24
Jan

Es gibt keinen Zufall (Institutio 1-16-02)

   Publiziert von: Didier   in Buch 1, Buch 1 Kapitel 16, Institutio

Es gibt keinen Zufall

  1. der “fleischliche” oder “weltliche” Verstand aller Zeitepochen hat Geschehnisse immer dem Zufall zugeschrieben und somit Gottes Vorsehung verdunkelt
  2. doch der Glaube, wenn auf der Bibel gegründet ist, weiss, dass alles nach Gottes Willen geschieht
    1. Ereignisse
    2. leblose Gegenstände, die sich nach den Naturgesetzen verhalten, aber immer noch unter Gottes Führung stehen
  3. die Sonne in all ihrer Kraft und Pracht steht unter Gottes Macht (Anmerkung: für Calvin korrigiert die Bibel unsere Wahrnehmung der Natur)

Themen:

Schöpfung und Vorsehung

  1. selbst der “weltliche” Verstand kann einen Gott erkennen, der alles erschaffen hat und der allem soviel Energie gab, dass sie fortbestehen können.
  2. doch der Glaube, der noch tiefer sieht, erkennt im Schöpfer auch den Herrscher und Erhalter aller Dinge, die er erschuf (Lehre der Vorsehung)
    1. im Himmel
    2. auf Erden, selbst die menschliche Angelegenheiten

Themen:

Vom freien Willen und Adams Verantwortung

  1. das Vermögen des Menschen vor dem Fall
    1. Verstand: der dem Menschen gegeben ist, kann zwischen gut und böse, recht und unrecht entscheiden, was getan von dem was vermieden werden soll.
    2. Wille: der Sitz der Wählens
  2. daher, der Mensch (vor dem Fall) hatte das Vermögen, wenn er es wünschte, ewiges Leben zu erlangen; jedoch wurde ihm nicht die Standhaftigkeit gegeben, nicht abzufallen
  3. dies verändert sich beim Fall Adams: der Mensch war sehr verschieden bei der Schöpfung verglichen mit seinen Nachkommen, welche, da sie von ihm geboren wurden, in einen verdorbenen Zustand verfielen.
  4. die Systeme der Philosophen versagen, weil sie den Fall Adams ausschliessen

Themen:

Verstand und Wille als eigentliche Grundkräfte

  1. die Philosophen, unwissend über den Abfall des Menschen, verwechseln zwei sehr verschiedene Zustände des Menschen
  2. die menschliche Seele besteht aus zwei Vermögen
    1. Verstand: unterscheidet zwischen Gegenstände, um sie anzunehmen oder abzulehnen – handelt also wie ein Führer oder ein Herrscher der Seele
    2. Wille: wählt und folgt, was der Verstand als gut anerkennt und meidet, was er ablehnt – beachtet die Entscheidung des Verstandes und wartet auf eine Urteil des Verstandes nach seinen Begehren
  3. gleichwertige Ausdrücke: Philosophen unterscheiden zwischen Verstand und Sinnesneigungen, wir schliessen die Sinnesneigungen im Verstand ein. We ersetzen auch das Wort “Wille ” für den philosophischen Gebrauch des Wortes “Begehren”.

Themen: ,

Die Seele und ihre Fähigkeiten

  1. von allen Philosophen kam nur Plato nahe an ein Verständnis des körperlosen Wesens der Seele
  2. Das Wesen der Seele in der Bibel
    1. körperloses Wesen
    2. wohnt im Körper als das belebende Prinzip wie in einem Haus
    3. die Suche des Menschen nach Gott ist der Beweis, dass er ein von Gott vernunftbegabtes Wesen ist
    4. Widersprüche in der Seele entstehen nicht, weil der Mensch von zwei Seelen bewohnt ist (wie manche Philosophen behaupten), sondern von der verderbten Natur des Menschen
  3. die Fähigkeiten der Seelen nach den Philosophen
    1. Themistius von Platon
    2. Aristoteles (Ethik): Aufteilung der Seele in begehrende (ohne Vernunft, aber ihr folgende) und verstehende Seele (durch sie beteiligt sich an der Vernunft)
        1. Sinnen
        2. Vernunft
        3. Begehren
      • Drei Prinzipien der Handlung
    3. diese Ansichten, obwohl wahrscheinlich, sind zu verworren für unseren Zweck

Themen:

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