Gottes Vorsehung nimmt uns die Verantwortung nicht ab

  1. wir dürfen nicht unsere Bosheit oder Missgeschicke Gott vorwerfen, wie es einige Dichter tun
  2. auch die Freidenker behaupten absurderweise, dass die Vorsehung…
    1. jede Vorsichtsmassnahme gegen Gefahr oder Tod völlig überflüssig macht, weil wir ja sowieso nicht dem Schicksal entrinnen können, das Gott bestimmt hat
    2. uns von jedem Verbrechen freispricht, da es ja von Gott vorbestimmt war, dass es geschehen soll und wir daher nicht die Ursache, sondern nur das Instrument sind.

Themen:

Gottes Walten will mit Ehrfurcht betrachtet sein

  1. die rechte Haltung in Bezug auf Gottes Vorsehung ist die der Ehrfurcht, Ehrerbietung und Demut, nicht die des Hochmuts einiger, die versuchen, Gottes Handeln durch ihre eigene Vernunft zu begrenzen
  2. die Bibel beweist unbestreitbar, dass alles, was in diesem Universum geschieht, durch Gottes unfassbaren Plan geleitet wird.
    1. der Wille Gottes, wie er sich im Gesetz und im Evangelium offenbart, unterscheidet sich von Gottes verborgenen Willen (siehe 1-18-03 für die Einheit des Willen Gottes)
    2. das Zeugnis Hiobs, besonders, im Bezug auf das
  3. lasst uns also Gottes Allmacht anerkennen, dass sein Wille für uns die einzige Regel der Gerechtigkeit und die wahrhaftige Ursache aller Dinge sei
    1. es ist nicht ein absoluter Wille, der von seiner Gerechtigkeit getrennt ist (Sorbonne)
    2. aber die Vorsehung, die Quelle alles Gerechten, jedoch verborgen

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Der Sinn der Wege Gottes

  1. drei Sachen sind zu merken
    1. Gottes Vorsehung betrifft die Vergangenheit wie auch die Zukunft (siehe Sekt. 3 bis 5)
    2. er wirkt… (vorallem in Sekt. 9)
      1. manchmal mittelbar
      2. manchmal unmittelbar
      3. manchmal sogar wider allen Umständen
    3. durch die Vorsehung zeigt Gott sein Interesse für das ganze Menschengeschlecht, doch besondere Aufmerksamkeit erweist er seiner Kirche (behandelt in Sekt. 6 bis 8)
  2. die gelegentliche Verschleierung von Gottes Vorsehung in seinem Walten mit den Menschen sollte uns nicht dazu führen, alle Geschehnisse dem blinden Zufall zuzuschreiben oder gegen seine geheimen Ratsschlüsse zu rebellieren

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Uns sind die wahren Ursachen des Geschehens verborgen

  1. die Trägheit und Begrenztheit des menschlichen Verstandes erkennt nur zufällige Ereignisse, was eigentlich durch Gottes Plan erfolt
  2. in diesem Sinne werden die Begriffe “Schicksal” und “Zufall” in der Heiligen Schrift gebraucht, um damit alle Ereignisse zu beschreiben, die zufällig scheinen, die wir aber durch den Glauben als gottgewollt erkennen. (Gottes Freiheit über Dinge zu entscheiden kann man z.B. sehen, als er Christi schwache Knochen nicht brechen liess)

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Die Lehre von der Vorsehung ist keine stoischer Schicksalsglaube

  1. falsche Anklage gegen die christliche Vorsehung, dass sie eine stoische Schicksalslehre sei (vgl. Augustinus)
    1. Stoa: Notwendigkeit liegt in der Abfolge von Ursache-Wirkung
    2. Christentum: ewige Beschlüsse Gottes werden durch seine Kontrolle ausgeführt
  2. der Zufall ist eine heidnische Vorstellung, das dem Christentum widerspricht, wie es Basilius der Grosse und Augustinus sagen

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