie ein brüllender Löwe und sucht, welchen er verschlinge; dem widerstehet fest im Glauben …“ (1. Petr. 5,8) und ähnliche. Selbst Paulus bekennt, von dieser Art Streit nicht unberührt gewesen zu sein, wenn er schreibt, zur Bändigung der Hoffahrt sei ihm „des Satanas Engel“ gegeben wor­den, um ihn zu demütigen (2. Kor. 12,7). Diese Kampfübung ist also allen Kindern Gottes gemeinsam. Aber die Verheißung, daß dem Satan der Kopf zertreten werden soll, bezieht sich auf Christus und mit ihm zusammen auf alle seine Glieder, und des­halb sage ich, daß die Gläubigen vom Teufel weder besiegt noch unterdrückt werden können. Sie werden zwar oft geängstigt, aber sie verzagen nicht und sammeln sich zu neuem Kampf, sie fallen unter der Wucht der Angriffe, aber danach richten sie sich wieder auf, sie werden verwundet, aber nicht zu Tode, kurz, sie sind ihr ganzes Leben lang in hartem Kampf, doch so, daß sie am Ende, den Sieg behalten. Das will ich freilich nicht auf jeden Kampfabschnitt für sich beziehen. Denn wir wissen, daß durch Gottes gerechte Vergeltung David eine Zeitlang dem Satan überlassen wurde, so daß er auf dessen Antrieb sein Volk zählte (2. Sam. 24,1), und Paulus gibt nicht ohne Grund selbst denen Hoffnung auf Vergebung, die in des Teufels Stricken gefangen gewesen sind (2. Tim. 2,26). Der gleiche Paulus zeigt anderswo, daß die oben ange­führte Verheißung (nämlich Gen. 3,15) in diesem Leben, wo gestritten werden muß, erst anfangsweise erfüllt werde, dann aber nach dem Kampfe vollständig, wenn er sagt: „Aber der Gott des Friedens zertrete den Satan unter eure Füße in kurzem“ (Röm. 16,20). In unserem Haupte (Christus) ist dieser Sieg stets völlig da, weil der Fürst dieser Welt nichts gegen ihn vermag, in uns aber, den Gliedern, kommt er jetzt nur zum Teil zum Vorschein, aber er wird einst vollendet sein, wenn wir unser Fleisch ausziehen, das uns immer wieder der Schwachheit unterworfen sein läßt, und wenn wir voll sind der Kraft des Heiligen Geistes. Denn wo das Reich Christi aufkommt und aufgerichtet wird, da zerfällt der Satan mit aller seiner Macht, wie ja der Herr selber sagt: „Ich sah den Satanas vom Himmel fallen wie einen Blitz“ (Luk. 10,18). Mit dieser Antwort nämlich bekräftigt er den Bericht der Apostel von der Gewalt ihrer Verkündigung, wiederum sagt er auch: „Wenn ein starker Gewappne­ter seinen Palast bewahrt, so bleibt das Seine mit Frieden, wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt …, so wird er hinausgetrieben …“ (Luk. 11,21f.; Schluß ungenau). Und dazu hat Christus in seinem Sterben den Satan, der des Todes Ge­walt hatte, überwunden und den Triumph geführt über sein ganzes Heer, daß der Kirche kein Schaden geschehe, die sonst vom Teufel in jedem Augenblick hundertmal zertreten werden würde! Denn wie sollten wir — bei unserer Schwachheit und bei des Teufels wütiger Gewalt! — auch nur im mindesten gegen seine vielfältigen und listigen Anläufe bestehen, ohne das Vertrauen auf den Sieg unseres Herzogs? Denn Gott läßt das Reich des Satans nicht in dem Herzen der Gläubigen sein, sondern er übergibt ihm bloß die Gottlosen und Ungläubigen zur Regierung, die er nicht wür­digt, zu seiner Herde gezählt zu werden. Denn es heißt von ihm, daß er diese Welt ohne Widerspruch in Besitz hat, bis er von Christus ausgestoßen wird (Luk. 11,21). Auch hören wir, er verblende alle, die dem Evangelium nicht glauben (2. Kor. 4,4). Oder auch, er führe sein Werk in den widerspenstigen Kindern (Eph. 2,2). Und das mit Recht; denn die Gottlosen sind ja alle Gefäße des Zorns — und wem sollten sie dann anders unterworfen sein als dem Diener der göttlichen Rache? Ja, es heißt schließlich, sie seien von ihrem Vater, dem Teufel (Joh. 8,44). Denn wie die Gläu­bigen als Kinder Gottes daran erkannt werden, daß sie sein Ebenbild tragen, so er­weisen sich jene als Söhne des Satans durch sein Ebenbild, zu dem sie entartet sind! (1. Joh. 3,8).

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Zusammenfassung

  1. nichtsdestotrotz kann der Teufel nur mit Gottes Erlaubnis und Duldung handeln
  2. Satans Taten entspringen jedoch von seiner eigenen leidenschaftlichen und bewussten Rebellion gegen Gott
  3. daher kann er nur das bewirken, was ihn Gott lässt und er muss wohl oder übel seinem Schöpfer gehorchen.

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Was aber den Widerspruch und Streit betrifft, den der Teufel wider Gott führt, so müssen wir dabei allen Erwägungen die feste Gewißheit zugrunde legen, daß der Teufel ohne Gottes willen und Erlaubnis (nisi volente et annuente Deo) nichts ausrichten kann. Denn wir lesen in der Geschichte von Hiob, daß er sich vor Gott hinstellt, um Befehle zu empfangen, und daß er ohne Erlaubnis nicht zur Voll­führung eins Werkes zu schreiten wagt (Hiob 1,6; 2,1). Und als Ahab in die Irre geführt werden soll, da übernimmt er es, ein Geist der Lüge im Munde aller Pro­pheten zu sein: der Herr sendet ihn, und er vollführt seinen Befehl (1. Kön. 22,22ff.). Aus dem Grunde wird er auch der böse Geist vom Herrn genannt, der den Saul quälte, weil durch ihn wie mit einer Geißel die Sünden des gottlosen Königs gestraft wurden (1. Sam. 16,14; 18,10). Und an anderer Stelle steht geschrieben, die Plagen seien den Ägyptern von Gott durch böse Engel zugefügt worden (Ps. 78,49). Entsprechend solchen einzelnen Beispielen bezeugt Paulus ganz allgemein, daß die Verblendung der Ungläubigen ein Werk Gottes ist — obwohl er sie doch gerade zuvor eine Wirkung des Satan genannt hat: (2. Thess. 2,9.11). Es steht also fest: der Satan ist unter Gottes Gewalt und wird von seinem Wink so gelenkt, daß er ihm gezwungen gehorcht. Ja, wenn wir sagen, daß der Satan Gott wider­strebt und daß seine Werke mit Gottes Werken im Streit liegen, so behaupten wir doch zugleich, daß auch dies Widerstreben und dieser Streit von Gottes Zulassung (permissio) abhängt! Dabei rede ich nun nicht von des Teufels Wollen oder auch seinem Vorhaben, sondern nur von dem, was er tatsächlich vollbringt. Denn der Teu­fel ist von Natur gottlos und deshalb keineswegs zum Gehorsam gegen Gottes Willen geneigt, sondern er hat einen unaufhörlichen Hang zu Widerstand und Em­pörung. So kommt es also aus ihm selbst und aus seiner Bosheit, daß er Gott mit Willen und Absicht widerstrebt. Diese Verruchtheit reizt ihn, solche Dinge zu unter­nehmen, von denen er meint, daß sie Gott völlig zuwider wären. Aber Gott hält ihn mit dem Zügel seiner Allmacht fest gebunden, und deshalb kann er nur das zuwege bringen, was ihm Gott zuläßt; so gehorcht er, mag er wollen oder nicht, seinem Schöpfer, weil er ihm ja gezwungen dienen muß, wozu er ihn auch gebrauchen mag!

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Zusammenfassung

  1. Dämonen wurden anfangs als Engels Gottes geschaffen, aber durch ihre Entartung rissen sie sich ins Verderben und wurden zu Werkzeugen des Verderbens
  2. dies allein ist nützlich zu wissen, jegliche Spekulation über den Abfall des Teufels ist nutzlos

Text

Da aber der Teufel von Gott geschaffen ist, so müssen wir bedenken: all diese Bosheit, die wir seiner Natur beilegen, stammt nicht aus der Schöpfung, sondern aus der Verderbnis! Was er Verdammliches an sich hat, er hat es sich in Abfall und Empörung selbst zugezogen! Daran mahnt uns die Schrift, damit wir nicht etwa mei­nen, er sei so aus Gottes Hand hervorgegangen, und dann Gott zuschreiben, was ihm ja das Allerfremdeste ist. Deshalb erklärt Christus, der Satan rede aus seinem Eigenen, wenn er die Lüge rede (Joh. 8,44), und setzt als Grund hinzu: weil er nicht in der Wahrheit bestanden ist. Sagt er nun, er sei nicht in der Wahrheit bestanden, so deutet er damit an, daß er einstmals in ihr gewesen ist, und nennt er ihn den Va­ter der Lüge, so nimmt er ihm damit die Möglichkeit, Gott die Verderbnis zuzu­schreiben, die er sich selbst verursacht hat! Obwohl das nun nur kurz und nicht sehr deutlich gesagt ist, so genügt es doch vollauf, um Gottes Majestät von jedem Vor­wurf zu befreien. Und was sollte uns auch daran liegen, von den Teufeln mehr zu wissen oder etwas zu anderem Zweck zu erfahren? Da murren einige, daß die Schrift nicht an mehr Stellen jenen Fall, seinen Grund, seine Art, seine Zeit und den näheren Vorgang genau beschreibe. Aber weil uns dergleichen nichts angeht, so war es besser, daß es, wenn nicht eben verschwiegen, so doch nur kurz berührt wurde. Denn es ist nicht des Heiligen Geistes würdig, mit unnützen Geschichten unsere Neu­gier ohne Frucht zu befriedigen. Und wir sehen ja auch, daß der Herr die Absicht hatte, uns in seinen heiligen Worten nichts zu lehren, das nicht zu unserer Erbauung führen könnte. Deshalb wollen wir uns auch selbst nicht mit Überflüssigkeiten auf­halten. Es muß uns genügen, von der Natur der Teufel zu wissen, daß sie im An­fang, in der Schöpfung Engel Gottes gewesen, aber, durch Entartung verderbt, dann anderen zum Werkzeug des Verderbens geworden sind, weil dies zu wissen nützlich ist, so wird es auch bei Petrus und Judas klar gelehrt. „Die Engel“, heißt es da, „welche gesündigt und ihr Fürstentum nicht bewahrt haben, die hat Gott nicht ge­schont“ (2. Petr. 2,4; Jud. 6). Und wenn Paulus von „auserwählten Engeln“ redet, so deutet er damit ohne Zweifel stillschweigend an, daß es auch verworfene gibt (1. Tim. 5,21).