Die Menschenseele ist von Gott geschaffen, aber nicht etwa Ausfluss seines Wesens

  1. Servet belebte die abwegige manichäische Vorstellung wieder, dass die Seele des Menschen ein Teil der Gottheit sei; dies ist abzulehnen durch die Tatsache der sündhaften menschlichen Natur und durch die Einheit des Wesens Gottes
  2. Osiander glaubte, dass das Ebenbild Gottes im Menschen in der Gegenwart Gottes wesentlicher Gerechtigkeit bestand, dies ist auch blosser Manichäismus
  3. Paulus lehrte, dass die Seele des Menschen nicht in seinem Wesen Gott ähnlich sei, sondern durch die Kraft des Heiligen Geistes.

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Das eigentliche Wesen des Ebenbildes ist was die Schrift von seiner Erneuerung durch Christus sagt

  1. eine vollständige Definition des “Ebenbildes” sollte in den spezifisch menschlichen Fähigkeiten gesucht werden, und besonders in denen, die durch Christus im Menschen wiederhergestellt worden sind.
    1. Durch Adams Abfall wurde Gottes Ebenbild nicht völlig zerstört, sondern schrecklich entstellt.
    2. daher kehren wir zu dem in Christus erneuerten Menschen
  2. Aspekte dieser Erneuerung nach Paulus
    1. Erkenntnis
    2. rechtschaffende Gerechtigkeit und Heiligkeit
  3. Gottes Ebenbild bestand in der Vollkommenheit der menschlichen Natur, die vor dem Fall in Adam strahlte, wurde jedoch später so verdorben und fast ausgelöscht, dass nichts mehr seit dem Verderben bleibt, ausser dem, was verwirrt, verstümmelt oder krank ist. Daher erscheint es teilweise in den Erwählten, insofern sie im Geist wiedergeboren wurden; die vollkommene Pracht wird aber erst im Himmel wiederhergestellt.
  4. um Teile dieses Ebenbildes zu erkennen, müssen wir die Fähigkeiten der Seelen besprechen.

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Vom Ebenbilde Gottes im Menschen

  1. abgesehen vom äusserlichen und leiblichen Beweis (aufrechter Gang zum Beispiel) oder die menschliche Andersartigkeit hinsichtlich der Tiere und die Ähnlichkeit mit Gott haben wir einen noch zwingenderen Beweis, dass der Mensch in Gottes Ebenbilde erschaffen wurde, das ist seine geistige Natur
  2. Andreas Osiander’s Behauptung, dass wir Gott in Seele und Körper ähnlich sind, ist absurd
  3. der Frage des Ebenbild/Ähnlichkeit
    1. es gibt keinen Unterschied zwischen diesen beiden Wörter, wie es doch manche Übersetzer behaupten, es gibt eher Parallelen im Hebräischen
    2. der Mensch wird hinsichtlich seiner Seele Gottes Ebenbild genannt, obwohl diese Ähnlichkeit mit Gott seine ganze Überlegenheit über andere Geschöpfe mit einschliesst.
    3. Ebenbild/Ähnlichkeit drückt die Reinheit aus, mit der Adam am Anfang erschaffen wurde
      1. rechte Vernunft
      2. Neigungen, die der Vernunft entsprechen
      3. alle Empfindungen waren aufs beste geordnet
      4. alle Gaben wurde als Gaben Gottes erkannt
  4. obwohl der Sitz des göttlichen Ebenbildes hauptsächlich im Verstand und im Herzen liegt, oder in der Seele mit seinen Kräften, trotzdem gibt es keinen Teil des Menschen, nicht einmal seinen Körper, in dem nicht ein Funke der Herrlichkeit Gottes scheint

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Leib und Seele in ihrer Verschiedenheit

  1. Definition von Seele und Geist
    1. Seele: das unsterblich, jedoch erschaffene Wesen des Menschen, sein nobelster Teil
    2. Geist: ein Synonym für “Seele”, ausser wenn die zwei Wörter gleichzeitig verwendet werden
  2. gebräuchliche Beweise für den göttlichen und unsterblichen Charakter der Seele als Wesen, getrennt vom Körper
    1. Bewusstsein der Unsterblichkeit
    2. Gewissen: erkannt durch unser Gefühl der Schuld, Angst und so weiter
    3. grossartige Gaben mit denen der menschliche Geist ausgestattet wurde
    4. der Schlaf und die Träume
  3. biblische Beweise in diesem Sinne

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Der Mensch ist makellos aus Gottes Hand hervorgegangen: deshalb darf er die Schuld für seine Sünde nicht auf den Schöpfer schieben

  1. warum sollte man über die Schöpfung des Menschen diskutieren?
    1. weil der Mensch das nobelste Beispiel von Gottes Gerechtigkeit, Weisheit und Güte ist
    2. weil die Selbsterkenntnis des Menschen wichtig ist, um zu einer klaren und vollständigen Gotteserkenntnis zu kommen
  2. die zwei Seiten der Selbsterkenntnis
    1. wie der Mensch war bei seiner Schöpfung (wird hier behandelt)
    2. wie der Mensch wurde nach dem Sündenfall (wird später behandelt)
  3. unsere Absicht: Gottes Gerechtigkeit gegen jede Beschuldigung zu verteidigen

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